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Soziales

Der Sprinter in die Gemeinden

Bad Kötztinger Tafel erhält zweites Transport-Fahrzeug, das Bedürftigen in Umlandsgemeinden Lebensmittel bringen wird.
Von Roman Hiendlmaier

Gemeinschaftswerk: Vertreter von Tafel und Gemeinden freuten sich mit den Sponsoren über den zweiten Sprinter
Gemeinschaftswerk: Vertreter von Tafel und Gemeinden freuten sich mit den Sponsoren über den zweiten Sprinter

Bad Kötzting.Die Bad Kötztinger Tafel hat ein zweites Transport-Fahrzeug. Im Chamer Autohaus Hirschvogel erhielten Tafel-Vorsitzender Arnfried Lausch und seine Stellvertreterin Christa Aschenbrenner die Zündschlüssel und Papiere für den Mercedes Sprinter. Der Kauf des Fahrzeugs war dabei eine Gemeinschaftsaktion von sozial engagierten Unternehmen und der Bad Kötztinger Ableger des bundesweiten Sozialvereins.

Wie Arnfried Lausch bei einer kleinen Feierstunde betonte, habe der Lebensmitteldiscounter Lidl mit 10 000 Euro aus der Aktion Pfandspende auch dieses Projekt unterstützt, nachdem er bereits das erste Fahrzeug und eine Kühlzelle für die Tafel-Zentrale gesponsert hatte.

Viele haben sich beteiligt

Den Zündschlüssel erhielt Arnfried Lausch von Verkäufer Mario Schwanzer.
Den Zündschlüssel erhielt Arnfried Lausch von Verkäufer Mario Schwanzer.

Arnfried Lausch dankte auch den Mitarbeitern des E.ON-Konzerns, die bei ihrem monatlichen Gehalt auf den Cent-Betrag verzichten, was hochgerechnet auf die Zahl der Mitarbeiter eine ansehnliche Summe ergibt, die in soziale Projekte fließt: 4000 Euro gehen nach Bad Kötzting. Vom Kreistag und MdL Gerhard Hopp gab’s auch einen Zuschuss, was natürlich die Bürgermeister der Gemeinden freute, deren Gemeindegebiete von der Tafel angefahren werden. Sie legten Einmalspenden zum Kauf des Fahrzeugs drauf.

Last not least macht Mercedes allen Tafeln bundesweit für derartige Transportfahrzeuge ein Sonderangebot, so Hirschvogel-Geschäftsführer Wolfgang Mohr. Hirschvogel übernahm die Regularien und legte noch den ersten Kundendienst für das Fahrzeug drauf.

Da im zehnten Jahr ihres Bestehens die Kötztinger Tafel einem Unternehmen näher als einem Verein ist, konnte die Lausch-Truppe die restlichen 12 000 Euro aufbringen, die für die gut 42 000 Euro Anschaffungspreis des Fahrzeugs mit Kühlfunktion notwendig waren. Die Summe kam aus Vereinsbeiträgen, der Abgabe-Pauschale für die Lebensmittel und den Erlösen des Tafel-Shops in der Marktstraße zustande. Dass der Staat und andere Sozialeinrichtungen diese Form der Sozialarbeit nicht leisten könne, das haben Lausch und seine Stellvertreterin Christa Aschenbrenner am Übergabetag erneut attestiert bekommen. Das bestätigen auch seine Beobachtungen: „In allen sozialen Bereichen gibt es bemühte Hauptamtliche, aber überall sind es zu wenige.“

Arnfried Lausch und seine rund 40 Mitstreiter haben eine Mission, die der Chef so formuliert: „Menschen Teilhabe ermöglichen an etwas, an dem sie normalerweise nicht teilhaben können.“

Diese Teilhabe bisher häufig verwehrt wurde Alten und Kranken aus den Kötztinger Umlandgemeinden, die keine Möglichkeiten haben, in die Lebensmittelausgabe der Tafel nach Bad Kötzting zu kommen. Um deren Bedarf zu decken, wird der Verein in den kommenden Wochen sukzessive die Herausforderung angehen: „Wir kommen zu unseren Kunden – also ihnen zumindest entgegen,“ so Arnfried Lausch.

Abgabestellen sind geplant

Die Tafel plant in den Umlandgemeinden Abgabestellen in sozialen oder kommunalen Einrichtungen, wo Bezieher die Pakete mit den Lebensmitteln selber abholen können, oder von wo aus sie verteilt werden. Erste Mitstreiter für den Bringdienst in den Gemeinden sind an Bord: Chamerau, Zandt, Blaibach, Eschlkam, Rimbach und Grafenwiesen, weitere sollen in den nächsten Monaten folgen. Wie groß der Bedarf in den jeweiligen Gemeinden ist, muss noch ermittelt werden. Auch sind noch Fragen zum Datenschutz zu beantworten, erläuterte der Tafel-Chef.

Hirschvogel-Geschäftsführer Wolfgang Mohr spendierte noch den ersten Kundendienst für das Fahrzeug.
Hirschvogel-Geschäftsführer Wolfgang Mohr spendierte noch den ersten Kundendienst für das Fahrzeug.

„Aus dem Überfluss auf der einen Seite, den Mangel auf der anderen Seite zu lindern – das schafft nur die Tafel,“ lobte Gerhard Hopp unter dem Applaus der Gäste der kleinen Übergabefeier. Das gilt künftig auch für eine Reihe von Gemeinden im Altlandkreis Bad Kötzting..

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