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Roding

Die Bäume der Zukunft im Klimawandel

Die warmen und relativ trockenen Jahre 2016, 2017 und 2018 haben den Waldbesitzern vor Augen geführt, dass sich in manchen Teilen Bayerns das Klima zukünftig so drastisch verändern könnte, dass ein Großteil der heimischen Baumarten mit in der Vergangenheit niedrigem Anbaurisiko verloren gehen könnte.
Jakob Moro

Vorsitzender Josef Ziegler dankte Ministerialrat Stefan Pratsch für seinen Vortrag mit Präsenten.  Foto: Jakob Moro
Vorsitzender Josef Ziegler dankte Ministerialrat Stefan Pratsch für seinen Vortrag mit Präsenten. Foto: Jakob Moro

Roding.Immer mehr heimische Baumarten kommen bei Bedingungen wie im Sommer 2018 unmittelbar an ihre Grenzen und sterben ab oder erleiden Folgeschäden. Um Waldbesitzern bei der Suche nach Baumarten der Zukunft zu unterstützen, werden schon jetzt nichtheimische Baumarten auf ihre Anbaufähigkeit in unseren Wäldern auf trocken-warmen Standorten in auf Dauer angelegten Versuchanbauten getestet. Zu diesem Thema hatte die Waldbesitzervereinigung Cham-Roding in ihrer Jahresversammlung in der Rodinger Stadthalle Ministerialrat Stefan Pratsch, den Leiter des Referats Waldbau am Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eingeladen.

Zahlreiche Waldbesitzer kamen, um den „Obersten Waldbaubeamten“ Bayerns zu hören. „Der Klimawandel, die Erwärmung des Klimas ist in der Öffentlichkeit angekommen. Wir müssen auf das Tempo drücken und verstärkt reagieren“, sagte der Referent aus München zu Beginn seinen mit Power-Point unterlegten Vortrages. Die Witterungsereignisse werden extremer, Schadorganismen reagieren, Wirtspflanzen werden geschwächt, der Erhalt des Waldes als prioritäres Ziel wird schwieriger, so der Referent. Durch die zum Teil massiven Schäden sind in einigen Regionen der Bestand der Wälder und damit auch Waldfunktionen wie der Erhalt der Biodiversität und Wasser- und Bodenschutz gefährdet. Die Waldschadensbilanz zeigt, dass allein im Jahre 2019 in Bayern rund zehn Millionen Festmeter Schadensholz, vor allem Nadelholz angefallen ist. Der Laubholzschaden beträgt lediglich rund 0,6 Millionen Festmeter. Gerade bei der Kiefer sei der Nadelverlust in letzten Jahren sukzessive angestiegen, während er bei der Tanne wesentlich zurückging, so der Referent.

Er ging auf den Waldgipfel des Bundesministeriums ein und zitierte: „Den Wald mit all seinen Funktionen, insbesondere der Klimafunktion, zu erhalten, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Bund wird einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten, die akuten Schäden zu bewältigen, geschädigte Wälder schnellstmöglich wieder zu bewalden sowie die Wälder in Deutschland in ihrer Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel insgesamt zu stärken.“ Die Wiederbewaldung der 180 000 Hektar Schadflächen ist vordringlich, dabei sollten Naturverjüngungspotentiale und natürliche Sukzession, aber auch hochqualitatives Saat- und Pflanzgut genutzt werden. Bewährte, nicht heimische Baumarten sollten im Spektrum berücksichtigt und die Forschung zu geeigneten, klimaresilienten Baumarten intensiviert werden. Dafür stellt der Bund 550 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren, allein in Bayern 100 Millionen Euro zur Verfügung. (rjm)

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