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Leaderprojekt

Der Natur in Roding näherkommen

Am Montag haben die „Natoursinn“-Projekte ihren Segen erhalten – sie bieten besondere Erlebnis- und Lernmöglichkeiten.
Von Christoph Klöckner

Zur Belohnung für ihren Gesang durften die Kinder des Kindergartens gleich eine Runde klettern. Foto: Christoph Klöckner
Zur Belohnung für ihren Gesang durften die Kinder des Kindergartens gleich eine Runde klettern. Foto: Christoph Klöckner

Roding.Künftige Wandertage der Schulen in und um Roding haben seit Montag ganz offiziell neue, attraktive Ziele bekommen: Die vier Leaderprojekte unter dem Dach des „Natoursinns – Umweltbildung aller Sinne im Naturraum am Regen“ haben jetzt ihren Segen für die Nutzung durch Schulen, Vereine oder auch private Gruppen erhalten.

Der Klettergarten am Esper, für den die Grund- und Mittelschule Roding mit Schulleiter Günter Kaniber die Patenschaft übernahm, bietet eine große Kletterlandschaft für Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene. Foto: Christoph Klöckner
Der Klettergarten am Esper, für den die Grund- und Mittelschule Roding mit Schulleiter Günter Kaniber die Patenschaft übernahm, bietet eine große Kletterlandschaft für Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene. Foto: Christoph Klöckner

Gemeinsam mit den Paten, beteiligten Firmen und Vereinen, den Planern sowie den Betreuern des Leader-Projekts besuchten Rodings Bürgermeister Franz Reichold und Pösings Bürgermeister Edmund Roider die vier Stationen am Esper, zwischen Pösing und Oberkreith und in Oberkreith selbst.

Dort segneten Rodings katholischer Stadtpfarrer Holger Kruschina und sein evangelischer Kollege Michael Hinderer das naturnahe Klassenzimmer und wünschten allen vier Stationen viele Besucher mit vielen schönen Erlebnissen. Holger Kruschina betonte, dass dieser Tage tausende junge Menschen auf der Straße seien, um für Klimaschutz und den Schutz der Schöpfung zu demonstrieren.

Nichts ist besser als demonstrieren

Mancher kritisiere das, weil es zur Schulzeit passiere. „Es gibt nichts Besseres, als zu demonstrieren!“, entgegnete der Pfarrer den Kritikern. Wenn das nun zu möglicher „Unzeit“ passiere, sei das nicht die Schuld der jungen Leute, sondern derer, die ihre Klagen bislang nicht gehört hätten. „Der Wille, die Zukunft zu gestalten, hängt auch von Bildung ab“, betonte er.

Pfarrer Michael Hinderer ging auf die Stationen ein und wies darauf hin, dass viele Menschen berichten würden, dass sie sich gerade in der Natur Gott am nächsten fühlten. Unterwegs in Gottes Schöpfung sei man mit allen Sinnen dabei. Für ihn seien Wissenschaft und der Glaube, dass Gott die Natur erschaffen habe, kein Widerspruch.

Wer forsche und entdecke, wie Natur funktioniere, wie alles ineinander greife, der komme ins Staunen, so Hinderer: „Die großen Naturforscher waren alle gläubige Menschen.“ Es sei toll, dass es hier nun Orte gebe, wo man erleben könne, wie Natur funktioniert: „Aus dem Staunen kann dann Dankbarkeit werden“, so der Geistliche.

Auch Bürgermeister Reichold betonte, dass es um die Zukunft gehe, „damit die Welt lebenswert bleibt!“ Er sieht in dem Leaderprojekt eine Möglichkeit, Kinder und Jugendliche für Natur zu begeistern und lud alle ein, die Stationen zu nutzen. Bei der Rundfahrt zu den Stationen war der erste Halt am Esper. Hier wurde ein Teil der 750 000 Euro Gesamtkosten für den „Natoursinn“ – wovon die Stadt 520 000 Euro, die Gemeinde Pösing 30 000 Euro und die EU 200 000 Euro trugen – in den Klettergarten hinter den Stockbahnen investiert.

Die Wassererlebnisplattform an der Brücke am Esper beschäftigt sich mit viel Erläuterungen rund ums Wasser und hat einige Erlebnisstationen. Hier hat der Kindergarten Mitterdorf die Patenschaft inne.  Foto: Christoph Klöckner
Die Wassererlebnisplattform an der Brücke am Esper beschäftigt sich mit viel Erläuterungen rund ums Wasser und hat einige Erlebnisstationen. Hier hat der Kindergarten Mitterdorf die Patenschaft inne. Foto: Christoph Klöckner

Der Kindergarten Mitterdorf sang hier das Lied von den zehn kleinen Kletterkindern – und zeigte der Gruppe im Anschluss, wie viel Spaß Klettern machen kann. Franz Reichold bat darum, die Anlagen nicht zu beschmieren oder kaputt zu machen – „das ist unser aller Geld!“

Als Pate der Station begrüßte er den Rektor der Grund- und Mittelschule, Günter Kaniber. Die Paten sind vor allem dazu da, für die Stationen zu werben und sie selbst zu nutzen. Das werde man tun, so Kaniber – für Wandertage sei das ein tolles Ziel.

Promenade wird gut genutzt

„Halli, hallo, ich bin ein Wasserkind“, hieß es an der nächsten Station von den Kindergartenkindern, der Kneipp- und Wassererlebnisplattform an der Brücke am Esper – wobei Kneippen wohl nur in der richtigen Jahreszeit möglich ist, wenn der Regen höher steht. Hier unterzeichnete Nadine Reichold für den Kindergarten die Patenschaft.

Die Investitionen am Esper hätten sich gelohnt, resümierte Bürgermeister Reichold. Die Uferpromenade mit dem großen Kinderspielplatz werde überaus gut genutzt. Da alles gut gepflegt werde, gebe es hier kaum Vandalismus. Mit dem Bus fuhr die Gruppe schließlich zum Naturerlebnispfad nach Pösing.

Der Lehrpfad zwischen Pösing und Oberkreith über zwei Kilometer – hier ist der Kindergarten Pösing Pate – bietet an sechs Stationen kindgerecht aufbereitet Wissenswertes und Interessantes rund um den Wald und die Tiere, die ihn bewohnen.  Foto: Christoph Klöckner
Der Lehrpfad zwischen Pösing und Oberkreith über zwei Kilometer – hier ist der Kindergarten Pösing Pate – bietet an sechs Stationen kindgerecht aufbereitet Wissenswertes und Interessantes rund um den Wald und die Tiere, die ihn bewohnen. Foto: Christoph Klöckner

Hier ist auf zwei Kilometern entlang des Waldes ein Erlebnispfad gebaut worden, der an sechs Stationen Wissen vermittelt und zum Mitmachen einlädt. Bürgermeister Roider betonte, dass das Projekt und die Kooperation seiner Gemeinde mit der Stadt gelungen seien.

Der Weg sei wohl früher vor 150 Jahren angelegt worden, um Material für den Bahnbau zu transportieren. „Hier gilt es, die Natur zu genießen!“, so Roider. Er dankte dem Waldbesitzer Thomas Kerscher für das Entgegenkommen beim Bau. Vor Ort wartete der Kindergarten Pösing, der ein Lied dabei hatte, und für den Simone Bucher die Patenschaftsurkunde gegenzeichnete.

Der Höhepunkt des „Natoursinn“-Leader-Projekts ist das naturnahe Klassenzimmer in Oberkreith am Schützenhaus. Hier warten Mikroskope, Koffer mit Informationen rund um Tiere und Pfanzen, um Windkraft und Photovoltaik auf junge und ältere Forscher.  Foto: Christoph Klöckner
Der Höhepunkt des „Natoursinn“-Leader-Projekts ist das naturnahe Klassenzimmer in Oberkreith am Schützenhaus. Hier warten Mikroskope, Koffer mit Informationen rund um Tiere und Pfanzen, um Windkraft und Photovoltaik auf junge und ältere Forscher. Foto: Christoph Klöckner

Fürs naturnahe Klassenzimmer am Ende des Weges, das in Oberkreith beim Schützenhaus der Waldeslust-Schützen steht und von diesen auch als Vereinsheim genutzt wird, unterschrieb Christine Schreiner für die Grundschule Mitterdorf die Patenschaftsurkunde.

Alfred Wittmann, Stadtrat und Waldeslust-Schütze, kümmert sich künftig um die Organisation rund ums naturnahe Klassenzimmer. Wer es nutzen will, soll sich bei ihm oder der Stadt melden. Es stehe allen offen, die interessiert seien, so Bürgermeister Franz Reichold.

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