MyMz
Anzeige

Unternehmen

Der Rodinger Holzweg zum Klimaschutz

Die Firma Gruber sieht viel Zukunft für Holz im Mehrgeschoss- und großen Objektbau. Der Standort Altenkreith soll wachsen.
Von Christoph Klöckner

Jedes Teil findet später seinen Platz, ob Dach, Innen- oder Außenwände oder Decken. Ihr künftiges Heim bereits in Einzelteilen in Altenkreith besuchen zu können, begeistere die Hausherren und ihre Familien, sagt Stefan Bauer, Schreinermeister und in Leitungsfunktion bei Gruber. Foto: Christoph Klöckner
Jedes Teil findet später seinen Platz, ob Dach, Innen- oder Außenwände oder Decken. Ihr künftiges Heim bereits in Einzelteilen in Altenkreith besuchen zu können, begeistere die Hausherren und ihre Familien, sagt Stefan Bauer, Schreinermeister und in Leitungsfunktion bei Gruber. Foto: Christoph Klöckner

Roding.Der Firmenchef steht in seinem Geburtstagsgeschenk und schwärmt vor allem für das, woraus es ist – fürs Holz. Gerhard Gruber, am Dienstag gerade 58 Jahre alt geworden, hat sich das schmucke Geschenk neben der großen Fertigungshalle an der B 85 in Roding-Altenkreith selbst gemacht – doch er freut sich dennoch diebisch darüber.

Firmenchef Gerhard Gruber warb für den Baustoff Holz. . Foto: Christoph Klöckner
Firmenchef Gerhard Gruber warb für den Baustoff Holz. . Foto: Christoph Klöckner

Denn mit dem Geschenk hat sein Unternehmen, die Unternehmensgruppe Gruber, wieder einmal bewiesen, was der Baustoff Holz leisten kann. Zehn Wochen Gesamtbauzeit, „gestern ist es fertig geworden, aufgestellt innerhalb von zwei Tagen!“, sagt er vor Journalisten aus ganz Deutschland, die am Mittwoch auf Einladung des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau die Firma besichtigten.

Ein Weg zum Klimaschutz

So etwas in der Zeit schaffe nur Holz, betont er. Herausgekommen ist ein schmucker Schulungsraum mit Sanitäranlagen. Doch das geht genauso im Großbaustil, wie Gruber erläutert und anhand der Dreifachturnhalle in Rötz bewiesen hat.

Das Geburtstagsgeschenk von Gerhard Gruber, der am Dienstag 58 wurde und ein Sohn des Firmengründers ist, ist der Schulungsraum neben der Fertigung. Er sei ein Beispiel für die Flexibilität und Schnelligkeit des Holzbaus. Nur zehn Wochen Gesamtbauzeit gab es.  Foto: Christoph Klöckner
Das Geburtstagsgeschenk von Gerhard Gruber, der am Dienstag 58 wurde und ein Sohn des Firmengründers ist, ist der Schulungsraum neben der Fertigung. Er sei ein Beispiel für die Flexibilität und Schnelligkeit des Holzbaus. Nur zehn Wochen Gesamtbauzeit gab es. Foto: Christoph Klöckner

Und er verweist auf ein Detail des Materials, was sich wie das warme Klima des Baustoffs wohlig anhört: Holz ist klimaneutral. Sozusagen führt der beste Weg zum derzeit oft gehörten Klimaschutz über den Holzweg – zumindest aus Sicht des Firmenchefs. Holz sei ein nachwachsender Rohstoff, somit eine Lösung für den Klimaschutz im Baubereich.

Dazu baut Gruber Niedrig-Energiehäuser, was die Sachen aus Sicht der Klimaschützer noch positiver macht. Und zudem ist Holz auf dem Weg zu neuen Höhen, in dem Fall vor allem Bauhöhen. Mittlerweile seien achtstöckige Häuser in Holzbauweise erstellt worden, zudem große Hallen und andere gewerbliche Objekte. Holz stehe anderen Baustoffen in nichts mehr nach.

Zwischen 40 und 50 Häuser verlassen pro Jahr die Fertigung in Roding, so Stefan Bauer (re.). Der Preis fürs schlüsselfertige Haus starte bei 260 000 Euro und könne bis über eine Million Euro gehen – je nach Budget des Hausherrn. Bayern sei das Kerngebiet der Firma.  Foto: Christoph Klöckner
Zwischen 40 und 50 Häuser verlassen pro Jahr die Fertigung in Roding, so Stefan Bauer (re.). Der Preis fürs schlüsselfertige Haus starte bei 260 000 Euro und könne bis über eine Million Euro gehen – je nach Budget des Hausherrn. Bayern sei das Kerngebiet der Firma. Foto: Christoph Klöckner

Auch deshalb ist das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von angepeilten 57 Millionen Euro wie die Holzbaubranche weiter auf Wachstum. Und auch der Standort Altenkreith soll 2020 wachsen – eine große Lagerhalle soll entstehen – vermutlich in Holzbauweise. Und auch über einen Verwaltungsneubau werde nachgedacht, sagt Fertigungsleiter Stefan Bauer, Schreinermeister, seit gut 22 Jahren bei der Firma. Er erklärt heute den Journalisten die Entstehung von Holzhäusern in Fertigbauweise.

Künftig sollen vor allem die Projektplaner näher an ihre Projekte kommen und von Bernried nach Altenkreith umziehen – so sei es für die nächsten Jahre angedacht. In Altenkreith selbst sind aktuell in der großen Fertigungshalle 40 Schreiner das Jahr über damit beschäftigt, die Einzelteile nach den vom Architekten mit dem Bauherrn gemachten Entwurf zu konstruieren und in Holz umzusetzen.

Trend zum Mehrfamilienhaus

So gibt es einen Bereich, wo die Innenwände entstehen, einen fürs Dach und einen für die Außenwände. Man versuche, so viel wie möglich in der Halle vorzubauen, von den Fenstern, Türen, Rollladen und Jalousien bis zur Verkabelung, um den Monteuren – allesamt Zimmerer auf den Baustellen die Arbeit zu erleichtern, erklärt Bauer. Auch wenn die Häuser in Fertigbauweise entstehen würden – jedes Haus sei ganz individuell nach den Vorgaben des Kunden geplant und vorgefertigt. Von der Fassadengestaltung bis zum Dämmmaterial in den Wänden seien die Möglichkeiten vielfältig.

In der Halle werden alle Teile für die individuell geplanten Häuser gebaut, mit Fenstern, Verkabelung und Fensterbänken. 40 Schreiner arbeiten hier – 40 Zimmerer stellen die Häuser dann innerhalb von zwei Tagen vor Ort vom Erdgeschoss bis zum Dach auf. Foto: Christoph Klöckner
In der Halle werden alle Teile für die individuell geplanten Häuser gebaut, mit Fenstern, Verkabelung und Fensterbänken. 40 Schreiner arbeiten hier – 40 Zimmerer stellen die Häuser dann innerhalb von zwei Tagen vor Ort vom Erdgeschoss bis zum Dach auf. Foto: Christoph Klöckner

Gebaut würden zumeist Niedrig-Energiehäuser. Passivhäuser seien seit zwei Jahren nicht mehr gebaut worden – dieser Trend sei verschwunden. Heute seien Schallschutz und Dämmung Themen, die die Bauherren beschäftigen würden. Er rechne damit, dass sich 2020 die Nachfrage nach Einfamilienhäusern abschwäche.

Die Firma Gruber setze daher auf den wachsenden Mehrgeschossbau in Holz etwa bei Mahrfamilienhäusern oder bei gewerblichen Objekten. Hier gebe es für Holzbauer noch Nachholbedarf, da hier der Baustoff noch nicht so stark genutzt werde, wie beim Einfamilienhausbau.

 1963 hat Zimmermeister Alois Gruber die eigene, kleine Zimmerei in Bernried gegründet. Heute ist das Unternehmen eines der größten Handwerksbetriebe in der Oberpfalz mit 300 Beschäftigten, engagiert in Ausbau, Baumanagement und Eigenheime in Holzbauweise.. Foto: Christoph Klöckner
1963 hat Zimmermeister Alois Gruber die eigene, kleine Zimmerei in Bernried gegründet. Heute ist das Unternehmen eines der größten Handwerksbetriebe in der Oberpfalz mit 300 Beschäftigten, engagiert in Ausbau, Baumanagement und Eigenheime in Holzbauweise.. Foto: Christoph Klöckner

Der Fachkräftemangel sei problematisch, doch merke man, dass sich die Lage wegen der abflauenden Konjunktur verbessere, sagt Stefan Bauer. Hier zahle sich für Gruber auch die Grenznähe aus: Die Hälfte der Mitarbeiter im Hausbau komme aus Tschechien.

Man fertige im Einschichtbetrieb und werde trotz des Booms dabei bleiben. Denn es gehe nicht zuerst um die Masse an Häusern, sondern um die Qualität, die stimmen müsse.

Weitere Nachrichten aus Cham und der Region lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht