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Glaube

Der Pater feiert wie zu Hause

Pfarrer Dr. Peter Chettaniyi hält zu seinem Priesterjubiläum in Grafenwiesen einen syro-malabarischen Festgottesdienst.
Heinz Pletl

Pater Thomas bei seinem Vortrag Foto: Heinz Pletl
Pater Thomas bei seinem Vortrag Foto: Heinz Pletl

Grafenwiesen.Pfarrer Dr. Peter Chettaniyil feiert am 22. September sein silbernes Priesterjubiläum in Grafenwiesen. Den Höhepunkt wird der Festgottesdienst um 16 Uhr in der Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit erreichen, der im syro-malabarischen Ritus geplant ist.

Zuletzt referierte auf Einladung von Pfarrer Peter zur Einführung Kurs-Kollege Pater Thomas Saju von der Pfarrei Sulzbach-Rosenberg zum Thema „Der syro-malabarische Gottesdienst“. Pater Thomas freute sich, gemeinsam mit den Gläubigen in der Kirche Grafenwiesen Eucharistie feiern zu dürfen, es sei ein Geschenk Gottes. Unter den Zuhörern waren auch Monsignore Pfarrer Dr. Johann Tauer, Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl aus Furth im Wald und Diakon Thomas Bauer aus Zenching. Zunächst erörterte der Referent ausführlich die Geschichte, wonach die Wurzeln der syro-malabarischen Kirche auf den Apostel Thomas (ungläubiger Thomas) zurückgehen, der im Jahre 53 nach Indien kam, entlang der Küste reiste und schließlich Malabar erreichte, den heutigen Bundesstaat Kerala. Er gründete dort christliche Kirchen, die ihn als Gründer betrachten und sich als Thomaschristen bezeichnen. In Indien gilt der Apostel Thomas als Vater des Glaubens, der Segen für Indien gesät hat.

Anhand der Landkarte verwies der Referent auf die Größe Indiens; deswegen trägt das Land den Namen „Subkontinent“, der über 1,3 Milliarden Einwohner zählt. In Kerala mit 33,4 Millionen Einwohnern leben 55 Prozent Hindus, 27 Prozent Muslime und etwa 20 Prozent Christen.

Bemerkenswert ist laut Pater Thomas die Tatsache, dass Mitte des 16. Jahrhunderts ein jesuitischer Missionar mit auf den Spuren nach neuen Handelswegen suchenden Portugiesen nach Indien kam und überraschender Weise dort eine christliche Gemeinde vorfand. Obwohl beide Seiten erfreut waren, Christen in Indien vorzufinden, begann die Zeit der Fremdbestimmung und der gewaltsamen Latinisierung, worauf sich die indische Kirche in mehrere Gruppen aufspaltete.

Ein großer Teil der Thomaschristen kehrte zur römischen Kirche zurück und wurde zur heutigen syro-malabarischen Kirche. Sie hat weltweit etwa 3,8 Millionen Mitglieder in 2800 Gemeinden, 26 Diözesen und vier Erzdiözesen. Ihr gehören 6600 Priester, davon 3600 Ordenspriester an. Es gibt 39 Institute geweihten Lebens und Gesellschaften apostolischen Lebens syro-malabarichen Ursprungs für Männer und neun für Frauen, mit über 34000 Mitgliedern, außerdem 2200 Seminaristen in 45 Seminaren. (khp)

Syro-Malabarisch

  • Name:

    Wie Pater Thomas weiter ausführte, ist der Begriff „syro-mala barisch“ eine Kombination aus den beiden Wörtern. Kerala ist heute bekannt als Malabar. Die liturgische Sprache war das Syrische und wird in Malabar gefeiert; darin hat die Bezeichnung „syro-malabarisch“ seinen Ursprung.

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