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Der Schutzpatron der Arbeiter

Für Christen gehören Arbeit und Glaube zusammen. Der Heilige Josef soll diese Verbindung symbolisieren.
Edmund Speiseder

Der heilige Josef in der Pfarrkirche Michelsneukirchen  Foto: Speiseder
Der heilige Josef in der Pfarrkirche Michelsneukirchen Foto: Speiseder

Michelsneukirchen.Arbeit und Glaube, das gehört zusammen und wird dennoch oft getrennt. Haben aber der persönliche Glaube, die persönliche Beziehung zu Gott noch Platz in unserem Arbeitsleben?

Neben dem Josefstag, den wir am 19. März feiern, wird seit dem 1. Mai 1955 dieser Tag als „Josef, der Arbeiter“ gefeiert. Papst Pius XII., Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli (1876 bis 1958) war es, der diesen Tag, der seit 1889 als „Kampftag der Arbeiter“ begangenen wurde, nun als Zeichen der Aussöhnung mit der Arbeiterschaft eingeführt hat. Damit soll der Heilige geehrt, auch die Würde der menschlichen Arbeit bewusst gemacht werden. Josef ist Patron der gesamten Kirche.

Papst Pius der XII. war es, der von Kreisen, die den kirchlichen Gewerkschaften nahe standen, den 1. Mai, den Tag der Arbeit, durch einen liturgischen Kalendertag kennzeichnen wollte, der den arbeitenden Menschen etwas bedeute. Arbeit und Glaube gehören zusammen, auch wenn es oft getrennt betrachtet wird. „Ora et labora“ (Bete und arbeite) wie es in der Regel des hl. Benedikt bereits genannt wird, gilt als Grundsatz. Aber, haben der persönliche Glaube, die persönliche Beziehung zu Gott noch Platz in unserem Arbeitsleben?

Mit der Industrialisierung kam es zu einer neuen Sichtweise der Arbeit. Bis dahin lebte ein Großteil der Bevölkerung auf dem Land und war in der Landwirtschaft beschäftigt. Hier war die Verbindung zur Kirche und ihren Festtagen selbstverständlich. Mit der Industrialisierung fand ein tiefgreifender Wandel statt. Etliche Menschen zog es vom Land in die wachsenden Städte, wo sie auf eine vollkommen andere Lebenswelt trafen. Nicht mehr der Rhythmus des Jahres bestimmte die tägliche Arbeit, sondern die Uhr. Auch ging da die Bindung an die Kirche oft verloren. Die Kirche nahm sich bald der Sorgen und Nöte der Arbeiter in den Städten an. Christliche Arbeitervereine entstanden, mit offiziellen Lehrschreiben legte die Kirche ihre Position in der Arbeiterfrage dar. Doch hier stand die Kirche in Konkurrenz mit verschiedenen politischen Kräften. Kommunisten und Sozialisten, später dann vor allem die Nationalsozialisten, beeinflussten die Menschen mit ihren Parolen und ihrem nichtchristlichen Gedankengut.

Die Kirche wollte den Arbeitern, die in der Kirche sozialisiert sind, einen mächtigen Schutzpatron zur Seite stellen – um damit den Wert der Arbeit zu betonen und dass sie auch in den Erfordernissen der Arbeitswelt dem Glauben treu bleiben können. In der Heiligen Schrift wird Josef als der Zimmermann erwähnt. So bot sich an, im Bild des Werktätigen auch den treu sorgenden Familienvater als Vorbild zu etablieren. In seiner dritten Enzyklika Laborem exercens („durch Arbeit…“) aus dem Jahre 1981 schreibt Papst Johannes Paul II. über die Arbeit als eines der Kennzeichen des Menschen, die ihn von anderen Geschöpfen unterscheidet. Außerdem diente diese Enzyklika auch der Unterstützung der unabhängigen polnischen Gewerkschaft Solidarnosc. Damit wird thematisiert, dass jeder im Tun seiner Arbeitnehmerpflichten den Willen Gottes erfüllt, mögen sie auch als noch so unscheinbar erscheinen.“ (csp)

papst-Worte

  • Benedikt:

    Papst Benedikt der XVI. hat das so formuliert: „Das Vorbild des hl. Josef ist für uns alle ein eindringlicher Aufruf, die Aufgabe, die uns von der Vorsehung anvertraut wurde, in Treue, Einfachheit und Bescheidenheit zu erfüllen!“ (csp)

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