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Jubiläum

Der SSV Schorndorf wird 50

Aus dem Fußballclub ist eine Sportfamilie mit sieben Abteilungen und über 800 Mitgliedern geworden. Am 3. Juni wird gefeiert.

Mit dieser Mannschaft startete der SSV 1969 Schorndorf in seine erste Fußballsaison; mit auf dem Bild: Vereinswirt Erwin Kraus (l.), Trainer Hugo Stoiber (2. v. l.), Vorsitzender Alois Gigler (r.) und der damalige Bürgermeister Karl Steinkirchner (2. v . r.). Foto: cls
Mit dieser Mannschaft startete der SSV 1969 Schorndorf in seine erste Fußballsaison; mit auf dem Bild: Vereinswirt Erwin Kraus (l.), Trainer Hugo Stoiber (2. v. l.), Vorsitzender Alois Gigler (r.) und der damalige Bürgermeister Karl Steinkirchner (2. v . r.). Foto: cls

Schorndorf.1968 bis 2018 – Auf 50 Jahre Vereinsbestehen kann in diesem Jahr der Spiel- und Sportverein (SSV) Schorndorf zurückblicken. Gefeiert wird nicht im großen Stil, sondern im kleinen Rahmen mit einem Festtag am kommenden Sonntag, 3. Juni. Die drei Tage vorher geht aber bereits zum 38. Mal das Gerümpelturnier über die Bühne (Fronleichnam bis Samstag).

Beim SSV wurde in den letzten fünf Jahrzehnten eine beachtliche Aufbauarbeit geleistet – vom reinen Fußballclub mit 32 Gründungsvätern zu einer inzwischen immensen Sportfamilie mit insgesamt sieben Abteilungen und aktuell über 800 Mitgliedern. Keine Frage: Als größter Verein ist der SSV Schorndorf aus dem sportlichen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde nicht wegzudenken. Der Wahlspruch „Freunde müsst Ihr sein, um Siege zu erringen“, den sich der SSV auf seine Vereinsfahne geschrieben hat, soll auch für die Zukunft oberste Priorität haben.

So wuchs der Verein

Ohne Zweifel kann man die Entwicklung des SSV seit der Gründung 1968, trotz mancher Tiefen zwischendurch, als eine „einzigartige Erfolgsgeschichte“ mit einer stetigen Aufwärtsentwicklung überschreiben. Neben dem beeindruckenden Anwachsen der Mitgliederzahl zeigt sich dies am Ausbau der Abteilungen – dem Fußball folgten nach und nach Gymnastik, Tennis, Eisstock, Tischtennis, Karate und Ski - und an den herrlichen Sportanlagen an der Nanzinger Straße.

Das Sportgelände mit zwei Fußballplätzen, Eisstockhalle und Tennisplätzen aus der Vogelperspektive. Durch die neuen Wohnbausiedlungen sind die Sportstätten wieder an den Ort herangewachsen. Foto: Jonas Vogl
Das Sportgelände mit zwei Fußballplätzen, Eisstockhalle und Tennisplätzen aus der Vogelperspektive. Durch die neuen Wohnbausiedlungen sind die Sportstätten wieder an den Ort herangewachsen. Foto: Jonas Vogl

Gebaut wurde beim SSV eigentlich fast immer, Schritt für Schritt folgte der Ausbau des Sportgeländes mit weiteren Sportstätten. Eine Augenweide und ein echtes Schmuckstück stellt die Eisstock-Arena dar. Sie ermöglicht den Stockschützen nun das ganze Jahr über einen von der Witterung unabhängigen Sportbetrieb und eignet sich ebenso hervorragend als Festhalle. Nachdem das Hamperl-Wirtshaus, Vereinslokal des SSV seit der Gründung, vor wenigen Jahren die Pforten geschlossen hat, baute der Sportverein das Obergeschoss des Sportheims zu einer Vereinsgaststätte aus – dem „68er“. Damit stellen sich aber entsprechend auch neue Herausforderungen.

Eine wichtige Pflichtaufgabe nimmt der Sportverein der Kommune im Bereich der Jugendarbeit ab. Über 300 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren (gut ein Drittel der gesamten Mitgliederzahl!) findet in den verschiedenen Abteilungen und Mannschaften ein breites Sportangebot. Es ist kaum vorstellbar, welche Anzahl an Trainern und Betreuer da benötigt wird, um den Nachwuchs Woche für Woche bestmögliche Bedingungen zu bieten. Die vielen Ehrenamtlichen treiben mit dem Nachwuchs aber nicht nur Sport, sondern opfern unzählige Freizeit im Rahmen von diversen Unternehmungen (Ausflüge, Zeltlager, Saisonabschlussfeiern und vieles mehr). „Hut ab“ für diesen unentgeltlichen Einsatz, der nur mit einem herzlichen Danke eine kleine Anerkennung finden kann.

Finanziell stellt dieser Sportbetrieb im Jugend- und Erwachsenenbereich den SSV Schorndorf vor Dauerprobleme, die Schaffung der Sportstätten selbst verschlingt immense Gelder und auch der laufende Unterhalt ist alles andere als einfach. Nicht unerhebliche Kreditbelastungen gehören da beim Sportverein schon fast zur Tagesordnung. Der Gemeinderat Schorndorf ist sich dieser Problematik von jeher bewusst und versucht, dem SSV Schorndorf gerade als kleine Anerkennung für die ausgezeichnete Jugendförderung bestmöglich unter die Arme zu greifen.

Die Feier: 50 Jahre SSV am 3. Juni

  • Das Festprogramm

    10 Uhr Gottesdienst in der Pfarrkirche; 11.30 Uhr Festzug zum Sportgelände; anschließend Mittagessen, Grußworte, Ehrungen, gemütliches Beisammensein. Die Mitglieder des SSV treffen sich um 9.30 Uhr am Dorfplatz mit anschließender Teilnahme am Festgottesdienst.

  • Kleiderordnung

    Neues Vereinshemd, - bluse (schwarze Hose bzw. Rock) Mitglieder ohne Hemd/Bluse beteiligen sich in der Abteilungskleidung, Kinder mit weißem T-Shirt und SSV-Button (wird vor Ort ausgeteilt). Die noch nicht abgeholten neuen Vereinshemden bzw. –blusen werden nur noch von der Familie Flöck, Riedäcker 16, ausgegeben. (cls)

Wie in vielen anderen Ortschaften zu dieser Zeit, wurde der SSV im November 1968 als reiner Fußballverein aus der Taufe gehoben. Sportlich boten sich gute Voraussetzungen, kickten doch bereits zahlreiche Schorndorfer Fußballer vorher bei anderen Nachbarsvereinen (Michelsneukirchen, Untertraubenbach). Größere Probleme bereitete da die Sportplatzfrage, Ludwig Schmidbauer stellte dankenswerterweise eine landwirtschaftliche Wiese als ersten „Fußballplatz“ zur Verfügung. Die Fußballbegeisterung kannte keine Grenzen, schon 1969 nahm auch die erste Jugendmannschaft den Spielbetrieb auf.

Einen nächsten wichtigen Meilenstein bildete 1972 der Bau eines eigenen neuen Fußballplatzes an der Nanzinger Straße. Schien das Areal damals Kritikern viel zu weit vom Ort entfernt, so ist das Sportgelände inzwischen durch die offensive Baupolitik und das Baugebiet Schorndorf-Mitte wieder mit dem Dorf zusammengerückt.

An der stetigen positiven Entwicklung des SSV haben einige Personen ganz maßgeblichen Anteil. Nach Gründungsvorstand Siegfried Wanninger und Alois Gigler (1969-1971) führte Gotthard Michalke von 1971 bis 1981 zehn Jahre lang die Geschicke des SSV als 1. Vorsitzender und leistete dabei unschätzbare Aufbauarbeit. Das Gleiche gilt für Jugendleiter Erwin Bucher, ebenfalls von 1971 bis 1981 im Amt.

Die Leute an der Spitze

Nachfolger als 1. Vorstand wurde Johann Schmidbauer, zuvor bereits Stellvertreter, der dem Engagement seines Vorgängers in keiner Weise nachstand. Noch im Jahr seines Amtsantritts rief Johann Schmidbauer das Gerümpelturnier ins Leben, das später im gesamten Landkreis und auch anderen Sportarten als Fußball viele Nachahmer fand.

Unter Vorstand Johann Schmidbauer wurde der SSV zu einem „multifunktionalen“ Sportverein ausgebaut (Gründung Tennis-, Eisstock-, Ski- und Tischtennisabteilung). In die Amtszeit von Johann Schmidbauer fielen auch wichtige Baumaßnahmen, insbesondere das neue Sportgelände mit Rasenspielfeld, zwei Tennisplätzen und Eisstockbahnen (Einweihung 1990).

1995 übernahm Helmut Schmidbauer als 1. Vorsitzender des Hauptvereins die Führung (Mitgliederanstieg von 520 auf 703). 2003 folgte Thomas Wanninger als Hauptvorsitzender nach, 2009 Gotthard Michalke jun. und jüngst im Januar 2008 nun Thomas Reiser.

Gotthard Michalke, Johann Schmidbauer und Helmut Schmidbauer wurden für ihre besonderen Verdienste zu Ehrenvorsitzenden ernannt. Und noch zwei Namen dürfen keinesfalls unerwähnt bleiben, die Ehrenmitglieder Reinhard Obermeier und Thomas Klein. Ebenfalls maßgeblich geprägt hat den SSV der leider viel zu früh verstorbene Erich Meisinger, insbesondere als Eisstock-Abteilungsleiter. (cls)

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