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Der Wiedereinstieg läuft reibungslos

Immer mehr Kinder kommen ins Kinderhaus St. Paulus zurück. Das funktioniert, sagt die Leiterin, weil alles gut vorbereitet war.
Ulrike Niklas

Die Geburtstagspost wurde trotz Corona persönlich überbracht.  Foto: Niklas
Die Geburtstagspost wurde trotz Corona persönlich überbracht. Foto: Niklas Foto: Ulrike Niklas/Ulrike Niklas

Reichenbach.Das Corona-Virus verlangt Kindergärten und Schulen alles ab. Im Kinderhaus St. Paulus Reichenbach hilft der Kontakt zu den Familien – ob analog oder digital – dabei, den Wiedereinstieg ins Kinderhaus zu bewältigen. Das sagt Kinderhausleiterin Monika Kulzer. „Elf Wochen Notfallbetreuung liegen hinter uns, eine ungewisse Zeit steht uns noch bevor. Standen wir am Anfang noch hilflos dieser völlig neuen Situation gegenüber, entwickelten sich bald neue Formen der Erziehungspartnerschaft.“

Ganz unterschiedliche Methoden zum Kontakthalten haben sich die Erzieherinnen ausgedacht und angewandt. Da waren sehr persönliche Briefe an die Kinder dabei, Besuche bei den Geburtstagskindern oder auch wöchentliche Newsletter aus dem Kinderhaus, versehen mit Informationen und mit Anregungen für die Familien zu Hause.

Hinzu kamen Telefonate mit den Eltern, Wochenarbeiten für die angehenden Schulkinder, sowie die Einrichtung eines eigenen YouTube-Kanals, der inzwischen 23 Beiträge enthält und über 2000 Aufrufe zu verzeichnen hat. Und doch sind das nur einige Beispiele für die Einfälle der Pädagoginnen, die es ermöglichen sollten, das Band zwischen Kinderhaus und Eltern nicht reißen zu lassen.

100 Kinder kommen Mitte Juni

Viele positive Rückmeldungen seitens der Eltern und der nahtlose Wiedereinstieg in die Betreuung zeigen, dass sich der Aufwand gelohnt hat und das der richtige Weg war, sagt Monika Kulzer. Über 70 der 139 Kinder besuchen inzwischen wieder das Kinderhaus in Reichenbach, ab Mitte Juni werden es weit über 100 Kinder sein.

Dabei hatte sich das Kinderhausteam im Vorfeld natürlich seine Gedanken gemacht: Wie würden die Kinder reagieren, welche Probleme könnten auftauchen? Doch jetzt zeigt sich in der Praxis, dass die Kinder sich sehr schnell wieder im Kinderhaus einleben. Für Monika Kulzer ist das die Bestätigung dafür, wie wichtig es ist, die Kinder zu Beginn sicher einzugewöhnen. Im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan wird davon gesprochen, dass Resilienz, also eine gewisse psychische Widerstandskraft die Grundlage für positive Entwicklung, Gesundheit und Wohlbefinden sei und auch das Fundament für einen kompetenten Umgang mit individuellen, familiären und gesellschaftlichen Veränderungen.

Es braucht pädagogische Arbeit

Kulzer betont deshalb: „Neben all den wichtigen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften dürfen wir unsere pädagogische Arbeit mit den Kindern nicht aus den Augen verlieren. Wenn wir die Herausforderungen annehmen und ihnen positiv gegenüberstehen, werden die Kinder und ihre Familien diese gesellschaftliche Veränderung bewältigen können und sogar gestärkt aus ihr herausgehen.“

Sie hat unabhängig von Corona einen Wunsch: „Die frühkindliche Betreuung muss einen anderen politischen und gesellschaftlichen Stellenwert erhalten als bisher. Die Rahmenbedingungen müssen den heutigen Anforderungen angepasst werden, ob in personeller, räumlicher, aber auch in finanzieller Hinsicht. Unsere Kinder sind die Erwachsenen von Morgen und sollen dann die Herausforderungen der Zukunft bewältigen können.“ (run)

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