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Der Silbersee ist sein eigener Schatz

Eigentlich war der Silbersee nur als Hochwasserspeicher gedacht. Jetzt ist er Paradies für Angler, Jogger, Segler und Natur.
Von Christa Bucher

Eine Bank an der Ostseite des Silbersees lädt zum Innehalten und zum Träumen an. Foto: Christa Bucher
Eine Bank an der Ostseite des Silbersees lädt zum Innehalten und zum Träumen an. Foto: Christa Bucher

Tiefenbach.Einen Schatz, der im Silbersee liegen soll, werden wir leider nicht finden. Den gibt es nur im Roman von Karl May. Aber einen Schatz in Form von Erholung und Entspannung oder auch Spaß, diesen Schatz kann man am Silbersee finden. Sonnenanbeter, Wanderer, Wassersportler oder Nordic Walker kommen hier voll auf ihre Kosten. Und gerade jetzt, in Corona Zeiten, ist ein Spaziergang im Freien, ja sowieso die beste Medizin.

Doch, dass es diesen Schatz an der Schwarzach gibt, dazu bedurfte es eine lange Zeit der Vorbereitung. Bereits Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 diskutierte man die Notwendigkeit die Regulierung der Schwarzach, die bei der Schneeschmelze oder in niederschlagsreichen Sommern über die Ufer trat und die angrenzenden Äcker und Wiesen überschwemmte.

Hier hat der Biber ganze Arbeit geleistet.Foto: Bucher
Hier hat der Biber ganze Arbeit geleistet.Foto: Bucher

Mit dem Bau von Hochwasserrückhaltebecken, wollte man die Hochwasserspitzen bekämpfen. Die Landwirtschaft sollte damals in die Lage versetzt werden, eine stärkere Milcherzeugung zu erzielen, um so die wirtschaftlichen Verhältnisse bei den Landwirten zu verbessern. An Erdbewegungen mussten ca. 20 000 Kubikmeter Erdmaterial abgeräumt und anschließend ca. 120 000 Kubikmeter vergütetes Erdmaterial für den Damm eingebaut werden.

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Aber die Schwarzach-Regulierung hat auch einige Wermutstropfen mit sich gebracht. So mussten bei der Anlage des Stausees zwei Anwesen weichen und wurden durch den Freistaat abgelöst. Xaver Preißer, Landwirt aus Treffelstein und Margarethe Kölbl von Sägmühle wurden für ihren Besitz entschädigt.

Schon 1330 Hammerschmiede

Die Naschmeile des OGV Treffelstein entstand 2016.Foto: Bucher
Die Naschmeile des OGV Treffelstein entstand 2016.Foto: Bucher

Vermutlich hat man in der Sägmühle schon von Beginn an die Wasserkraft der Bayerischen Schwarzach ausgenutzt. Bereits um 1330 war die Sägmühle nachweislich eine Hammerschmiede. Das Eisenerz holte man mit Fuhrwerken aus Amberg und später aus dem naheliegenden Böhmen. Die Hammerschmiede ist, wie viele andere im Laufe des 30-jährigen Krieges zugrunde gegangen. Die Wasserkraft wurde in der Folgezeit für Mühlzwecke genützt. Ein anderes Rad betrieb ein Sägewerk.

In der Sägmühle war auch eine Kapelle, die ebenfalls dem Silbersee weichen musste. Wann sie gebaut wurde, lässt sich nicht mehr feststellen. Seit der Flutung des Silbersees vor 30 Jahren ist sowohl von den besagten Anwesen als auch von der Kapelle nichts mehr zu sehen. Die Fluten der Schwarzach haben einen Ort alter Kultur unter sich begraben und vergessen gemacht.

Der Silbersee in Daten

  • Der Speicher:

    Der Silbersee wurde 1968 offizell „in Betrieb“ genommen. Die Staumauer mit 14 Metern Höhe und 285 Metern Länge staut das Wasser der Schwarzach. Im Normalbetrieb hat der See eine Fläche von einem halben Quadratkilometer. Maximal nimmt der See 5,66 Millionen Kubikmeter Wasser auf. Das entspricht 5,66 Milliarden Litern Wasser, das von der Bayerischen Schwarzach kommt. Betreiber des Sees auf dem Gebiet der Gemeinden Tiefenbach und Treffelstein ist das Wasserwirtschaftamt Regensburg, das auch in der Nähe des Stausees, in Witzelsmühle, einen Bauhof hat.

  • Das Kraftwerk:

    Zudem wird der Stausee seit 1968 als Kraftwerk genutzt. Hier werden jährlich 0,27 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Dafür fließen jede Sekunde 1100 Liter Wasser aus einer Fallhöhe von acht Metern durch eine Francisturbine. Betreiber der Anlage sind die Bayerischen Landekraftwerke GmbH.

Das kleine Mühlenrad wird vom Triebwerkskanal angetrieben. Foto: Bucher
Das kleine Mühlenrad wird vom Triebwerkskanal angetrieben. Foto: Bucher

Vor zwanzig Jahren aber kam die Erinnerung wieder. Der Silbersee wurde saniert. Dem Besucher bot sich ein ganz ungewohntes Bild. Der ansonsten mit 1,2 Millionen Kubikmetern gefüllte See war zu einem Restsee mit kleinen Rinnsalen geschrumpft, der Fischbestand wurde erheblich reduziert und auf dem einstigen Seeboden wuchs sattes grünes Gras und der Grundriss der Sägmühle und die gepflasterten Wege wurden wieder sichtbar.

2009 wurde der Silbersee, der als Hochwasserspeicher und nicht als Erholungsgebiet errichtet wurde, doch mit einen Schatz ausgestattet, den man täglich entdecken und der kostenlos für jedermann und zu nutzen ist: den Rundwanderweg. Der Rundwanderweg hat sich zu einem Erlebnispfad, der Natur und Schönheit vermittelt, gemausert. Täglich genießen Menschen unterschiedlichsten Alters die Ruhe rund um den See.

Sandstrand und weite Wiesen: Bald herrscht wieder Badebetrieb.Foto: Bucher
Sandstrand und weite Wiesen: Bald herrscht wieder Badebetrieb.Foto: Bucher


Ein Ort zum Verweilen

Der alte TriebwerkskanalFoto: Christa Bucher
Der alte TriebwerkskanalFoto: Christa Bucher

Startet man am Bootshaus entgegen der Uhrzeigerrichtung, erreicht man nach kurzer Strecke das Wasserrad, das der alte Triebwerkskanal in Bewegung hält. Die hier am Seeufer aufgestellte Bank lädt zum Verweilen und das monotone Geräusch des Wassers zum Träumen ein. Entlang des Weges begleiten einen die Baumeisterarbeiten des Bibers.

Wie Speerpfähle stehen die abgenagten Bäume am Ufer, so, als würden sie den Wanderer darauf aufmerksam machen, diese Barriere nicht zu überschreiten, um die Flora und die im Altwasser und Schilf brütenden Vögel nicht zu stören. Beim Überqueren der Bayerischen Schwarzach muss man einfach stehenbleiben und dem leisen Plätschern des Baches lauschen. Entlang an artenreichen Feuchtwiesen, durch den kühlen Wald erreicht man die Staumauer auf der „Witzelsmühler Seite“.

Hier führt der Weg dann auf einer kleinen Teerstraße wieder zum Ausgangspunkt. Doch diese Strecke ist nicht minder interessant. Hier hat OGV Treffelstein eine Naschmeile gepflanzt, an der sich die Wanderer im Frühjahr an der Blüte und im Herbst an den Früchten laben können.

Aber des Guten noch nicht genug: 2014 wurde am See, neben dem Seglerhaus, im Rahmen des Fernradwanderstopps am Silbersee noch eine öffentliche WC-Anlage errichtet.

Ein Schatz zu jeder Jahreszeit

Der Silbersee hat zwar keinen Schatz, der sich im Wasser verbirgt. Nein, mit seinen Badestränden, der Naschmeile, der Brücke über die Bayerische Schwarzach, dem renaturierten Triebwerkskanal, dem Wasserrad an der Sägmühle und dem Zeltlager präsentiert der See seinen Schatz jeden Tag sichtbar, zu jeder Jahreszeit anders.

Angelockt hat der See auch die Fischer. Sie sorgen für das Leben im See, wo sich Karpfen, Aale und manch andere Fischarten tummeln. Und welch ein herrliches Bild zeigt sich dem Wanderer, wenn die Segelboote über die Wellen der 55 Hektar großen Wasserfläche gleiten.

Sportlich können sich Groß und Klein auch auf dem Beach-Volleyball-Feld betätigen, dass die Kinderfreunde Treffelstein gesponsert haben, während Mama und Papa im See schwimmen oder auf der faulen Haut liegen.

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