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Region Cham
Samstag, 21. April 2018 25° 3

Kirche

Der Kalvarienberg ist für Ostern bereit

Am Karfreitag steht der Berg für viele Gläubige wieder im Mittelpunkt – das erfordert jedes Jahr auch viele Vorbereitungen.
Von Georg Fleischmann

Maler Reinhard Vogl hat auch kleinste Schäden an den Kreuzwegstationen ausgebessert. Foto: cgf

Cham.Es ist die Zeit vor Ostern. „Kalvarienberg – Kirche“, so ist auf einem Wegweiser unten an der Bürgermeister-Vogel-Straße zu lesen. Hier beginnt der Weg hinauf auf den Chamer Kalvarienberg, langsam ansteigend und später mit vielen Stufen. Nicht wenige Menschen gehen in diesen Tagen langsamen Schrittes hinauf und halten öfters inne, nicht nur um ein stilles Gebet zu verrichten.

Dieses Jahr waren die Kreuzwegstationen an den sechs Sonntagen der Fastenzeit wegen schlechten Wetters weniger besucht als in anderen Jahren. Das tat jedoch den österlichen Vorbereitungen oben auf dem Berg keinen Abbruch. Es hat sich wieder eine kleine Gruppe von Menschen gefunden, die in der Karwoche die Vorbereitung zum höchsten Tag des Kalvarienberges, den Karfreitag, treffen.

Es gibt immer viel zu tun

Den Anfang macht dabei der städtische Bauhof, der immer rechtzeitig mit den Aufräumarbeiten beginnt und beseitigt, was die Stürme des Winters hinterlassen haben. Foto: cgf

Es sind ihnen viele, die sich hier einbringen mit Arbeiten verschiedenster Art. Schon eine Woche vor Ostern, am Palmsonntag, werden die Wege und Pfade rund um die Kirche von Unrat befreit und frisch aufgeschottert. Auch die Grabesgrotte unter der Erde bedarf einer jährlichen Pflege besonderer Art. Die Pflegearbeiten handwerklicher Art hat vor fünf Jahren Reinhard Vogl übernommen. Animiert dazu wurde Reinhard Vogl 2013 durch Günther Stuna, der sich damals um die Grotte kümmerte.

Von Beruf Maler, bringt Reinhard Vogl die notwendigen Kenntnisse für die vielseitigen Arbeiten, die hier anfallen, mit. Auch dieses Jahr hatte er sich wieder viel vorgenommen und mit Farbe und Pinsel so manches vergilbte Mauerwerk neu gestrichen. Doch als gelernter Maler entdeckte Vogl entlang der Kreuzwegstationen auch so manche Schäden, die behoben werden mussten. Das waren vor allem die kleinen Kreuze auf den Granitsäulen der Stationen. Die sind aus Holz und müssen als Schutz vor der Witterung öfters neu gestrichen werden.

Arbeiten bei Minusgraden

Auch der Pfarrmesner von St. Jakob leistet seinen Beitrag. Ihm obliegt die Aufgabe, den Leichnam Christi am Gründonnerstag zur Grabesstätte zurückzubringen. Foto: cgf

Eine Zukunftsaufgabe also für Reinhard Vogl. Und da steht am Kalvarienbergweg, dort wo jedes Kreuzwegbeten beginnt, noch ein Kreuz, das den Maler Vogl besonders interessierte. Diesem Kreuz mit dem gekreuzigten Heiland widmete er besondere Aufmerksamkeit. Nahe an den Minustemperaturen reinigte er den Christus und das Kreuz vollkommen und versah es – soweit notwendig – mit einem neuem Anstrich.

Noch ist aber die Grabesgrotte leer und muss mit „Leben“ erfüllt werden. Dafür sorgte mehr als 40Jahre Günther Stuna mit Blumenschmuck. Als der 2013 gestorben war, übernahm Heidi Bruckbauer, unterstützt von Maria Geiling, der Schwester von Günther Stuna, diese Aufgabe. Ab diesem Jahr hat Maria Geiling eine jüngere Nachfolgerin. Agnes Meier vom Pfarrbüro St. Jakob wird zusammen mit Heidi Bruckbauer für die nächste Zeit diese Aufgabe übernehmen und das heilige Grab mit Blumenschmuck versorgen. Dazu kommen dann noch die vielen Lichter hinter den bunten Glaskugeln, die die notwendige Farbe in die graue Grabesgrotte bringen. Und dann ist noch jemand da, der von Anfang an dabei gewesen ist, und ohne besonderes Aufsehen, jedoch mit viel Liebe zur Sache, all die Vorbereitungen zu Ende führen hilft.

Beginn ist um 4 Uhr morgens

Für die zahlreichen Helfer ist es jedes Jahr die schönste Ehrensache mitzuhelfen, den Berg, der an diesem Tag viele Besucher erwartet, entsprechend vorzubereiten. Foto: cgf

Es ist Heidi Bruckbauer, man darf sie aber einfach „Heidi“ nennen. Seit 22Jahren schon wohnt sie oben im Stadtpark in der idyllischen stillen Klause und verrichtet nicht nur an Ostern all die Pflegearbeiten im und rund um das kleine Kirchlein auf dem Kalvarienberg. Sie ist „verwurzelt“ mit dem Berg, der ihr viel Lebensinhalt gibt. Wenn Heidi Bruckbauer am Karfreitag um 4 Uhr morgens die Tür zur Kirche und zum Heiligen Grab aufsperrt, beginnt damit der Pulsschlag des Karfreitags auf dem Kalvarienberg. Eine Stunde später kommt bereits eine Jugendgruppe aus St. Josef und den ganzen Tag über Gläubige aus der Stadt und dem weiten Umkreis.

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