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Der Hausherr mag sein Finanzamt

Finanzminister Füracker ist vom Finanzamt-Neubau in Waldmünchen begeistert und hat eine klare Botschaft: „Wir bleiben hier.“
Von Petra Schoplocher

Bauoberrat Wolfgang Schütz erläuterte die Technik, die hinter und in dem Neubau steckt. Minister Albert Füracker (Mitte) lauschte gespannt. Bürgermeister Markus Ackermann, Landrat Franz Löffler und Landtagsabgeordneter Dr. Gerhard Hopp (von links) freuten sich zu hören, dass an dem 4,6 Millionen Euro teuren Projekt zahlreiche Firmen aus der Region beteiligt sind. Foto: Schoplocher
Bauoberrat Wolfgang Schütz erläuterte die Technik, die hinter und in dem Neubau steckt. Minister Albert Füracker (Mitte) lauschte gespannt. Bürgermeister Markus Ackermann, Landrat Franz Löffler und Landtagsabgeordneter Dr. Gerhard Hopp (von links) freuten sich zu hören, dass an dem 4,6 Millionen Euro teuren Projekt zahlreiche Firmen aus der Region beteiligt sind. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Einen Minister zum Staunen zu bringen, muss man erst einmal schaffen. Dem Neubau des Finanzamts gelang das am Mittwoch mit Albert Füracker mühelos. Schöner und größer sei es, als er sich das vorgestellt hatte, sagte der Politiker bei einem Baustellen-Rundgang, den der CSU-Ortsverband kurzfristig organisiert hatte.

Während Füracker sich beim Blick in die Büros („schöner als die von Ministern“) und den Besprechungsraum (inklusive Ausblick in den Garten) die ein oder andere Schwärmerei gönnte, fiel die Bestandsaufnahme im offiziellen Teil sachlicher, aber nicht weniger erfreulich aus. „Wir liegen im Zeit- und Kostenplan“, teilte der Minister für Finanzen und Heimat zufrieden mit.

Einhalten, was er verspricht

Ganz wichtig war Albert Füracker die Botschaft, dass wir „alles einhalten können, was wir versprochen haben“ und dass sich die Mitarbeiter auf „das Beste“ freuen dürften. Der Minister wiederholte das Bekenntnis zum Standort. „Wir bauen ja kein Gebäude, damit es hinterher leersteht.“ Und: „Wir haben nicht vor, Waldmünchen zu verlassen“.

Politik

Lob für die, die für die Heimat ackern

Albert Füracker wurde seinem Ruf als Stargast und Wahlkampfhelfer beim Aschermittwoch der CSU in Waldmünchen gerecht.

Füracker zeigte sich überzeugt, dass „wir in ein paar Jahren sagen werden: Das war klug.“ Und zwar, was die Behördenverlagerungen grundsätzlich angehe, als auch die Entscheidung für Waldmünchen. Die Metropolen dürften nicht total überhitzt werden, betonte er. Auf die immer wieder an ihn herangetragene Frage, was das alles denn koste, pflege er zu antworten: „Für die Menschen macht es sich bezahlt.“ Mal ganz abgesehen davon, dass es noch keine Gesamtschau oder addierte Zahlen gebe, weil die verschiedenen Maßnahmen in unterschiedlichen zeitlichen Stadien stecken.

Bekräftigt sehen sich die Verantwortlichen mit der Strategie speziell für Waldmünchen in der Zahl derer, die Versetzungsanträge, meist „in die Heimat“ gestellt hätten. Diese seien in ausreichender Zahl vorhanden, wusste Füracker. Gegen seinen Willen wäre und würde ja ohnehin niemand versetzt, bekräftigte er noch einmal.

Zeitplan

  • Rückblick:

    2015 startete die Bayerische Staatsregierung die Behördenverlagerung unter dem Schlagwort „Heimatstrategie“. Im Mai 2016 verkündete Albert Füracker, damals noch Staatssekretär, dass das Finanzamt Waldmünchen einen Neubau bekomme. Im Juli 2018 war offizieller Baubeginn.

  • Ausblick:

    Im August soll der Neubau fertig sein, danach wird das bestehende Gebäude auf modernsten Stand gebracht. Im Januar 2021 kann dann der Betrieb als Außenstelle des Finanzamts Erlangen starten.

Wenn weiterhin alles nach Plan läuft, ist der Neubau im August bezugsfertig. Dann werden die Bediensteten aus dem bestehenden Finanzamt einziehen, damit der denkmalgeschützte Altbau saniert und technisch auf den neuesten Stand gebracht werden kann. Ist das der Fall (anvisiert ist Dezember), wechseln die Mitarbeiter, die weiter der Außenstelle des Chamer Finanzamts angehören wollen, nach Bad Kötzting. Das dortige künftige Zuhause, die Holzapfel-Schule, die der Freistaat aktuell umbaut, soll bis dahin fertig sein, bekräftigte Bauoberrat Wolfgang Schütz.

Im Januar 2021 fällt dann der Startschuss als Außenstelle des Finanzamts Erlangen, stellte Füracker in Aussicht. „Da würde ich auch androhen zu kommen“, ließ er das gute Verhältnis zu Waldmünchen durchblicken.

Durch die Umstrukturierung werden 21 neuen Arbeitsplätze geschaffen, „qualifizierte, und das am Land“. Hinzu kommen zehn Ausbildungsstellen. Der in Holzrahmenbauweise errichtete Neubau selbst, der im Obergeschoss mit einem Durchgang an das alte Gebäude andockt, erfüllt höchste energetische Ansprüche, erläuterte Wolfgang Schütz. „So baut kein Privater“. Zu einer Kostensteigerung habe das neue Sicherheitskonzept geführt, aber „daran gehe kein Weg vorbei“, informierte der Bauoberrat.

CO2 wird eingespart

Er erinnerte noch einmal daran, dass vor der Festlegung auf einen Neubau eine Wirtschaftlichkeitsberechnung stattgefunden habe, nach der die alternative Sanierung des Bürgerspitals ausgeschieden war. Statt der ursprünglich geplanten Holzpelletsheizung habe man sich während der Planungen für den Anschluss ans Waldmünchner Fernwärmenetz entschieden habe. Das Energiekonzept, inklusive Photovoltaikanlage am Dach, führe zu einer Co2-Einsparung von 60 Tonnen pro Jahr, ergänzte er Minister. „Auch das ist ein Zukunftsthema, dem wir uns stellen.“

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