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Samstag, 24. Februar 2018 2

Holzstammtisch

Der Wald birgt tödliches Risiko

Sicherheit bei der Waldarbeit bleibt aktuelles Thema. Waldbesitzervereinigung vermarktete rund 28 300 Festmeter Holz.
Von Alois Dachs

Bei der Baumfällung ist die persönliche Schutzausrüstung unbedingt zu tragen, technische Hilfsmittel wie Fällheber sollten genutzt werden. Foto: Rabl-Dachs

Miltach.Wer bei der Waldarbeit auf volles Risiko setzt, riskiert buchstäblich „Kopf und Kragen“. Das machte Anton Zizler von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau beim Holzstammtisch der Waldbesitzervereinigung Bad Kötzting am Mittwochabend im Gasthaus Hofmann in Oberndorf deutlich.

Allein im Jahr 2017 gab es in Bayern 25 tödliche Unfälle bei der Waldarbeit, erklärte Anton Zizler und erläuterte kurz zu jedem Fall, wie es dazu kam. Aufplatzende Bäume, die beim Fällen unter Spannung standen, Totholz, das aus großer Höhe auf den Waldarbeiter stürzte, oder Äste bzw. ganze Gipfel, die vom fallenden Baum heruntergerissen wurden, waren die häufigsten Ursachen für den tödlichen Ausgang von Waldarbeiten. „Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt“, merkte der Fachberater der SVLFG an und verdeutlichte das mit einem Beispiel, bei dem ein Austragsbauer, der während der Waldarbeit das Gerät für ein Langzeit-EKG trug, eine große Eiche quer über einen Waldweg fällte, ohne diesen abgesichert zu haben. Nicht minder leichtfertig handelten ein Waldbesitzer und sein Vater, als sie einen großen Baum während der Fällung durch den Jungbauern mit dem Traktor-Frontlader „umdrücken“ wollten, wobei der stürzende Schlepper den Sohn unter der Frontladerschwinge einklemmte und schwer verletzte.

Profis kennen die Gefahren

Borkenkäferschäden und die Folgen von Stürmen führten zu einem Anstieg der Waldarbeit, womit sich auch das Gefahrenpotenzial erhöhte, erklärte Anton Zizler. Wichtig sei besonders bei vorgeschädigten Bäumen, die unter Spannung stehen, der richtige Fällschnitt. Wer diese Technik nicht sicher beherrsche, sollte auf jeden Fall einen Profi mit solchen Arbeiten betrauen, riet der Sicherheitsexperte.

Wichtigste Voraussetzung bei der Waldarbeit sei körperliche Fitness und entsprechende Kenntnisse über die Baumfällung, die bei Motorsägen-Kursen erworben werden können. Eine genau auf den Träger abgestimmte persönliche Schutzausrüstung (PSA), bestehend aus Helm mit Visier und Gehörschutz, Schnittschutzhose, Waldarbeitsjacke und Handschuhen müsse unbedingt getragen werden, machte der Referent deutlich. Noch bevor die Motorsäge gestartet werde, müsse der Maschinenführer „den Baum umdenken“, also genau die Fällrichtung festlegen, Baumhöhe, Kronenform, Stammverlauf und Gesundheitszustand eines Baumes beurteilen. Vor allem sei zu beachten, dass der Gefährdungsbereich bei einer Fällung die doppelte Stammlänge im Umkreis liege. Bei einem 30 Meter hohen Baum umfasse der Gefährdungsbereich etwa die Fläche von zwei Fußballfeldern.

Der Holzmarkt

  • Preise

    Geschäftsführer Georg Mühlbauer berichtete, dass im Jahr 2017 rund 28 300 Festmeter Holz vermarktet wurden, davon 15 000 Festmeter Käferholz. Für Papierholz würden momentan 32 Euro plus Mehrwertsteuer bezahlt, Fichtenstämme bringen zwischen 65 und 85 Euro, Kiefer koste 67 bis 75 Euro, bei schwächeren Stämmen 52 bis 70 Euro.

  • Ausbildung

    Der nächste Motorsägenlehrgang laufe am 2. und 3. Februar.

Wer Helfer bei der Waldarbeit einsetze, müsse vor Beginn der Arbeiten eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen und diese auch schriftlich dokumentieren, machte Anton Zizler klar. Ratsam sei der Einsatz von Schleppern und Seilwinden (die regelmäßig auf Funktion geprüft werden müssen) bei allen Waldarbeiten mit größeren Bäumen.

Straßensanierung wird gefördert

2. Vorsitzender Martin Vogl aus Liebmannsberg blickte kurz auf das Jahr 2017 zurück, dessen Höhepunkt die 60-Jahrfeier der WBV im Gasthaus Rösch in Blaibach war. Der zeitweise hohe Käferbefall bei Fichten und die daraus resultierenden Holzmengen hätten die Holzvermarktung zu einer Mammutaufgabe gemacht, sagte Vogl. Enttäuschend war der schwache Besuch beim Holztag im Oktober. Die Bayerwaldwärme habe für rund 350 000 Euro im Heizwerk am Spitalplatz einen neuen Ofen samt Pufferspeicher und Abgasfilter eingebaut. Vorgesehen sei die Anschaffung eines GPS-Gerätes zur Ermittlung von Grenzsteinen im Wald und außerdem wolle die WBV die Instandsetzung von Forststraßen vorantreiben. Dafür gebe es hohe Fördersätze, allerdings müssten alle Waldbesitzer dabei mitziehen.

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