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Statistik

Der Herbst belebt Chams Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote ist im Landkreis auf 1,9 Prozent gesunken. Fachkräfte werden in diversen Branchen dringend gesucht.

Die Arbeitslosigkeit liegt im Landkreis Cham bei 1,9 Prozent. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
Die Arbeitslosigkeit liegt im Landkreis Cham bei 1,9 Prozent. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Cham.„Im Bezirk der Agentur für Arbeit Cham gab es im Oktober 2019 eine erfreuliche Entwicklung bei den Arbeitsmarktdaten: Viel Bewegung in zahlreichen Wirtschaftszweigen und Vollgas im Bauhaupt- und Baunebengewerbe haben zu einer sehr guten Herbstbelebung seit Mitte September geführt. Die Arbeitslosigkeit ging zurück auf 2,0 Prozent, die Landkreisquote liegt bei 1,9 Prozent“, sagt der Chamer Geschäftsstellenleiter Hans-Peter Hausladen.

Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit ging mit dem Beginn des Wintersemesters an den Universitäten und Hochschulen stark zurück, da zahlreiche junge Menschen ein Studium aufgenommen haben.

Es gibt auch Kurzarbeit

„Wermutstropfen sind die fehlenden Fachkräfte in etlichen Berufen und Branchen, was zu einer Belastung für die heimischen Betriebe führt. Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen, die mit Auftragsrückgängen und Kurzarbeit agieren müssen“, führt der Geschäftsstellenleiter aus. Fachkräfte werden dringend gesucht im Metallgewerbe, im Elektrohandwerk und der Elektroindustrie, im Bauhaupt- und Baunebengewerbe, im Verkehrswesen, im Gesundheitssektor sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie bei den Ernährungsberufen.

Ausbildung

Im Landkreis Cham fehlen die Azubis

Betriebe im Landkreis suchen händeringend nach Nachwuchs. Allerdings bleiben die Lehrlinge aus – trotz guter Bezahlung.

„Die Auftragslagen sind überwiegend gut bis sehr gut, bei den Bauunternehmen sind die Auftragsbücher bis Saisonende gefüllt. Leider konnten auch die heuer gemeldeten Ausbildungsstellen nur zum Teil besetzt werden“, berichtet Hausladen. Erfreulich ist, dass der Arbeitsmarkt den Absolventen verschiedener Weiterbildungen im Berichtsmonat sehr gute Anstellungschancen geboten hat. Viele haben sofort eine Beschäftigung gefunden.

Auch das Welcome-Center und die Fachkräfte der Eures-Beratung konnten einige Arbeitsuchende aus der EU, vorwiegend aus der Tschechischen Republik, zu Firmen im Landkreis Cham vermitteln. „Sehr positiv verlaufen auch die Beratungsgespräche hinsichtlich der Qualifizierung von Beschäftigten. Für Weiterbildungsmaßnahmen können die Wintermonate – auch in Kombination mit dem Kurzarbeitergeld oder Saison-Kurzarbeitergeld – sinnvoll genutzt werden“, so Hausladen. Im Oktober waren beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters 1350 Stellen gemeldet, rund 130 Angebote bzw. 10,7 Prozent mehr als im Oktober des vergangenen Jahres.

Im Bezirk der Arbeitsagentur Bad Kötzting waren Mitte Oktober circa 270 Personen arbeitslos gemeldet, rund 20 weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen um knapp 30 bzw. 10,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank von 1,8 Prozent im September auf 1,7 Prozent im Oktober. Vor einem Jahr lag die Quote im Oktober bei 1,5 Prozent.

Wirtschaft

Herbst belebt Lage auf dem Arbeitsmarkt

Vor allem arbeitslose Jugendliche konnten im Landkreis Cham in Arbeit gebracht werden. Die Lage vieler Branchen ist gut.

„Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kötzting herrscht aufgrund der Herbstbelebung eine gute bis sehr gute Arbeitsmarktsituation“, berichtet Hausladen. Für den Rückgang der Arbeitslosigkeit von September auf Oktober sind weitere Einstellungen in verschiedenen Wirtschaftszweigen, der Beginn des Wintersemesters an den Unis und Fachhochschulen und der Start von geförderten Weiterbildungen bzw. Umschulungen ursächlich.

„Mit einer hervorragenden Arbeitslosenquote von 1,7 Prozent und permanentem Fachkräftebedarf in vielen Branchen geht der Geschäftsstellenbezirk Bad Kötzting positiv in das IV. Quartal“, berichtet Hausladen.

„Die Auftragslagen der heimischen Betriebe sind zwar unterschiedlich, überwiegend herrscht aber eine gute bis sehr gute Auftragslage in den arbeitnehmerstärksten Wirtschaftszweigen vor. Fachkräfte sind in zahlreichen Berufen gesucht und sind äußerst rar“, sagt der Geschäftsstellenleiter.

Im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe verfügen die Betriebe über eine sehr gute Auslastung bis Saisonende. Es werden weiter Mitarbeiter gesucht, um die vorhandenen Baumaßnahmen bis Jahresende gut abschließen zu können. In der Holzverarbeitung sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Fachkräfte haben bei Sägewerken und Schreinereien in der Region gute Einstellungschancen. Gleiches gilt für die heimischen Industriebetriebe.

Köche und Servicekräfte gefragt

Die Auslastung der Betriebe des Hotel- und Gaststättengewerbes war insbesondere für Häuser mit Wellnessangeboten auf hohem Niveau. Auch die Berggasthäuser erzielten gute Umsätze. Es ist aktuell und bereits für die Wintersaison eine größere Fachkräftenachfrage zu verzeichnen, insbesondere Köche, Küchenhilfen und Servicekräfte werden dringend gesucht. Im Gegenzug meldeten sich vereinzelt Arbeitnehmer ab Anfang November zum Saisonende arbeitslos – mit einer Einstellungszusage an Weihnachten.

Der Einzelhandel war mit den Umsätzen bzw. Verkaufszahlen zufrieden und stellt sich auf das Weihnachtsgeschäft ein. Offene Stellen konnten meist zeitnah besetzt werden.

Im Gesundheitswesen bleibt der hohe Kräftebedarf in der Pflege stabil. Eine größere Nachfrage besteht zudem für Therapeuten und medizinisches Fachpersonal. Seniorenheime und Ambulante Pflegedienste sind gut, Kliniken zufriedenstellend ausgelastet.

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