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Wirtschaft

Der Hotelroboter begrüßt den Minister

Der humanoide Roboter Pepper macht im Rimbacher Ulrichshof Werbung für das digitale Leben im Landkreis Cham.
Von Andreas May

Roboter Pepper mit (von links) MdL Gerhard Hopp, Landrat Franz Löffler, Staatsminister Franz Josef Pschierer , MdB Karl Holmeier, Hoga-Präsident Andreas Brunner und hinten Hausherr Ulrich Brandl  Foto: Landratsamt
Roboter Pepper mit (von links) MdL Gerhard Hopp, Landrat Franz Löffler, Staatsminister Franz Josef Pschierer , MdB Karl Holmeier, Hoga-Präsident Andreas Brunner und hinten Hausherr Ulrich Brandl Foto: Landratsamt

Cham.Bereits vor Veranstaltungsbeginn waren die zahlreichen Gäste auf dem Rimbacher Ulrichshof erheitert. Anlass für die Zusammenkunft in Zettisch war „Pepper“, ein humanoider Roboter, der am Freitagvormittag auf dem Hof vorgestellt wurde. Das Motto „e3 Digitale Region ohne Grenzen Landkreis Cham“, verwies auf die Orientierung des Landkreises Cham an den digitalen Entwicklungen und andererseits auf die drei wesentlichen Einsatzzwecke digitaler Innovationen wie Pepper: Produktion, Tourismus und Handel. Wichtigster Gast war der bayerische Wirtschaftsminister Franz-Josef Pschierer. Neben Pschierer gaben sich weitere Politiker, aber auch Vertreter aus Hotellerie und Gastronomie die Ehre.

Ein Exemplar von Pepper befindet sich vor dem Eingangsbereich des Bio-Resorts. Er begrüßt die Gäste freundlich und füttert sie mit Informationen. Pepper kann aber noch viel mehr als Wissensweitergabe: Beispielsweise lernt er gerade bayerischen Dialekt – auf menschliche Anleitung versteht sich. Einiges davon gab er am Präsentationstag bereits zum Besten – sehr zur Erheiterung der Gäste.

Er spricht 20 Sprachen

Der Roboter Pepper besitzt vier Mikrofone und zwei Kameras. Er verfügt über einen Abstandssensor, Berührungssensor und spricht mehr als 20 Sprachen. Integriert ist zudem ein Laserscanner, auch Daten können gescannt und gespeichert werden. Foto: May
Der Roboter Pepper besitzt vier Mikrofone und zwei Kameras. Er verfügt über einen Abstandssensor, Berührungssensor und spricht mehr als 20 Sprachen. Integriert ist zudem ein Laserscanner, auch Daten können gescannt und gespeichert werden. Foto: May

Der Roboter besitzt vier Mikrofone und zwei Kameras. Er verfügt über einen Abstandssensor, Berührungssensor und spricht mehr als 20 Sprachen. Integriert ist zudem ein Laserscanner, auch Daten können gescannt und gespeichert werden. Humorvoll wies er die Zuhörer darauf hin, dass diese Fähigkeit selbstverständlich an die neue Datenschutzverordnung angepasst sei. Er kann über zwölf Stunden am Stück den Betrieb aufrechterhalten, erst dann muss er aufgeladen werden.

Landrat Franz Löffler überreicht Wirtschaftsminister Josef Pschierer ein Präsent. Der Landrat erklärte zuvor nicht ohne Stolz, dass mit der Entwicklung des Roboters eine technische Höchstleistung im Landkreis Cham Einzug erhalten hat.  Foto: May
Landrat Franz Löffler überreicht Wirtschaftsminister Josef Pschierer ein Präsent. Der Landrat erklärte zuvor nicht ohne Stolz, dass mit der Entwicklung des Roboters eine technische Höchstleistung im Landkreis Cham Einzug erhalten hat. Foto: May

Allerlei Wissenswertes zum Roboter bekamen die Gäste im hauseigenen Kino, wo sie ein weiterer „Pepper“ erwartete. Landrat Franz Löffler führte ein Interview mit dem innovativen Erzeugnis, die Kommunikationsfähigkeit war erstaunlich. Der Landrat erklärte zuvor nicht ohne Stolz, dass mit der Entwicklung des Roboters eine technische Höchstleistung im Landkreis Cham Einzug erhalten hat. Der seit jeher für seine Innovationsoffenheit bekannte Landkreis erhielt bereits im Jahre 1996 sein erstes Innovationszentrum. Die Etablierung des Technologie Campus in Cham war ein weiterer großer Meilenstein. Heute richtet sich der Blick in die Zukunft: Das Zeitalter der Digitalisierung. In Bezug auf die Robotik erwartet der Landrat eine noch größere Bedeutung.

Bei aller Technik dürfe man nicht vergessen, dass Roboter nie den Menschen ersetzen, sondern ihn nur bei seiner Arbeit unterstützen sollen. Ein Ersatz für das menschliche Schaffen durch Roboter sei für die Zukunft jedoch keineswegs absehbar. Vielmehr sollen sich die Geräte zielgebunden einbringen, vom Einsatz im Pflegebereich bis hin zum Ausbau bereits vorhandener Service-Roboter.

Klaus Schedlbauer stellte mit Nikolaus Brandl die Event-App und Pepper vor. Pepper kann aber noch viel mehr als Wissensweitergabe: Beispielsweise lernt er gerade bayerischen Dialekt – auf menschliche Anleitung versteht sich. Foto: May
Klaus Schedlbauer stellte mit Nikolaus Brandl die Event-App und Pepper vor. Pepper kann aber noch viel mehr als Wissensweitergabe: Beispielsweise lernt er gerade bayerischen Dialekt – auf menschliche Anleitung versteht sich. Foto: May

Dass Pepper der beste auf dem Markt verfügbare Roboter ist, hob Fernarbeiter Tim Schuster hervor. Obwohl sich aus privaten Gründen in der Nähe von Köln befindend, konnte Schuster sein Wissen den Gästen nahezu hautnah vermitteln. Die Telepräsenzrobotik machte es möglich. Mittels Tastatursteuerung bewegte sich Schuster auf einem Monitor über die Bühne: „Die Nutzung über die Ferne wird schon heute in der Medizin oder beim Dolmetschen praktiziert“, so Schuster. Der Fernarbeiter hob auch den Unterhaltungswert für den Nutzer hervor, zudem wirke er keinesfalls bedrohlich. Aktuell arbeite man an Typen, deren Orientierung noch stärker hin zum Kundenwunsch geht.

Einsatz im Ulrichshof

Die Blaskapelle spielte vor Veranstaltungsbeginn dem Hausherrn Ulrich Brandl, Staatsminister Franz Josef Pschierer, Landrat Franz Löffler und Hoga-Präsident Andreas Brunner auf. Roboter Pepper war im Ulrichshof getestet worden. Foto: May
Die Blaskapelle spielte vor Veranstaltungsbeginn dem Hausherrn Ulrich Brandl, Staatsminister Franz Josef Pschierer, Landrat Franz Löffler und Hoga-Präsident Andreas Brunner auf. Roboter Pepper war im Ulrichshof getestet worden. Foto: May

Nikolaus Brandl schilderte den Nutzen von „Pepper“ für den Ulrichshof und seine Gäste. Er soll Leute animieren, an Freizeitaktivitäten teilzunehmen oder hilft bei Orientierungsschwierigkeiten. Hoga-Präsident Andreas Brunner sprach aus der Sicht des Hotel- und Gastronomiegewerbes. Hier sei es wichtig, Technologiefortschritte Stück für Stück in den Alltag einzubauen. Man müsse die künstliche Intelligenz zunächst langsam integrieren und das Gäste-Feedback abwarten. Sowohl der Ulrichshof, als auch der Brunnerhof waren bei einem Testlauf dabei und zogen ein positives Resümee. Pepper sei einfach zu handhaben und eine interessante Begleitung. Zu erwarteten Berührungsängsten kam es nicht – im Gegenteil: Selbst oft eher zurückhaltende ältere Menschen befassten sich nach kurzer Abtastphase intensiv mit dem Roboter.

„Tourismus soll künftig als Leitökonomie für Bayern dienen“, sagte der Minister. Die Dinge müssen endlich auch in Anwendung gebracht werden. Die Digitalisierung müsse sich auf den gesamten Freistaat verteilen und nicht nur in den Metropolregionen voranschreiten. Damit dies gelingt, sei es unerlässlich, den Menschen Ängste vor Digitalem zu nehmen. (cia)

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