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Der Plan der Chamer Realschulen geht auf

Bei den Maristen und den Gerhardingern fanden die ersten Abschlussprüfungen statt. Der Bau am Schulberg liegt im Zeitplan.
Von Claudia Peinelt

Eine von insgesamt zwei freitragenden Alutreppen zeigt, wie viel Material aufgewendet werden muss.  Foto: Josef Kerscher
Eine von insgesamt zwei freitragenden Alutreppen zeigt, wie viel Material aufgewendet werden muss. Foto: Josef Kerscher

Cham.Beim Eingang steht eine große Flasche Desinfektionsmittel. Die Sonne erhellt die Pausenhalle der Gerhardinger Schule, sonst herrscht fast schon gespenstische Stille. Am Montagmittag hatten Schulleiter Josef Maier und die beiden Konrektoren Christian Haringer und Johannes Dieckmann zu einem Pressegespräch eingeladen. Es laufe alles ziemlich ruhig und diszipliniert in der zweiten Schulwoche ab, erklärte Dieckmann.

Die kleineren Klassen hätten hier einen großen Vorteil, da Abstandsregelungen so leichter und ohne Aufteilung einzuhalten wären. Bei einem kurzen Besuch im Klassenzimmer der 10a, erzählten die Jugendlichen, dass sie ihre Mitschüler zwar vermissen würden. Doch die geringe Schülerzahl habe auch ihre Vorteile. „Man passt besser auf und kommt öfter dran. Es ist schon ruhiger während des Unterrichts“, erzählt eine junge Dame in der ersten Reihe. Die neun Schüler der 10a sind erstmal froh, dass der mündliche Englisch- Test am Vormittag gut gelaufen ist. Bis zur nächsten Prüfung am 1. Juli ist noch etwas Zeit.

Namensstreit

Chams „Marien-Realschüler“ hoffen weiter

Der Wunsch nach der „Gerhardinger-Maristen-Realschule“ blieb unerfüllt. Nun hoffen alle, dass der Vorplatz den Namen trägt.

Von der Tafel zum Computer

Die neun jungen Damen aus der Klasse 10 a hatten am Montag ihre erste Abschlussprüfung mit Speaking-Test.  Foto: Claudia Peinelt
Die neun jungen Damen aus der Klasse 10 a hatten am Montag ihre erste Abschlussprüfung mit Speaking-Test. Foto: Claudia Peinelt

Von Vorteil sehen sowohl der Schulleiter, als auch die beiden Konrektoren, dass an beiden Schulen bereits lange vor der Pandemie ein umfassender, digitaler Plan umgesetzt wurde. Der virtuelle Schulmanager „online“ sei bereits ein Jahr vorher genutzt worden – das habe sich nun ausgezahlt. Die Plattform sei zu einem Austauschplatz für Schüler, Eltern und Lehrer geworden. „Es kamen immer sehr gute Rückmeldungen“, sagt Christian Haringer, Konrektor bei den Maristen. In den Osterferien habe man das Modul „Lernen“ hinzugefügt.

Hier könne man Dateien mit einem Video versenden: Dadurch übermittelten Schüler anschließend ihre Rücksendung. .„Da es fast wie WhatsApp aufgebaut ist, war dieses Modul dann auch sehr leicht zu bedienen“, erklärt Schulleiter Josef Maier. Damit sollen Krankmeldungen versendet werden, auch die Wahlpflichtfächer würden über dieses Programm stattfinden. „Ja, so schnell kann von der Tafel auf den Computer umgestellt werden“, sagt Maier. Die drei Verantwortlichen sind sich jedoch einig, dass nach dieser besonderen Zeit wieder das persönliche Gespräch im Vordergrund stehen soll. Elternabende, Tag der offenen Tür und andere Veranstaltungen seien von Angesicht zu Angesicht wesentlich persönlicher und direkter möglich – trotz der Vorteile von Homeschooling.

Bildung

Bloß nicht noch mehr Stress

Am ersten Corona-Schultag geht es für Kötztinger Schulleiter darum, die Zusatzbelastung für Prüfungsklassen klein zu halten.

Besonders die Schülerinnen hätten sich zu Beginn des Homeschoolings großen Druck gemacht. Darum sei über dieses Programm auch ein Elternbrief zugestellt worden. „Niemand ist irgendeiner Gefahr ausgesetzt, wenn man mal keine Hausaufgaben gemacht hat“, so Dieckmann. „Obwohl ich bei den Maristen feststellen musste, dass hier Jungs online wesentlich mehr Hausaufgaben machten und zum Teil plötzlich aktiver sind als im Unterricht“, sagte Haringer. Auch die Lehrerkonferenz nach den Osterferien sei online abgelaufen. Für Maier und seine Lehrerkollegen sei das eine erfolgreiche neue Erfahrung gewesen. Für die Schüler der sechsten Klassen würden momentan Informationen für die Ausbildungsrichtung im nächsten Schuljahr bereitgestellt.

Lektüre über „Zoom“ lesen

In einem virtuellen Rundgang führen die beiden Realschulen die Mädchen und Jungen der vierten Grundschulklasse durch die Schulräume. Da der Tag der offenen Tür ausfallen müsse, könnten sich Interessenten hier auf der Homepage durch das Schulgebäude führen lassen. Johannes Dieckmann werde auf der Plattform „Zoom“ mit seinen Schülern aus den siebten Klassen jetzt bald eine Lektüre lesen, die gerade noch besorgt würde: „Da bin ich schon selber sehr gespannt, wie das werden wird“.

Corona-Krise

Rodings Schulstart mit Maske und Abstand

Maskiert, umgeben von Sicherheitsregeln und Desinfektionsspray haben die ersten Schüler wieder die beiden Schulen besucht.

Lehrerkonferenzen, virtueller Tag der offenen Tür, online Blätterkataloge und Krankmeldungen – das hatte sich zum Schulbeginn im September niemand so vorgestellt: „Eigentlich wurden wir zu diesem digitalen Weg gezwungen, was aber gar nicht so verkehrt war. Manchmal braucht man einfach nur etwas, was einem dazu anschiebt“, sagt Dieckmann.

Das Logo

  • Auftrag:

    Frank Design aus Steinberg am See soll es mit seinem Team grafisch umsetzen. Schüler, Mitarbeitervertreter, Kunstlehrer und Schulleitung sollen dabei auch Mitspracherecht haben.

  • Hintergrund:

    Das Logo soll die beiden Orden, Jungen und Mädchen, Jung und Alt, Alt und Neu und einen kirchlichen Hintergrund beinhalten, bei all dem jedoch nicht zu altbacken erscheinen.

Telefonisch oder per Mail könnten Eltern Unterlagen für die Anmeldung an den Schulen anfordern. „Dann verschicken wir einen dicken Brief, und es kann natürlich jederzeit telefonisch beraten werden“, erklärt Konrektor Haringer. Neu werden im nächsten Schuljahr die Wählfächer Roboting und Reiten sein. Bereits ab der 5. Klasse soll es IT als Pflichtfach geben. Was den Coronaschutz an den Realschulen betreffe, sei alles gut vorbereitet. „Für die Lehrerpulte wurde jetzt noch ein Spuckschutz bestellt. Da die Nachfrage hierfür jedoch sehr hoch ist, dauert die Lieferung noch etwas“, sagt Maier.

Corona-Schutz gut vorbereitet

Mündliche Tests finden mit Mundschutz statt. Foto: Christian Haringer
Mündliche Tests finden mit Mundschutz statt. Foto: Christian Haringer

Momentan hielten sich bei den Maristen drei zehnte Klassen, verteilt auf drei Stockwerke, auf. Bei den Gerhardingern seien vier zehnte Klassen im Unterricht, die man über das Schulhaus verteilt habe. „Sobald die Schüler auf ihren Plätzen sitzen, können sie ihre Mund-Nasen-Maske abnehmen. Hier wird auch die Brotzeit eingenommen“, sagt Dieckmann. Auch für die Lehrer ist die Situation eine Herausforderung. Sollten nächste Woche die Neuntklässler hinzustoßen, müssten die Lehrer wohl aufteilt werden.

Was die Baustelle der Maristen am Schulberg betreffe, habe die Krise so gut wie keine Auswirkungen, sagt Haringer. Das neue Schuljahr soll dann schon in der Marienrealschule beginnen – das hoffen Maier, Haringer und Dieckmann. Das Studienheim habe gerade das neue Dach bekommen, der Rohbau stehe , alle Baubesprechungen fänden online statt. Eine knifflige Aufgabe habe Frank Design in Steinberg am See. Sein Team sei für ein neues Logo zuständig. Maier sagt: „Es ist nicht einfach, die Begeisterung von Schülern und Erwachsenen unter einen Hut zu bekommen.“

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