MyMz
Anzeige

Jahresempfang

Der Zukunftsplan für den Landkreis Cham

Der Landkreis soll mit einem Mehr an Bildung, Innovation, Infrastruktur und Nachhaltigkeit für das Kommende bereit sein.
Von Christoph Klöckner

Vier Kreisehrenzeichen, die höchste Auszeichnung des Landkreises, verlieh Landrat Franz Löffler (li.) beim Jahresempfang in Roding: Geehrt wurden Dr. Hartmut Holzinger, Anton Staudinger sowie das Ehepaar Barbara und Richard Kreuzer  Foto: Simon Tschannerl
Vier Kreisehrenzeichen, die höchste Auszeichnung des Landkreises, verlieh Landrat Franz Löffler (li.) beim Jahresempfang in Roding: Geehrt wurden Dr. Hartmut Holzinger, Anton Staudinger sowie das Ehepaar Barbara und Richard Kreuzer Foto: Simon Tschannerl

Roding. Es gibt viel zu tun – packen wir es an! Das war einmal ein Werbeslogan von Esso, einem Unternehmen, das damit in den Siebzigerjahren Benzin und Diesel verkaufte. Während der Treibstoff mittlerweile umstritten ist, ist das mit der vielen Arbeit und dem Appell zum Anpacken noch immer aktuell. Auch bei Landrat Franz Löffler, der beim Jahresempfang des Landkreises am Freitag in der Stadthalle in Roding den Zukunftsplan für den Landkreis vor 700 geladenen Gästen – darunter der ehemalige Astronaut und Festredner des Abends, Dr. Ulf Merbold – vorstellte.

Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von der Landkreismusikschule, etwa der Bigband (Bild). Foto: Simon Tschannerl
Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von der Landkreismusikschule, etwa der Bigband (Bild). Foto: Simon Tschannerl

Der Plan braucht viele Helfer in allen Bereichen – doch der Landrat ist zuversichtlich, dass das hier im Landkreis gelingt: „Garant dafür sind die Menschen, die kräftig anpacken!“ Dabei ist das Feld weit -– von der Bildung bis zum Sozialen ist Arbeit zu vergeben. Nach den Worten Löfflers gilt es, weiterhin in die Schulen zu investieren, um immer auf dem aktuellen Bildungsstand zu sein. Wichtig sei zudem, dass hier den Schülern die Grundwerte des Lebens vermittelt werden. Insbesondere eine neue Umweltbildung als Schulaufgabe sprach der Landrat dabei an, die im Bewusstsein verankert werden müsse.

Klügste Köpfe fürs Land

Neues sei künftig in der Wirtschaft gefragt, hob Löffler hervor. Neue Technologien seien kein Privileg für Städte – denn damit würden die Arbeitsplätze der Zukunft gesichert. Er forderte in dem Zusammenhang auch für das Conti-Werk in Roding alternative, neue Produkte, denn die Kompetenz sei da. Es brauche auch auf dem Land „die klügsten Köpfe“ und weitere Lehrstühle und Professoren – etwa für Künstliche Intelligenz. „In der Hightechagenda ist Cham mit dabei!“ Um hier vorwärts zu kommen, brauche es die digitale Infrastruktur, die in Eigenregie umgesetzt werde – ebenso wie das 5G-Netz.

Landrat Franz Löffler sieht den Landkreis auf einem guten Weg in die Zukunft. Foto: Simon Tschannerl
Landrat Franz Löffler sieht den Landkreis auf einem guten Weg in die Zukunft. Foto: Simon Tschannerl

Ein Thema, das lange Jahre gar nicht oder nur am Rande in den Redemanuskripten solcher Anlässe auftauchte, hat heute einen festen Platz: Ökologie und Nachhaltigkeit. „Wir müssen den Klimawandel annehmen!“, sagte Franz Löffler. Bei uns gelte es etwa laut Experten, allein 7000 Hektar Wald umzubauen, um ihn nicht auf Dauer durch die Wetteränderungen zu verlieren. Der Wald leide durch den Klimawandel – wie die Waldbauern, die massive Verluste durch Käfer hätten.

Ambulanter Bereich für Roding

Der Landrat sprach auch den Gesundheitsstandort Landkreis Cham an, der aktuell in Roding für Diskussionen wegen des angekündigten Endes des Krankenhauses sorgt. Er habe das Thema nicht bis nach der Wahl aussitzen wollen – „ich will den Menschen nichts vormachen“, so Löffler. Der ambulante Bereich werde enorm an Bedeutung gewinnen. Und hier werde der Schwerpunkt künftig in Roding sein, versprach er. Ansonsten brauche der Landkreis qualitativ hochwertige Medizin für die Menschen, auch Spezialisten. Es gehe um das optimale Ergebnis an allen drei Standorten.

Bei allen Herausforderungen gelte es, nicht in Panik zu geraten – man müsse mit Zuversicht und nicht mit Angst an die Themen herangehen. Der Landkreis sei gut aufgestellt, habe eine breite Basis an Unternehmen, um auch konjunkturelle Flauten zu überstehen, niedrigste Arbeitslosenquoten und die geringste Hartz-IV-Quote mit 2,5 Prozent. Er bat alle im Saal und in der Gesellschaft, den Gestaltungsauftrag für die Zukunft zum Besten des Landkreises auch künftig anzunehmen, um die Heimat zu stärken.

Sparkassenchef Franz Wittmann warb für Aktieninvestments und fürs Geldausgeben. Foto: Simon Tschannerl
Sparkassenchef Franz Wittmann warb für Aktieninvestments und fürs Geldausgeben. Foto: Simon Tschannerl

Sparkassenvorstandsvorsitzender Franz Wittmann ging in seinem Grußwort auf die Zins-Misere ein und warb für Investitionen in Aktien. Wer das nicht wolle, solle einfach Geld ausgeben und andere daran teilhaben lassen, indem man deren Arbeitsplätze damit sichere.

Unfreiwillig brachte Wittmann einen amüsanten Höhepunkt auf die Bühne. Er bat die „drei Falschparker“, die bei Netto gegenüber geparkt hätten, doch ihre Autos wegzufahren, bevor der Abschlepper komme. Als sich dann deutlich mehr auf den Weg machten, darunter einige bekannte Gesichter, gab es entsprechend viele Lacher im Publikum.

Kreisehrenzeichen für vier Bürger

  • Ehepaar Kreuzer:

    Seit 23 Jahren engagiert sich das Ehepaar Barbara und Richard Kreuzer aus Roding ehrenamtlich für die Notfallseelsorge. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die seelsorgerische Betreuung von Geschädigten, Beteiligten und deren Familienangehörigen sowie von Einsatzkräften zu übernehmen, die plötzlich in Not geraten sind. Seit 1999 ist Richard Kreuzer Einsatzleiter, seine Frau Bereichsleiterin für den Altlandkreis Roding. Als Einsatzkräfte in der Krisenintervention sind die Kreuzers oftmals der „rettende Strohhalm“ in extremen Situationen. Die beiden kümmern sich um Angehörige am Unfallort und sorgen auch für die erschöpften Helfer. Schließlich übernehmen sie die überaus schwierige Aufgabe, Angehörigen die Todesnachricht von nahestehenden Menschen zu überbringen. Sie helfen bei der Bewältigung der Krise. Dabei erfordert gerade die Überbringung einer Todesnachricht vom Helfer eine besondere Sensibilität und eine extreme Persönlichkeit und Stabilität der eigenen Psyche.

  • Dr. Hartmut Holzinger:

    Der Chamer engagiert sich in zahlreichen kulturellen Vereinigungen in Cham, beim Kulturverein Bayerischer Wald, im Kunstverein Museum SPUR sowie fürs Museum SPUR in Cham. Er ist langjähriger Vorsitzender des Torelli-Kammerorchesters Cham. Seit der Gründung des Fördervereins der Landkreismusikschule im Jahr 2000 ist er auch bei diesem Verein Vorsitzender. Damit wird bestmögliche Musikerziehung, besonders der Kinder und Jugendlichen, vom Förderverein unterstützt.

  • Anton Staudinger: Das erfolgreiche unternehmerische Wirken des Bad Kötztingers wird im Landkreis an zwei Beispielen sichtbar. So setzte er Akzente für die Entwicklung von Bad Kötzting, auch als Kurstadt. Er gründete 1991 in Bad Kötzting die TCM-Klinik, die erste deutsche Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin. Das europaweit einmalige Klinikkonzept ermöglicht eine tiefgreifende Behandlung. Mit dem Golfclub Sonnenhof in Lam, einem Vier-Sterne-Superior-Hotel, betreibt er einen der touristischen Leuchttürme im Landkreis.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht