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Erziehung

Die Balance zwischen Herz und Kopf

Maria Stauber referierte in Stamsried zum Thema „Sag niemals Ja, wenn du Nein meinst!“

Kita-Leiterin Nicole Griesbauer (rechts) begrüßte Maria Stauber von der KEB. Foto: rsp
Kita-Leiterin Nicole Griesbauer (rechts) begrüßte Maria Stauber von der KEB. Foto: rsp

Stamsried.Zum Elternabend mit dem Thema „Sag niemals Ja, wenn du Nein meinst!“ mit Referentin Maria Stauber hatte die Theresa-Gerhardinger-Kita eingeladen. Die Elternkursleiterin verstand es ausgezeichnet, mit den Eltern die Themen und Tipps zur Kunst des Nein-Sagens zu erarbeiten. Dabei wurden viele Fragen gestellt: „Wie bin ich selber erzogen worden, welche Werte und Erziehungsziele waren für meine Eltern wichtig?“ oder „Was davon würde ich gerne an meine Kinder weitergeben, was nicht, oder habe ich als Kind vielleicht einen Liebesentzug bekommen?“. Die Gründe sind sehr vielfältig, warum ich nicht nein sage, obwohl ich es gerne wollte, sagte die Erzieherin im Laufe ihres Vortrages. Wir wollen die anderen nicht verletzen, sie nicht vor den Kopf stoßen, keine Egoisten sein und verhindern, dass andere uns ablehnen. Wir haben Angst vor Konflikten und schaffen, indem wir sie vermeiden wollen, umso größere, erklärte Stauber. Die Sehnsucht, angenommen und geliebt zu werden, ist menschlich. Vielleicht ist dieses Bedürfnis bei den eigenen Kindern am größten, meinte die Referentin. Und ein „Nein“ wirkt dem entgegen. „Neins“ machen unpopulär, unbequem und ungeliebt – kurzfristig.

Mittelfristig steigern sie den Wert unserer „Jas“. Langfristig führt das angemessene Neinsagen dazu, dass unsere Aussagen verlässlicher werden, dass auch die Bejahung, das Lob und die Erlaubnis schwerer wiegen. Ob im privaten oder beruflichen Bereich: Nein sagen sei wichtig. Nein sagen ist ein Selbstschutz. Wer keine Grenzen setzt, lässt zu, dass andere über seine Zeit und Energie bestimmen.

Schließlich gab Stauber den Eltern ein paar kurze Hilfestellungen zur Kunst des Nein-Sagens mit auf den Weg. Je mehr man unter Druck eine Entscheidung treffe, desto wahrscheinlicher laufe sie nach alten Mustern ab. Es gibt verschiedene Gründe, warum es einem schwerfallen kann, Nein zu sagen. „Finden Sie ihren ganz persönlichen heraus“, forderte Stauber die Eltern auf und appellierte: „Werfen Sie die Schuld aus dem Fenster, wenn Sie merken, dass Sie beginnen, sich schuldig zu fühlen, weil sie Nein sagen wollen. Sie sollen sich das Nein zuzugestehen“. Motivieren zum Nein-Sagen kann man sich, indem man sich klarmacht, welchen Nutzen man von einem Nein hat und welchen Preis man bei einem Ja bezahlt.

Schließlich sollte jeder seine persönliche Art, Nein zu sagen, herausfinden. Man kann es hartnäckig, leise, sachlich und klar sagen. Unsinn sei, zu meinen, man müsse dabei schreien, laut werden oder gewalttätig auftreten. Die Bedeutung des vorbildlichen, steten Lernens, gerade beim Nein-Sagen und auch bei der Erziehung, lag der Kursleiterin am Herzen. (rsp)

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