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Der Regiomarkt in Eschlkam ist fertig

Das neue Raiffeisen-Projekt in Eschlkam startet im kleinen Kreis. 60 Prozent der Produkte des Marktes sind aus dem Landkreis.
Von Isolde Kerschbaumer-Klonowski

Eine alte, hölzerne Kartoffeltruhe verleiht dem neuen Laden urigen Charme. Fotos: Viktor Kerschbaumer
Eine alte, hölzerne Kartoffeltruhe verleiht dem neuen Laden urigen Charme. Fotos: Viktor Kerschbaumer

Eschlkam.Eigentlich hätte alles ganz anders aussehen sollen. Sonnenschein, blauer Himmel und ein buntes, dichtes Menschen-Getümmel von Alt und Jung am ersten Maiwochenende in diesem Jahr – so hatten sich die Organisatoren den „Tag der offenen Tür“ zur Eröffnung des Raiffeisen-Regiomarktes in Eschlkam vorgestellt. Aber wie so oft hatte die Corona-Krise es anders bestimmt.

Trotzdem lud Roland Altmann, der Leiter des Warengeschäfts der hiesigen Raiffeisen-Fachmärkte, am Freitagvormittag zur Eröffnung und Einweihung nach Eschlkam ein. Selbstverständlich aber nur im kleinen Rahmen. Die ersten, wenigen Besucher konnten sich einen Einblick verschaffen, was sich alles getan hatte seit Ende der Rohbau-Arbeiten Mitte Februar.

Ware kommt aus der Heimat

Eröffnung durch Bürgermeister Florian Neppl  Fotos: Viktor Kerschbaumer
Eröffnung durch Bürgermeister Florian Neppl Fotos: Viktor Kerschbaumer

Boden und Regale in warmen Holzfarbtönen, die Waren sorgsam eingeräumt, präsentiert und ausgeleuchtet, als Hingucker ein Bauerntisch und eine hölzerne Kartoffeltruhe und mittendrin ein „Ruheplatzerl“ – das bestimmt das Ambiente in dem neuen Regiomarkt. Zu kaufen gibt es Fleisch- und Wurstwaren aus der Marktgemeinde, ebenso Honig aus der Region, Mehlsorten aus der Chamerauer Mühle und vieles mehr.

Roland Altmann ergriff das Wort und begrüßte die Anwesenden: Florian Neppl, den neuen Bürgermeister der Marktgemeinde, Pfarrer Ries, der die Einweihung vornehmen wird, Michael Schütz, den Aufsichtsrats-vorsitzenden der Volks- und Raiffeisenbank sowie dessen Vorstandskollegen Franz Wellisch und Harald Eisenreich und das Mitarbeiterteam, das für die Warenpräsentation gesorgt hat. „Den Standort und die Region stärken“ – das war der Grundgedanke der Planung, die ab 2018 Gestalt annahm, sagte Roland Altmann. In ganz Bayern wurden Märkte unter die Lupe genommen, um Anregungen zu gewinnen und so eine gute Lösung zu finden. Schließlich hatte man sich entschieden, zugunsten des neuen Regiomarktes auf 40 Prozent des Baumarktsortiments zu verzichten.

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Dafür wurde auch ordentlich Geld in die Hand genommen. Vom Gesamtinvestitions-Volumen von 200000 Euro des Eschlkamer Fachmarkts flossen rund 170000 Euro in das neue Projekt. Ab September werden die Kunden von neun Angestellten betreut, insgesamt bieten Bank und Raiffeisen-Fachmärkte im Hohenbogenwinkel Arbeitsplätze für über 90 Mitarbeiter.

Roland Altmann Fotos: Viktor Kerschbaumer
Roland Altmann Fotos: Viktor Kerschbaumer

Mehr als 50 Lieferanten konnte Roland Altmann inzwischen für den Regiomarkt gewinnen, 60 Prozent davon sind in der näheren Umgebung oder im Landkreis Cham ansässig, der Rest in sonstigen Regionen Bayerns. Auch Franz Wellisch, der Vorstandsvorsitzende der Volks- und Raiffeisenbank, bedauerte den kleinen Rahmen, der zwangsweise für die Eröffnung des gelungenen Bauwerks gewählt werden musste. Dennoch sah er auch die Chance in der Corona-Krise: die Rückbesinnung auf das Normale und Regionale, ein Gedanke, der dem Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen aus der Sicht Wellischs sicher gefallen hätte, denn er passe zu dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“, die das Wesen der landwirtschaftlichen Genossenschaften geprägt habe. Regional erzeugte Lebensmittel von guter Qualität und mit kurzen Lieferwegen anstelle exotischer Waren, die rund um den Globus transportiert werden müssen – das sei die zeitgemäße Antwort auf die Corona-Krise.

Bürgermeister ist zufrieden

Michael Schütz, der Aufsichtsratsvorsitzende der Volks- und Raiffeisenbank, griff diesen Gedanken in seinem Grußwort auf: Corona unterstütze eine neue Nachdenklichkeit. Schütz sieht den Eschlkamer Fachmarkt durch die Erweiterung um den neuen Regiomarkt auf einem guten, zukunftsorientierten Weg.

Die Entstehung

  • Idee:

    Schon vor vier Jahren gab es erste Überlegungen der Raiffeisen, den Eschlkamer Fachmarkt zu erweitern. Der Gedanke war nach eigenen Angaben von Beginn an, ein regionales Sortiment zu führen. Das zusätzliche Angebot soll die Standorte der Märkte sichern.

  • Bauarbeiten:

    Anfang Januar begann der Umbau, im Februar waren die Rohbauarbeiten abgeschlossen. Die für Anfang Mai angesetzte, offizielle Eröffnung wurde wegen Corona verschoben.

Auch Bürgermeister Florian Neppl sieht in dem neu errichteten Markt eine Bereicherung für Eschlkam und ist zuversichtlich, dass der Regiomarkt auch von der Bürgerschaft gut und gerne angenommen wird. „Das ist mein schönster Termin in diesen ersten 14 Amtstagen“ freut sich der neu gewählte Bürgermeister und schneidet symbolisch ein grünes Band durch. Der Markt ist eröffnet.

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Das besiegelte Pfarrer Ries mit einer Weihe des Marktes. Er erinnert sich, dass er ganz zu Beginn seiner Amtszeit, im Dezember 2003, den damals neu errichteten Raiffeisen-Fachmarkt eingeweiht hatte. „Aber die Segnung eines Marktes während einer Pandemie – das habe ich in meiner Amtszeit noch nicht erlebt.“ Er wünschte dem neuen Markt, dass er die Lebensqualität am Ort stärken und zu einer Begegnungsstätte werden möge. (ker)

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