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Vortrag

Der Mann, der mit Haien badete

Wolfgang „Gangerl“ Clemens zeigte in Cham eine beeindruckende Show von seinen Abenteuern in der Südsee.
Von Andreas May

Wolfgang „Gangerl“ Clemens bei seinem Vortrag Foto: May
Wolfgang „Gangerl“ Clemens bei seinem Vortrag Foto: May

Cham.Es gibt wohl kaum einen Ort auf dem Globus, an dem der Rodinger „Seewolf Gangerl“ noch nicht gewesen ist. Im Vortragssaal des Hotels Randsbergerhof hielt der 77-Jährige den Multivisionsvortrag „Zauberhafte Südsee“ und lud die zahlreichen Gäste zu einer Reise durch sein Leben ein.

Wolfgang Clemens ließ nichts aus: Er erzählte von seiner wilden Jugend in Roding, charakterisierte sich selbst als „kleinen Angeber“ mit einer Vorliebe für schnelle Autos. 1975 begann er mit dem Bau seiner eigenen Segeljacht aus Stahl. Es sollte 12,5 Jahre bis ins Jahr 1988 dauern, bis sein Werk fertig wurde. Im Beisein des damaligen Rodinger Bürgermeisters Eduard Bäumel als Taufpaten erfolgte die Einweihung im großen Rahmen.

Wieviel der mittlerweile 77-Jährige in seinem Leben wirklich erlebt hat, zeigte die Vielfalt an Ereignissen, die Clemens bereits vor seinem Vortrag kurz anriss: ein Gefängnisaufenthalt in Griechenland, die Begegnung mit Piraten in der Karibik, Folterung und Abschiebung in Afrika, um nur einige Auszüge zu nennen.

Menschen

Weltenbummler macht Pause in Roding

Wolfgang „Gangerl“ Clemens weil auch nach 30 Jahren Weltreise weiter machen. Er sucht fremde Orte – möglichst ohne Touristen.

Seine erste Reise mit der fertiggestellten Yacht führte den Aussteiger, der in Roding alles verkauft hatte, die Donau entlang. Zu Beginn mit Freundin und einem Yorkshire-Terrier an Board, sollte „Seewolf Gangerl“ über die Jahre hinweg immer wieder unterschiedliche Passagiere an Board haben. Weiter ging es über das Schwarze Meer bis hin zum Mittelmeer. Auf Mallorca ist besonders ein Zwischenfall mit einer norddeutschen Yacht erwähnenswert, als „Gangerl“ als Bayer aufs Übelste beschimpft und mit Eiern beworfen wurde. Die ersten Jahre führten über den Atlantik weiter über die Kanaren, die Karibik oder den Panamakanal in Richtung Südsee. Gangerl zeigte beeindruckende Bilder und Videos von den Ländern, Inseln, Menschen, aber insbesondere der Unterwasserwelt. Neuseeland, Fidschi, Tonga: Diese Destinationen sind nur ein Teil der Länder, die Gangerl in den folgenden Jahren sah. Er erlebte exotische Stämme, Urvölker und blieb auch mal länger auf einer tropischen Insel, ehe ihn wieder die Abenteuerlust packte und es ihn wieder aufs Meer zog.

Nicht nur zu Wasser

  • Ereignisse:

    Wolfgang „Gangerl“ Clemens erlebte in seinen 30 Jahren Aussteigertum derart viel, dass er seinen Vortrag „Zauberhafte Südsee“ auf die ersten zehn Jahre beschränken musste.

  • Zahlen:

    Gangerl machte auch zu Land extreme Sachen: Einer der Höhepunkte war sein Fußmarsch von Kapstadt über den gesamten afrikanischen Kontinent hinweg in seine Heimat Bayern. Dabei legte er 52  000 Kilometer zurück und durchlief 30 Länder.

Der Rodinger kommt auf insgesamt über 6000 Tauchgänge, das Tauchen sei eines seine größten Hobbys überhaupt, erzählte der Weltenbummler fast schon beiläufig. Er badete mit Haien, wurde von gefährlichen Feuerquallen gebissen und erkundete die Inseln der Einheimischen stets auf eigene Faust. Ein Abenteuer jagte das nächste, dabei hatte der Clemens häufiger das Glück, mit dem Leben davongekommen zu sein: „Ich gebe nie auf und werde weitermachen, bis ich umfalle“, zeigte er sich auch hinsichtlich der Zukunft kämpferisch. Seine Abenteuerlust ist ungebremst: So wolle er in den nächsten Jahren über Indonesien und die Südsee gegen den Wind in Richtung Südamerika segeln.

Wer sich ein eigenes Bild vom Leben des „Gangerl“ machen möchte, hat bis mindestens Januardie Gelegenheit dazu. Der Rodinger tourt durch die Oberpfalz, aber auch Teile Nieder- und Oberbayerns. In Cham wiederholt er am 22. November seinen Vortrag.

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