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Grossprojekt

Der Grüneißl-Bau soll weichen

Nach dem Chamer Spitalplatz wird jetzt der Leerstand an der Schmidstraße überplant. Gekauft haben ihn die Brüder Altmann.
Von Christoph Klöckner

Man muss die Straßenseite wechseln, um alles aufs Bild zu bekommen: das hellgrüne, große Haus ist das alte Grüneißl-Geschäftsgebäude, das braune darüber das ehemalige Haus der Geschenke. Beide haben die Brüder Altmann gekauft und wollen dort etwas Neues errichten. Foto: Klöckner
Man muss die Straßenseite wechseln, um alles aufs Bild zu bekommen: das hellgrüne, große Haus ist das alte Grüneißl-Geschäftsgebäude, das braune darüber das ehemalige Haus der Geschenke. Beide haben die Brüder Altmann gekauft und wollen dort etwas Neues errichten. Foto: Klöckner

Cham.Vor knapp acht Jahren schloss in Cham ein Geschäft, das 139 Jahre das Stadtbild bereicherte und einzigartig war. Hier musste man nicht gleich zwanzig Schrauben mit Muttern kaufen, sondern konnte sie sich einzeln aussuchen – bei bester Beratung durch Grüneißl-Mitarbeiter – ein Paradies für Handwerker.

Seit Ende 2010 steht das große Geschäftsgebäude im Stadtzentraum, das von der Schmidstraße und der Oberen Regenstraße bis in die Fuhrmannstraße reicht, größtenteils leer. Das soll sich nun ändern: Denn der Gesamtkomplex mit rund 3000 Quadratmetern Nutzfläche wie auch das an der Schmidstraße leerstehende ehemalige Haus der Geschenke gleich daneben haben inzwischen die Besitzer gewechselt. Matthias und Rüdiger Altmann haben die beiden Immobilien gekauft und wollen dort – nur 100 Meter vom Marktplatz weg – etwas Neues entstehen lassen.

In den Anfängen der Planung

Es sei noch zu früh, um über Details zu sprechen, sagt Matthias Altmann. Noch sei nichts spruchreif. Erstmals sei bei dem Projekt jetzt sein Bruder dabei, so der Inhaber des Altmann Ingenieurbüros in Chammünster. Rüdiger Altmann ist Geschäftsführer beim Bauunternehmen Rädlinger in Windischbergerdorf. Bisher war er bei den Projekten seines Bruders nicht in Erscheinung getreten. Matthias Altmann hat den Brunnenhof in Brunnendorf neu gebaut und errichtet zur Zeit gemeinsam mit dem Chamer Unternehmer Max Schierer junior in Cham-West eine große Wohnanlage mit 74 Wohnungen.

Im Gespräch seien verschiedene Varianten. Es werde in jedem Fall ein Neubau erreichtet – der Grüneißl-Komplex und das Haus daneben würden dafür abgerissen werden. „So wie es jetzt ist, kann man daraus nichts machen!“, sagt Matthias Altmann. Da man noch ganz früh in der Planungsphase sei, habe man noch keine Mieter für den Neubau im Auge. Zudem müsse man auch mit den jetzigen Mietern, etwa der Firma Frey reden. „Das braucht alles noch Zeit“, betont er.

Aufwertung der Stadt

Altmann lobt auf Nachfrage auch das Engagement von Michael Braun, der wenige Meter weiter im Bereich Spitalplatz/Fuhrmannstraße drei leerstehende Häuser für ein Wohn- und Geschäftshaus abreißen will und bereits den Antrag für einen Bauvorentscheid bei der Stadt eingebracht hat.

Die Stadträte waren ebenfalls von den Plänen begeistert, hier Neues zu schaffen, und gaben ihr einstimmiges Einvernehmen dazu. „Solche Dinge werten die Innenstadt insgesamt auf und heben auch den Wert der übrigen Immobilien“, sagt Matthias Altmann.

Denn die künftigen Pächter etwa von Geschäftsräumen wie auch andere Investoren würden vor der Vertragunterzeichnung durch die Stadt gehen und genau hinschauen. „Jeder Leerstand ist da wie ein Messerstich“, sagt er aus seiner Erfahrung heraus. Am besten sei es dann, wenn alles pulsiere. Es sei der Vorteil, dass er ein Ingenieur-Büro im Rücken habe, das die Planungen übernehmen könne, sagte er zum Anlass seines erneuten Engagements in der Altstadt in Cham nach dem Großprojekt Brunnenhof. „Wir sind schon recht umtriebig in der Innenstadt Chams unterwegs“, gab er zu.

Die Leerstände in der Altstadt sind ein Dauerthema, zumal Häuser in exponierter Lage und mit ortsprägendem, denkmalgeschützten Äußerem etwa am Marktplatz, kein Leben mehr in sich tragen. 2017 schloss auch das „älteste Gasthaus“ am Platz, der Goldene Löwe und steht seit dem leer. Die Stadt sucht seit Jahren Wege, um die Altstadt möglichst attraktiv zu gestalten. So wurde die Fuhrmannstraße aufwendig neu gestaltet, dazu für den Marktplatz ein Konzept erarbeitet. Bislang hat sich das auf die Leerstandssituation noch nicht ausgewirkt.

Derweil haben sich zwei Gerüchte um die anstehende Schließung zweier Geschäfte glücklicherweise nicht bewahrheitet. Günter Salzberger vom Modegeschäft Heilingbrunner sagt dazu auf Nachfrage, dass das Gerücht seit zehn Jahren über die Schließung seines Geschäfts am Marktplatz gestreut werde. Das sei durchaus geschäftsschädigend. Er habe jedoch nicht vor, das Geschäft zu schließen, bekräftigt Salzberger. Cham dürfe sich glücklich schätzen, noch drei starke Häuser wie Frey, Gruber und Heilingbrunner in der Innenstadt zu haben.

Schaffen von Neuem ist gut

Er begrüßt auch die Investitionen in die Innenstadt und das Schaffen von Neuem anstelle der Leerstände. Das wichtigste sei in Cham die Vielfalt, die heute Kunden selbst aus Städten wie Regensburg oder Straubing herlocke. Dort gebe es nur noch Ketten und Einheitsware. Landkreisweit sollten die Städte hier zusammen- statt gegeneinander arbeiten – denn die Konkurrenz sitze nicht vor Ort sondern hinter den Landkreisgrenzen, so Salzberger.

Der zweite Einzelhändler sagte auf Nachfrage, „vorerst“ sei über eine Schließung noch nicht entschieden worden.

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Das Rhanerbräu

  • Gasthaus:

    Das traditionsreiche Rhanerbräu-Stüberl an der Ludwigstraße wartet noch auf eine Wiederbelebung. Ende 2017 hatte das Traditionsgasthaus geschlossen. Seitdem sucht Inhaber Dr. Alois Plößl einen neuen Wirt.

  • Bewerber:

    Die Planung mit dem zuletzt aussichtsreichen Bewerber, der ein griechisches Restaurant dort öffnen wollte, habe sich zerschlagen. Kommende Woche gebe es wieder Gespräche mit einem neuen Bewerber.

  • Zeit:

    Man lasse sich lieber Zeit für eine Entscheidung, bevor man „irgendjemand“ in die Immobilie reinlasse. „Ich mache keinen Hehl daraus: Mir wäre eine bayerische Wirtschaft am liebsten!“, so Dr. Plößl.

  • Vorgaben:

    Die Gäste, die bisher dort waren, müssten sich wieder wohlfühlen – egal ob Spanier oder Grieche die Führung hätten – ebenso wie die Stammtischbesucher, etwa die Handballer.

  • Kriterien:

    Neben guter Küche und guter und langjähriger Führung komme es darauf an, dass das Angebot zum Ambiente passe. „Man muss bei der Auswahl auch Glück haben“, so Dr. Plößl. (ck)

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