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Der „Königin der Instrumente“ ganz nah

Edith Pongratz ließ in Schönthal Interessierte an der Faszination Orgel teilhaben. Kirchenmusiker-Nachwuchs ist gesucht.
Von Martin Zangl

Edith Pongratz wusste nicht nur viel über die Geschichte der Schönthaler Orgel, sie gewährte auch einen Blick ins Innere und erlaubte Interessierten, sich selbst einmal im Spielen zu probieren. Foto: wdr
Edith Pongratz wusste nicht nur viel über die Geschichte der Schönthaler Orgel, sie gewährte auch einen Blick ins Innere und erlaubte Interessierten, sich selbst einmal im Spielen zu probieren. Foto: wdr

Schönthal.Sie wird weitläufig als die „Königin der Instrumente“ bezeichnet – die Orgel. Am vergangenen Wochenende bestand über die gesamte Diözese Regensburg verteilt Gelegenheit, das wohl größte und imposanteste Instrument näher kennenzulernen und auch einen Blick ins Innere zu werfen. Edith Pongratz, Leiterin der Kirchenchöre Schönthal und Rötz sowie ausgebildete Kirchenmusikerin, stellte die Schönthaler Kirchenorgel in ihrer Geschichte und ihrem Aufbau vor und gab Einblicke in die Ausbildung zum Organisten und Kirchenmusiker.

Pfarrer Alfons Eder dankte Pongratz für die Bereitschaft, den „Orgel-Schnuppertag“ anzubieten und damit das Interesse an der Kirchenmusik zu wecken. Geschichtlich sind Edith Pongratz zu Folge Orgeln bereits seit der Antike, dem zweiten Jahrhundert vor Christus, bekannt. Der Barock im 17. Jahrhundert und die Zeit der Romantik des 19. Jahrhunderts führten die Entwicklung voran.

Die Kirchenorgel der Pfarrkirche Sankt Michael Schönthal in ihrer jetzigen Form stammt aus dem Jahr 1995. Mit Pfeifen der alten Orgel aus dem Jahr 1910 wurde sie Anfang der 1990er-Jahre neu erbaut und am 12. Februar 1995 feierlich geweiht. Die Kosten beliefen sich auf 370 000 DM. Sie besteht aus insgesamt 18 Registern und 1205 Pfeifen. Die größte Pfeife besitzt eine Länge von 2,40 Metern, die kürzeste gerade einmal elf Millimeter.

Die meisten Pfeifen funktionieren nach dem Prinzip der Blockflöte, die unterschiedlichen Formen der Pfeifen führen zu der Klangvielfalt. Daneben werden die sogenannten „Zungenregister“ als weitere Pfeifenart verwendet. Hier wird ein dünnes Plättchen aus Messing in Schwingung gebracht und führt zu einem leicht schnarrenden Charakter. Für gleichmäßige Strömung sorgt heute ein Ventilator mit Elektromotor. Früher erfolgte dies mit Hilfe eines Blasebalgs, der von den sogenannten Kalkanten getreten wurde. Wie vor rund 300 Jahren wird über ein System mit Zugstangen und Wellen die Schleife betätigt. Sobald ein Register eingeschaltet wird, gelangt Wind durch die Bohrungen in der Schleife. Durch Drücken der Tasten öffnet sich das entsprechende Ventil und die Pfeife klingt.

Mit einem Blick in das geöffnete Orgelgehäuse verdeutlichte Edith Pongratz das faszinierende Zusammenwirken. Wer mochte, durfte am Spieltisch Tasten und Register selbst bedienen. Auch mitgebrachte Klavierstücke konnten für ein erstes Gefühl des Orgelspielens ausprobiert werden.

Anhand ihres Werdeganges stellte Edith Pongratz die Ausbildung zum Organisten oder des Kirchenmusikers näher dar. Von Vorteil sei, vorab Klavier zu erlernen und für die Gehörbildung im Chor zu singen. Bei einem Orgellehrer würde schließlich die Ausbildung erfolgen. Wichtig sei es, zu wissen, dass die Ausbildung zum Kirchenmusiker mehr als nur das Orgelspiel umfasse, sondern unter anderem auch Singen und Sprechen, Tonsatz, Partiturspiel, Musikgeschichte oder die Kunde vom „größten, kühnsten und herrlichsten aller von Menschenhand erschaffenen Instruments“. (wdr)

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