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Der „Job“ der Honigbiene

Günther Hofmann ist dem Bienenlehrpfad gefolgt – und hat auch dank Johann Ruhland interessante Entdeckungen gemacht.
Von Günther Hofmann

  • Imker Johann Ruhland gewährt interessante Einblicke in seinem Bienenhäuschen. Fotos: Hofmann
  • Am Abenteuerspielplatz beginnt der Lehrpfad.
  • Wie die Bienen Honig machen - übersichtlich dargestellt

Rötz.„Rettet die Bienen!“ Diese Aussage ist fast allen bekannt seit dem Bürgerbegehren im vergangenen Jahr. Es hat sich seitdem einiges getan. Auch in und um Rötz sind viele Blühwiesen anzutreffen und es wurde auch ein Bienenlehrpfad angelegt.

Es ist ein wunderbarer warmer Maivormittag. Überall mähen die Landwirte und es liegt ein Duft von frischem Gras in der Luft. Aber auch viele andere Düfte werden von den Sinnen wahrgenommen. Ich bin mit dem Fahrrad unterwegs vom Rödelanger zur Schwarzachtalbrücke. Dort entstand vor zwei Jahren ein toller Abenteuerspielplatz, realisiert durch ein Jugendcamp, und als Kooperation der Stadt Rötz und dem Amt für ländliche Entwicklung Oberpfalz. Dieser Erlebnisort wird von den Familien mit Kindern sehr gerne angenommen.

Zwölf Hinweistafeln

Aber dieser Platz ist nicht das Einzige, das gebaut wurde. Entlang der Strecke entstand ein Bienenlehrpfad. Zwei große Schautafeln und insgesamt zwölf Hinweistafeln in Sechseckform bringen das Leben der Bienen den Menschen näher. Und dies ist auch sehr wichtig, denn ohne die Bienen könnten Mensch und Natur nicht existieren.

„Die Honigbiene – kleiner Sammler mit großer Bedeutung“. Diese Überschrift steht auf der ersten großen Schautafel. Dort beginnt auch der Lehrpfad. Auf dieser Dokumentation gibt es einen komplexen Überblick über das Leben einer Honigbiene. In einem Bienenvolk hat jede Arbeiterin ihre spezielle Aufgabe: Die Putzbiene putzt die Waben; Die Ammenbiene pflegt und füttert die Brut; die Stockbiene stellt Honig her; Die Wehrbiene legt Futtervorräte an, entsorgt den Müll und bewacht den Stock; Die Flugbiene sammelt Pollen, Wasser und Nektar; die Baubiene baut die Waben. Herausragend ist die Königin.

Wie entsteht nun eine Königin? Die weiblichen, unfruchtbaren Arbeiterinnen entscheiden, wann eine Königin herangezogen wird. Die Larven werden mit einem speziellen Futtersaft, dem sogenannten Gelée Royale, gefüttert. Dies ist ein Sekret aus den Kopfdrüsen der Arbeiterinnen. Und nur Larven, die bis zum Schlüpfen mit dem Gelée Royale ernährt werden, entwickeln sich zur Königin. Diese legen dann bis zu 2000 Eier pro Tag.

Begibt man sich nun auf den Weg in Richtung Rödelanger, kommt man an insgesamt zwölf Tafeln vorbei, die die Form von sechseckigen Waben haben. Darauf werden einzelne Themen der großen Schautafel noch besser erklärt. So kann man nachlesen, wie groß die Königin, die Arbeiterinnen oder die Drohnen werden, aber auch, dass die weiblichen Bienen im Sommer nur ein Alter von vier bis sechs Wochen erreichen. Stolze fünf Jahre kann die Lebensdauer der Königin sein.

Ein Bienenvolk kann es auf 30 000 bis 50 000 Arbeitsbienen bringen. Sehr Überraschendes kann man auch nachlesen. So sind Bienen etwa für ein Kilogramm Honig rund 150 000 Kilometer unterwegs. Bienen bestäuben auch rund 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen.

Interessant ist, dass Honig mit hohem Traubenzuckergehalt schneller kristallisiert und damit auch schneller fest wird (Rapshonig). Honig mit hohem Fruchtzuckergehalt bleibt länger flüssig (Tannenhonig). Auf der abschließenden Schautafel wird aufgezeigt, wie der Honig hergestellt wird. Ein toller Lehrpfad also mit einfachen Texten und eindrucksvollen Bildern, der für Jung und Alt sehr lehrreich ist.

Etwa 100 Meter Luftlinie entfernt hat der Imker Johann Ruhland seine Bienenhütte aufgestellt. Er war gerade beim Überprüfen, wie weit die Honigwaben schon gefüllt sind. Ausgestattet mit einer Imkerpfeife sah man ihm an, dass die Arbeit mit diesen fleißigen Wesen Spaß macht. Ein Geschmackserlebnis war, als er mir den frischen Honig aus einer Wabe probieren ließ. „Wir sind bis jetzt zufrieden mit dem Frühjahr,“ sagte Ruhland.

Neue Königinnen

Momentan wird der Nektar des Weißdorns und der Kastanie zusammengetragen. Anschließend blüht dann die Linde und der Imker hofft auch auf einen guten Ertrag des Waldhonigs. Zurzeit zieht Johann Ruhland auch wieder neue Königinnen heran. Diese werden mit einem weißen Punkt markiert. Im Vorjahr war die Farbe Grün an der Reihe. Die Markierung ist einheitlich geregelt, damit man das Alter der jeweiligen Königinnen bestimmen kann. Bei der letzten Tafel des Bienenlehrpfades hat Ruhland schon vor einiger Zeit zwei Schaukästen aufgestellt. In diese wird er in den nächsten Tagen wieder Bienen samt Königin einsetzen. Hinter einer Glasscheibe kann man dem Treiben der emsigen Tiere zuschauen. Ein Spaziergang von Rötz zur Schwarzachtalbrücke lohnt sich auf jeden Fall und ist dazu auch noch sehr informativ.

Gut zu wissen

  • Inhalt:

    Imker Johann Ruhland stellte auch zwei Schaukästen auf, die allerlei Wissenswertes rund um die emsigen Tierchen vermitteln.

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