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DGB fordert Schritte gegen Altersarmut


Johann Gruber

DGB-Ortsvorsitzender Herbert Breu bedankt sich bei Katja Ertl für ihren Vortrag. Foto: Johann Gruber
DGB-Ortsvorsitzender Herbert Breu bedankt sich bei Katja Ertl für ihren Vortrag. Foto: Johann Gruber

Furth i Wald.Furth im Wald Zum Vortrag „Armut im Alter – Ein Frauenproblem?“ hatte das DGB-Ortskartell Furth im Wald – Hohenbogenwinkel am Dienstagabend in das Café Mühlberger eingeladen. Ortsvorsitzender Herbert Breu konnte dazu die Regionssekretärin Katja Ertl vom DGB Oberpfalz als Referentin begrüßen.

Nicht nur die Einkommen. sondern auch die Vermögen seien in Deutschland extrem ungleich verteilt, so Ertl. Ein Prozent der Vermögendsten besitzt so viel wie 88 Prozent der deutschen Bevölkerung, von der etwa 20 Prozent gar kein Vermögen beziehungsweise sogar Schulden hat. Einen Grund dafür, dass sich die Schere zwischen arm und reich immer weiter öffnet, sehe der DGB darin, dass die vermögensbezogenen Steuern sehr gering sind. Nur 2,9 Prozent des Gesamtsteueraufkommens werden aus Vermögen generiert, womit das reiche Deutschland im internationalen Ranking in der Schlussgruppe liege.

Frauen verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. Diese Einkommenslücke vergrößert sich durch die häufiger durch Kindererziehung und Pflege von Angehörigen unterbrochenen Erwerbszeiten und damit anrechenbaren Rentenversicherungszeiten bei den Frauen im Rentenalter auf 46 Prozent. Dabei gibt es auch noch regionale Unterschiede.

Im Durchschnitt betrug die monatliche Rente der Neurentnerinnen 2017 in der Oberpfalz 624 Euro (Bayerndurchschnitt 684 Euro, Bundesdurchschnitt 737 Euro). Den Frauen im Landkreis Cham bleibt dabei mit 554 Euro nur die rote Laterne in der Oberpfalz, hinter Schwandorf (590 Euro). Die höchsten Renten beziehen die Frauen in der kreisfreien Stadt Amberg (684 Euro). DGB-Ortsvorsitzender Breu kritisierte in diesem Zusammenhang die mangelnde Tarifbindung im Landkreis Cham, die auch eine Folge davon sei, dass sich viel zu wenige Arbeitnehmer in Gewerkschaften organisieren.

Als eine der wichtigsten Ursachen niedriger Renten bezeichnete die Referentin geringe Löhne. Dazu kommen bei Frauen überdurchschnittlich oft Teilzeitarbeit durch Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen. Der DGB fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik und eine Stärkung der Gesetzlichen Rentenversicherung, so Ertl.

Auch wer jahrzehntelang nur für niedrigen Lohn gearbeitet hat, sollte im Alter von seiner Rente leben können. Dafür habe Bundesarbeitsminister Hubertus Heil einen Grundrentenvorschlag vorgelegt, so Ertl. Der DGB befürworte diese „Respekt-Rente“ als faires Angebot an die Menschen, die mindestens 35 Jahre anrechenbare Rentenversicherungszeiten aus Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen vorweisen können. (fer)

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