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Kirche

Der Pfarrer, der Kranken hilft

Pater Wolfgang Jungmayr feiert 25-jähriges Priesterjubiläum. Er ist als Krankenhausseelsorger in den Sana-Kliniken tätig.
Von Claudia Peinelt

Pater Wolfgang Jungmayr feiert sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Fotos: cci
Pater Wolfgang Jungmayr feiert sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Fotos: cci

Cham.Ein fröhlicher, voller Elan sprühender Mann steht vor dem Geistlichen Zentrum in Cham. Das Handy ist sein ständiger Begleiter, ebenso sein Terminkalender. Als Krankenhausseelsorger kann er jederzeit zu einem Sterbenden gerufen werden. Er liebt seine Arbeit. Die Bandbreite an verschiedenen Menschen und vor allem an verschiedenen Situationen fordert den 56-jährigen immer wieder aufs Neue heraus. 14 Jahre lang ist er nun schon in der Krankenhausseelsorge tätig. „An die 2500 Sterbende habe ich schon begleitet. Alleine in Cham waren es in den vergangenen drei Jahren an die 500 Menschen“, erzählt er. Aber es ist nicht nur der Tod, den er hier immer wieder erfährt. Es sind die vielen 1000 Menschen, die vom Krankenhaus wieder nach Hause gehen und ihn bei Begegnungen auf der Straße freundlich und mit einem Lächeln grüßen.

Das mit dem Abschied nehmen ist auch so eine Sache. Verschiedene Tätigkeitsorte kann er bereits nennen. Immer wieder heißt es dort dann auch Abschied nehmen und an einem anderen Ort den Glauben mit den Menschen leben. Das bedeutet für den sympathischen Geistlichen: Menschen kennenlernen, mit ihnen zusammenarbeiten und dann wieder Abschied nehmen. Nicht immer einfach, aber sehr abwechslungsreich.

Vita: Geboren wurde Pater Wolfgang Jungmayr 1962 in Wippemham in Oberösterreich. 1985 ist er bei den Redemptoristen eingetreten, anschließend Theologiestudium in Innsbruck mit Abschluß zum Magister der Theologie. Diplomarbeit:“ Die Kompetenz des Krankenhausseelsorgers“. Am 13.Juni 1993 hatte er Priesterweihe durch Bischof Kevin Dowling. Fotos: cci
Vita: Geboren wurde Pater Wolfgang Jungmayr 1962 in Wippemham in Oberösterreich. 1985 ist er bei den Redemptoristen eingetreten, anschließend Theologiestudium in Innsbruck mit Abschluß zum Magister der Theologie. Diplomarbeit:“ Die Kompetenz des Krankenhausseelsorgers“. Am 13.Juni 1993 hatte er Priesterweihe durch Bischof Kevin Dowling. Fotos: cci

Der aus Oberösterreich stammende Geistliche hat eigentlich erst einmal Chemie studiert. Die ersten Kontakte mit den Redemptoristen knüpfte er bei den Jugendmessen. Ein ehemaliger Schulkamerad aus seiner Parallelklasse ist damals bei den Redemptoristen eingetreten. Ihn hat er schließlich bei seinen Besuchen in den Messen wieder getroffen. Den ersten Gedanken, ob er bei den Redemporisten eintreten sollte, hatte er bei einem Kindersommerlager. Dort war Jungmayr als Begleiter dabei. „Ich stellte damals fest, dass mir der Umgang mit Kindern und Erwachsenen viel besser gefiel und mir viel mehr gab, als mein Chemiestudium.“

Und so wechselte er ins Theologiestudium. „Meine Patentante meinte damals schon, ob ich nicht Pfarrer werden wollte“, erzählt er. Auf die Frage, ob ihm irgendwann mal Gedanken gekommen seien, dass es doch nicht die Berufung schlechthin sei, antwortet er mit einem „Nein“.

Ein Hausmeistertyp

Freilich hat er während seines Studiums überlegt, ob er Bruder oder Pater werden sollte. „Ich bin halt schon so ein Hausmeistertyp und tüftle gerne mal mit dem Elektrischen rum“. Diese Gedanken kamen ihm immer wieder , wenns im Studium zäh ging. Und auch vor den Ewigen Gelübden hat er überlegt, ob es richtig oder falsch sei. „Ich denke, das sind die gleichen Gedanken, die man auch vor einer Hochzeit hat“, meint er und lächelt dabei.

In Wippemham ist er mit sechs Geschwistern aufgewachsen und war schon recht zeitig Ministrant. „Und da hab ich immer schon mal gesagt, dass ich ein Pfarrer werden möchte, der auch heiraten darf“. Seine Mama Marianne ist mittlerweile 90 Jahre alt und sein Papa Walter 83 Jahre. Als die Eltern damals von Wolfgang erfuhren, dass er ins Kloster eintreten will, war die erste Reaktion seines Vaters: „I finds ja gut, dass du Priester werden wills, aber musst du gleich in ein Kloster gehen?“ Als sein Vater jedoch die Mitbrüder von Wolfgang kennen gelernt hatte, verstand er, warum sein Sohn in diesen Orden eintreten wollte.

Seelsorge: Kaplan war er fünf Jahre. Sieben Jahre Mitglied der Ausbildungskommunität in Würzburg, Klinikseelsorger Uniklinik Würzburg, anschließend klinische Seelsorgeausbildung in Heidelberg. Sechs Jahre in Projekten der Glaubensmission, Glaubensweg, Gemeindeerneuerung in Österreich und Bayern; vier Jahre Krankenhausseelsorger an der Uniklinik Innsbruck. Seit 2015 Krankenhausseelsorger in Cham. Fotos: cci
Seelsorge: Kaplan war er fünf Jahre. Sieben Jahre Mitglied der Ausbildungskommunität in Würzburg, Klinikseelsorger Uniklinik Würzburg, anschließend klinische Seelsorgeausbildung in Heidelberg. Sechs Jahre in Projekten der Glaubensmission, Glaubensweg, Gemeindeerneuerung in Österreich und Bayern; vier Jahre Krankenhausseelsorger an der Uniklinik Innsbruck. Seit 2015 Krankenhausseelsorger in Cham. Fotos: cci

Während des Gesprächs läutet sein Diensthandy. Ein Patient der Medbo möchte einen Gesprächstermin mit dem Pater ausmachen. Sehr gerne ist er dazu bereit und macht einen Termin für den Nachmittag aus. „Es ist nicht nur der Kontakt mit den Patienten, der es ausmacht. Die vielen, zum Teil äußerst unkomplizierten Kontakte mit den Ärzten, Personal und den Angehörigen schätzt Pater Wolfgang Jungmayr sehr. Natürlich ist der Dienst, der eine 24-stündige Bereitschaft für den Geistlichen bedeutet, eine ganz besondere Herausforderung. Besonders dankbar ist hier Jungmayr seinen Mitbrüdern Pater Götz und Pater Renju. Sie ermöglichen ihm, dass er ab und zu auch einen Tag hat, der Jungmayr frei von allen Aufgaben macht. „Einer meiner größten Wünsche ist, dass diese Zusammenarbeit weiter so möglich bleibt. Denn jeder braucht einmal eine Zeit, um frei zu sein.“

„Ich bin kein typischer Pfarrer“

Jungmayr hat bereits am vergangenen Wochenende in seiner Heimatpfarrei sein Jubiläum gefeiert. Er erinnert sich noch ganz genau daran, dass alle in seinem Dorf bei seiner Priesterweihe auf den Füßen waren. Und damit all diese Menschen nicht nach Cham fahren mussten, fuhr er am Wochenende zu ihnen. „Und es war ein wunderschöner Gottesdienst und eine sehr schöne Feier“. 1993 wurde er zum Priester geweiht. „Ich bin kein typischer Pfarrer“, so Jungmayr. In eine Pfarrei kommen, sich in der Pfarrei eingewöhnen und dann 15 Jahre dort bei den gleichen Menschen tätig sein – „das wäre einfach nichts für mich“, wie er sagt.

Doch auch bei den Redemptoristen muss er damit rechnen, dass er wieder in ein anderes Haus, mit anderen Aufgaben, versetzt werden kann. Alle vier Jahre stehen hier Umstrukturierungen an. „Es kann natürlich auch sein, dass ich eine zweite Periode hier bleiben kann“, erklärt er. Und ja, es würde ihm gefallen. Ganz besonders, da er zusammen mit einem Team einen neuen Besuchsdienst für das Krankenhaus ins Leben gerufen hat. Und der beginnt jetzt schön langsam, sich zu integrieren. „Dies bedeutet, dass meine Arbeit etwas entzerrt wird“.

Jetzt freut sich Pater Wolfgang Jungmayr erstmal auf den Sonntag, an dem sein ehemaliger Primizprediger Pater Hans Hütter zu seinem Jubiläum um 10 Uhr in der Maria Hilf Kirche predigen wird. Anschließend wird im Klostergarten das traditionelle Klosterfest gefeiert, egal bei welchem Wetter.

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