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Wirtschaft

Die 35. ChamlandSchau war ein Magnet

Berufsorientierung und Auftragsabschlüsse lockten am Montag noch einmal viele Besucher. Waren es 48 000?
Von Johannes Schiedermeier

Wo wird man schon mal vom Polizei-Chef persönlich über den Beruf des Polizisten informiert – die ChamlandSchau macht’s möglich: 1. Polizeihauptkommissar Alfons Windmaißer im Gespräch mit Schülern. Foto: Schiedermeier
Wo wird man schon mal vom Polizei-Chef persönlich über den Beruf des Polizisten informiert – die ChamlandSchau macht’s möglich: 1. Polizeihauptkommissar Alfons Windmaißer im Gespräch mit Schülern. Foto: Schiedermeier

Cham. Die Stimmung bei den Ausstellern war gemischt. Sie reichte von „No ja“, über „hat basst“ bis hin zur großer Zufriedenheit. Die Organisatoren Fritz Zenk und Marlis Krause gehörten zur letzteren Fraktion. Sie zogen am Montagnachmittag eine sehr gute Bilanz der 35. ChamlandSchau.

Zenk weiß auch um die gemischte Stimmung. „Das ist immer so. Wir haben das bekommen, was wir dringend gebraucht haben: viele Besucher. Dafür haben wir im Vorfeld viel gearbeitet und investiert. Was dann am Ende für jeden einzelnen Aussteller draus wird, das liegt nicht in unserer Hand.“

48 000 Besucher?

Zenk weiß, dass er sich heuer aus dem Fenster lehnt, wenn er die Besucherzahl schätzt. Denn heuer wurden die alle beim Rein- und Rausgehen erstmals auf Kontaktmatten einzeln registriert. „Dadurch wissen wir am Ende ganz genau, wie viele Leute da waren“, sagt der Messe-Organisator.

Erstmals wurde jeder Besucher auf einer Kontaktmatte registriert. Die Zahlen werden in Frankreich ausgewertet und dann bis nächstes Wochenende nach Cham geschickt. Foto: Schiedermeier
Erstmals wurde jeder Besucher auf einer Kontaktmatte registriert. Die Zahlen werden in Frankreich ausgewertet und dann bis nächstes Wochenende nach Cham geschickt. Foto: Schiedermeier

Fritz Zenk hat auch versprochen, unserem Medienhaus die Originalmail der Auswertung zuzuleiten. Nun zur Schätzung: Der Freitag und der Samstag waren wegen des ungünstigen Wetters durchwachsen. Der Sonntag war der Hammer und der Montag gut. „48 000“ sagt Zenk. Und er ist gespannt, ob er daneben liegt.

Richtig liegt das Organisatoren-Duo offensichtlich schon einmal bei den Ausstellern. „Es haben nur zwei bisher definitiv gesagt, dass sie nächstes Jahr nicht wieder kommen. Einer kommt nur im Zweijahres-Rhythmus und der andere hat die ganze Messe schon gemosert. Das passt“, sagt Marlis Krause gewohnt direkt.

Sehr zufrieden waren die beiden Messe-Organisatoren Fritz Zenk und Maris Krause. Foto: Schiedermeier
Sehr zufrieden waren die beiden Messe-Organisatoren Fritz Zenk und Maris Krause. Foto: Schiedermeier

Sehr zufrieden sind die beiden auch mit den Auswirkungen der Facebookaktion. 57 000 Interessierte haben sie damit im Vorfeld erreicht. Nur 20 Prozent von ihnen waren über 45. Daraus schließt Fritz Zenk: „Es wird eben nicht alles im Internet gekauft, wie das gerne behauptet wird. Auch die ChamlandSchau hat ihre Berechtigung. Das sieht man ja auch daran, wie viele Besucher kommen.“ Natürlich habe es auch die ein oder andere Beschwerde gegeben von den Ausstellern, weil es halt die Schnäppchenjäger gibt, die sich sogar Händeweise die Probier-Salami in die Taschen stopfen. „Klar könnte man solche Leute durch einen Eintritt abschrecken. Aber wir wollen eigentlich, dass jeder rein kann. Und wenn sogar am Samstag– der jetzt vom Besuch her nicht der Renner war – die Aussteller am Abend ins Zelt kommen und sagen: Das war ein guter Tag, dann scheint doch immer wieder für jeden was dabei zu sein“, sagt Zenk.

Auch die Beschwerden über zu viele Autoaussteller kennt er. Da sieht er aber keine Chance, etwas zu ändern, und will das auch gar nicht: „Soll ich denen sagen: Ich will euch nicht? Außerdem belegen die Autohändler die tiefen, schmaleren Stände. Dafür gibt es nur ganz schwer Alternativen“, plaudert er aus dem Organisatoren-Nähkästchen.

Zenk und Krause sitzen inzwischen recht sicher im Sattel. „Wir sind die besucherstärkste Schau in der Oberpfalz, falls Regensburg tatsächlich ausfällt. Inzwischen ist es so, dass Aussteller, die nur alle zwei Jahre kommen wollen, möglicherweise ihren Stand nicht mehr belegen können, weil er schon vertickt ist.“

Berufsorientierung lief super

Auch beim Zoll waren alle sehr zufrieden mit der Berufsorientierung am Montag: Interessierte Schüler, konkrete Fragen. Foto: Schiedermeier
Auch beim Zoll waren alle sehr zufrieden mit der Berufsorientierung am Montag: Interessierte Schüler, konkrete Fragen. Foto: Schiedermeier

Super gelaufen ist die Berufsorientierung, die federführend vom Landratsamt organisiert wird. Michael Lochner vom Hauptzollamt Regensburg berichtet von großem Interesse. „Die Schüler rennen uns derzeit die Türe ein.“Sie seien gut vorbereitet und sehr konkret in ihren Fragen. „Das hat uns überrascht. Da hat es früher Jahre gegeben, wo nur Kugelschreiber und Luftballone abgegriffen wurden.

Auch bei der Bundeswehr herrschte Andrang nach Informationen. Foto: Schiedermeier
Auch bei der Bundeswehr herrschte Andrang nach Informationen. Foto: Schiedermeier

Oberstabsfeldwebel Karl Scherlin erzählt genau dasselbe am Stand der Bundeswehr. Natürlich gebe es noch immer diejenigen, die nach dem großen Geld fragten. „Denen muss man dann halt sagen, dass es tatsächlich in Afghanistan 110 Euro pro Tag steuerfrei zu verdienen gibt. Man muss es halt anschließend auch ausgeben können.“

Am Stand der Polizei berät Beate Schock, Polizeioberkommissarin aus Regensburg. Auch sie hat gute Erfahrungen, gibt ganz gezielte Tipps und sagt auch mal, wenn ein Bewerber die Voraussetzungen nicht erfüllt. Chams Polizei-Chef Windmaißer macht klar, dass nicht nur Abiturienten gesucht werden. „Helle Köpfchen brauchen wir und die gibt es nicht nur am Gymnasium.“ Auch die Polizei berichtet von sehr konkreten Interesse.

Einzige Kritik an diesem Tag: Die Busse des Landratsamtes werden von manchen Schulen auch mit zu jungen Schülern nach Cham geschickt, die für eine Berufsberatung noch gar nicht infrage kommen. „Die werden dann von der Lehrkraft am Zelteingang freigelassen mit den Worten: Wir treffen uns um 12.15 Uhr. Benehmt euch! – Das ist aber nicht die Zielgruppe“, sagt Fritz Zenk.

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