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Kommune

Der Stadtturm lässt die Hüllen fallen

Bis Ende Juni erstrahlt das Further Wahrzeichen in neuem Glanz. Dann können die Verhüllung und das Gerüst abgebaut werden.
Von Wolfgang Baumgartner

Ende Juni ist die Außensanierung des Stadtturms abgeschlossen und die Verhüllung sowie das Gerüst können entfernt werden. Fotos: wb
Ende Juni ist die Außensanierung des Stadtturms abgeschlossen und die Verhüllung sowie das Gerüst können entfernt werden. Fotos: wb

Furth im Wald.In rund vier Wochen ist das Further Wahrzeichen wieder von weitem zu sehen; und das in neuem Glanz. „Ende Juni können die Verhüllung abgenommen und das Gerüst abgebaut werden“, zeigte sich gestern Dipl.-Ing. (FH) Katrin Schmidl vom Ingenieurbüro ALS in Amberg im Gespräch mit unserem Medienhaus zuversichtlich.

In Vertretung von Ingenieur Anton Landgraf, der das Projekt „Stadtturm Furth im Wald“ betreut sich allerdings in Urlaub befindet, erläuterte Katrin Schmidl vor Ort, in 35 Meter Höhe, den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten. Der Further Malermeister Markus Kreitinger von „Creative Colour“ und seine Handwerker wissen bereits jetzt, wie der Stadtturm Ende Juni aussehen wird.

Vollrosa für den Turm

Mit Hochdruck pinseln und streichen die Experten in schwindelerregender Höhe an den Zinnen und der Fassade. Wie bereits berichtet, haben sich die Experten für Vollrosa als Farbe entschieden. Der Ton gleicht exakt dem bisherigen Anstrich. „Allerdings ohne Risse und bröckelnden Mörtel“, schmunzelt Martin Ruhland von dem Bauunternehmen Hampel aus Pösing.

Die Firma hat in den vergangenen Wochen und Monaten die Risse und die schadhaften Stellen im Putz beseitigt. „Dazu werden ausschließlich Baustoffe aus Mineralien benutzt, um das innere Gleichgewicht des Mauerwerks zu erhalten“, erläutert die Diplom-Ingenieurin Katrin Schmidl.

Eigenleistung vom Bauhof

Malermeister  Markus Kreitinger (li.) und der örtliche Bauleiter der Firma Hampel, Martin Ruhland, beim Ortstermin mit Ingenieurin Katrin Schmidl. Fotos: wb
Malermeister Markus Kreitinger (li.) und der örtliche Bauleiter der Firma Hampel, Martin Ruhland, beim Ortstermin mit Ingenieurin Katrin Schmidl. Fotos: wb

Während sie mit dem Bauleiter der Firma Hampel und dem Malermeister Markus Kreitinger die letzten Details bespricht, warten im Hof des Amtsgerichts Gerd Kastner und Sebastian Gruber vom Städtischen Bauhof. Die beiden haben ein Muster für die neuen Holzverkleidungen der Schallluken mitgebracht. Diese werden von der Stadt in Eigenregie aus Lerchenholz gebaut. „Das ist eine hervorragende Arbeit“, lobt Katrin Schmidl die beiden Experten in Sachen Holz vom Further Bauhof. Die Verkleidung der Klangarkaden müssen absolut individuell für jede einzelne Turmöffnung angefertigt werden. Zwischen den seitlichen Holz-Laibungen der Luken sind sogenannte Klanglamellen eingebaut.

Sie sollen die Glockenstube vor Regenwasser schützen und gleichzeitig die Klangöffnungen nur unwesentlich einengen. Es handelt sich dabei um flache Lamellen, ebenfalls aus Lerchenholz. Sie werden waagrecht verlaufend zwischen den Laibungen der Arkaden untereinander eingespannt und sind nach außen abgeschrägt.

Nachdem Gerd Kastner und Sebastian Gruber grünes Licht von der Ingenieurin für ihren „Prototypen“ der Schallluken-Verkleidung erhalten haben, machen sie sich wieder auf den Weg zurück in den Bauhof, um mit der „Serienproduktion“ zu beginnen.

In Eigenleistung stellen die Handwerker des Bauhofes, Gerd Kastner (li.) und Sebastian Gruber, die Schallluken für den Stadtturm her.  Fotos: wb
In Eigenleistung stellen die Handwerker des Bauhofes, Gerd Kastner (li.) und Sebastian Gruber, die Schallluken für den Stadtturm her. Fotos: wb

Neben den Schallluken waren auch an den Fenstern umfangreiche Reparaturarbeiten und Erneuerungen notwendig. „Das ist alles Einzelanfertigung, made by Schreiner“, schmunzelt die Diplom-Ingenieurin. Komplett fertig sind die Steinmetzarbeiten. In manchen Bereichen mussten vor allem die Schadhaften Stellen im Sandstein ergänzt werden. Auch die neue Aussichtsplattform haben die Zimmerer bereits gemacht. Fertig ist auch der neue Wechsel im Turm für die geplante Fluchttreppe. Diese befindet sich zurzeit in Produktion. Absolut dicht sind künftig auch wieder die Zinnen. Sie wurden mit einer neuen, drei Millimeter dicken, Bleiabdeckung vor Witterungseinflüssen geschützt. „Alle Teile mussten individuell angefertigt und vor Ort eingepasst werden“, erläutert Katrin Schmidl. Im Bereich des Glockenstuhls mussten zum Teil morsche Balken erneuert werden. Auch in früherer Zeit nicht fachgerecht eingebaute Holzteile wurden ausgewechselt. „Nun stimmt auch wieder die Statik, die Kräfte vom Fahnenmast verteilen sich jetzt auf die gesamte Holzkonstruktion“, sagt die Ingenieurin.

Bevor in rund vier Wochen das Gerüst entfernt wird, werden die am Anbau angebrachten Rissmonitore ausgelesen und kontrolliert. Sie liefern dann wichtige Informationen, ob das Mauerwerk noch in „Bewegung“ ist.

Auf Fels gebaut

So wird der Stadtturm  Ende Juni komplett aussehen. Die Wände in vollrosa, die Ecksteine in grau, mit Linien abgetrennt.  Fotos: wb
So wird der Stadtturm Ende Juni komplett aussehen. Die Wände in vollrosa, die Ecksteine in grau, mit Linien abgetrennt. Fotos: wb

Die Experten gehen jedoch davon aus, dass die Risse vom Bau der Tiefgarage her rühren und aktuell keine Setzungen mehr stattfinden. „Der Turm steht ja auch auf Fels“, weiß Stadtbaumeister Peter Friedl. Nach Abschluss der Außenarbeiten Ende Juni stehen nur noch kleinere Beiputzarbeiten im Inneren des Turms an. Ferner werden an den vier Seiten die Zifferblätter eingebaut. Trotz der witterungsbedingten zeitlichen Verzögerung ist sich Katrin Schmidl sehr zufrieden mit dem Sanierungsverlauf. „Es gab keine größeren Überraschungen!“ Die Ergebnisse der umfangreichen Voruntersuchungen hätten sich bei den Sanierungsarbeiten dann bestätigt. Dass der Stadtturm entgegen der ursprünglichen Planung ein halbes Jahr länger verhüllt ist, sei ausschließlich auf das Wetter zurückzuführen. Der frühe Wintereinbruch zwang die Handwerker, ihre Arbeiten auf den Innenbereich zu beschränken. Und auch im Frühjahr mussten die Handwerker warten, bis kein Frost mehr zu befürchten war.

800 Quadratmeter Wandfläche

Rund 800  Quadratmeter Wände müssen bestrichen werden, ehe das Further Wahrzeichen wieder in neuem Glanz erstrahlt.  Fotos: wb
Rund 800 Quadratmeter Wände müssen bestrichen werden, ehe das Further Wahrzeichen wieder in neuem Glanz erstrahlt. Fotos: wb

Dafür legen die Experten nun einen gewaltigen Zahn zu, was zu einem dicken Lob der Sanierungs-Expertin führt. „Wir haben sehr gute Firmen, es wurde und wird gut gearbeitet“, versichert Katrin Schmidl. Das freut natürlich aktuell die Maler, denn sie sind nun besonders gefordert. Gilt es doch in den nächsten Wochen rund 800 Quadratmeter Wände neu zu streichen. Der Grundanstrich ist bereits erfolgt. Um einen Kontrast zwischen den Turmwänden in vollrosa und den Ecksteinen zu erreichen, werden diese hellgrau gestrichen. Dunkelgraue Linien zwischen den Steinen und dem Wandputz sorgen dann für eine klare, optische Abtrennung.

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