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Politik

Die Chamer CSU will die Ernte einfahren

Landrat Löffler und die Kreis-CSU bilanzieren einen erfolgreichen Wahlkampf für den 15. März und hoffen auf den Wahlerfolg.
Von Christoph Klöckner

  • Hier packen alle an: CSU-Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier verhalf Landrat Franz Löffler wieder in die richtige Position, nachdem er der Schwerkraft nachgegeben hatte.
  • Landrat Franz Löffler gab sich kämpferisch gegenüber den Mitbewerbern: „Jeder kann rosarote Zielfotos malen. Was mir fehlt sind die Rezepte, um dorthin zu kommen!“
  • Die CSU traf sich zum Wahlkampfabschluss, auch Rodings CSU-Bürgermeisterkandidat Rainer Gleixner trat ans Rednerpult und versprach, wenn nötig bis zum 29. März, dem Stichwahltag, zu kämpfen.

Roding.So als brauche es eine Bestätigung, was da eben am Rednerpult gelobt wurde - dass bei der CSU jeder im Wahlkampf mit anpackt -, macht sich Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier unter den Klängen der Stadtkapelle auf, um den Landrat an der Stadthallenwand in Roding am Donnerstagabend wieder in Position zu bringen.

Dessen Abbild zwischen zwei weiteren Franz-Löffler-Plakaten hat der Schwerkraft nachgegeben und sich gen Boden bewegt. Sozusagen, um der Volksweisheit nachzukommen, dass aller guten Dinge drei sind, hat Holmeier das Plakat kurzerhand vor dem Absturz gerettet und die Mitte wieder vervollständigt.

„Diese Wahl ist die wichtigste“

Dass es einen Absturz am 15. März für die Partei im Landkreis gibt, damit rechnet keiner der gut 80 Christsozialen im Saal beim Wahlkampfabschluss in Roding. Im Gegenteil: Die Devise von MdB Landrat Franz Löffler, MdB Karl Holmeier und Rodings Bürgermeisterkandidat Rainer Gleixner lautet: „Es ist Zeit, die Ernte einzufahren!“

Mitten in diesem Winter - er habe am Morgen erstmals Schnee schieben müssen, so Löffler - ist das Bild mit der Ernte zwar nicht zeitgemäß. Doch bezogen auf die Kommunalwahl ist klar, was gemeint ist: So viele Stimmen für die Erfolge der vergangenen sechs Jahre am Wahltag einsammeln wie möglich. „Die Kommunalwahl ist die wichtigste!“, hebt Holmeier hervor.

Die Handschrift der CSU

„Die Bilanz ist hervorragend“, sagt Karl Holmeier. Und das Erreichte trage die Handschrift der CSU. Noch nie habe der Landkreis in den vergangenen 50 Jahren besser dagestanden als heute. Man müsse nun noch 14 Tage kräftig anschieben, so Holmeier, um auf das Erreichte aufzubauen, wie etwa die Erfolge in der Krankenhaus-Entwicklung oder in der Wirtschaft. Rainer Gleixner berichtet von seinem Haustürwahlkampf. Die meisten seien erfreut gewesen, dass einer vorbeikommt: „Wenn ich den ein oder anderen um 11 Uhr geweckt habe, dann bitte ich um Entschuldigung!“

Gleixner teilt auch aus: „Besonders die jüngere Generation der Mitbewerber hat durch Respektlosigkeit auf sich aufmerksam gemacht!“ Vor allem dem Amtsinhaber und langjährigen Bürgermeister Franz Reichold gegenüber, dessen Leistungen teilweise ins Lächerliche gezogen worden seien: „Diese Leistungen lassen wir nicht kleinreden!“ Auch Landrat Franz Löffler sieht Anlass genug, Rodings Bürgermeisters Franz Reichold in Schutz zu nehmen vor den Wahlkampfäußerungen aus dem Kandidatenkreis.

Neonazis und Corona

Zwei aktuelle Themen hat Löffler auf seiner Agenda. „Wir müssen wachsam sein!“, sagt er aus Anlass des Auffliegens des 22-jährigen Chamer Neonazis. Auch dank hiesiger Sicherheitsstellen sei der ermittelt worden. Er appelliert, genau hinzuschauen, ob bei Freunden, bei Bekannten und auch der Familie: „Ich weiß nicht, ob die Eltern das wussten.“ Solche Dinge seien Angriffe auf den Rechtsstaat. Die demokratischen Grundwerte müssten wieder stärker verankert werden.

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Bei der nahenden Corona-Epidemie stelle sich die Frage, wie man damit umgehe. „Nicht übertreiben“, ist sein Rat. Und die Hygiene-Maßnahmen befolgen. Möglich wäre auch ein Reise-Stopp. Er hoffe, dass es noch etwas dauert, bis Corona hier ist und die Influenza-Welle weg - dann werde die Diagnose leichter.

Viele junge Gesichter bei Veranstaltungen

Der Wahlkampf selbst habe ihn überrascht, sagt Löffler: „Das zeigt, dass die Demokratie lebt!“ Die Menschen wollten die Botschaft, wie es weitergeht in der Heimat. Dank CSU habe man im Landkreis Erfolge erreicht, woran viele nicht geglaubt hätten. Löffler griff auch seine Konkurrenten an: „Zielfotos in rosaroten Farben kann jeder malen!“ Doch Rezepte, wie der Arbeitsplatz von morgen gesichert werden könne, die habe da keiner.

„Die Begleitmusik ist teilweise heftig“, so Franz Löffler zur Qualität des Wahlkampfes. Es sei sein elfter, doch erst jetzt habe er gelernt, dass er nur Landrat in Teilzeit sei. Was ihn danach angerührt habe, sei zum einen, dass er Briefe aus Reihen der Freien Wähler bekommen habe, die sich davon distanzierten, zum anderen der Bürgermeister von Schorndorf, ein Freier Wähler, ihn extra empfohlen habe.

Weiter mit wirtschaftsfreundlicher Politik

Er betont an diesem Abend, dass er jeden Kandidaten respektiert, „sie dürfen auch jung sein“, doch müssten sie Rezepte für die Zukunft haben. „Unsere wirtschaftsfreundliche Politik werden wir weiterführen!“, so Löffler. Auch wenn hier nicht so viel verdient werde wie anderswo, wachse der Lohn dynamisch. Zudem sei das Leben hier günstiger. Er setze weiter auf Familienbetriebe, auch ohne Betriebsrat. Denn das sei nicht das Ausschlaggebende.

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Schwerpunktthemen

  • Krankenhaus:

    „Das ist doch lächerlich!“, sagt Landrat Löffler zum Vorschlag des Rodinger FDP-Bürgermeister-Kandidaten Alfred Stuiber, das Krankenhaus zu rekommunalisieren. Womit hätte man dann die Bildung finanzieren sollen. Er setze jetzt auf das Viersäulenmodell für die Gesundheitsversorgung in Roding.

  • Straßen:

    Der Landkreis sei die vergangenen Jahre Schwerpunkt beim Straßenbau gewesen, so Löffler. Mit dem Ausbau dieser Infrastruktur komme der Landkreis nach vorn. Würden aber die Grünen im Bund regieren, sei das vorbei: „da wird mir Angst und Bange um die B20!“

  • Internet:

    Manchmal müsse es so kommen, wie es komme, sagt Löffler und meint das Scheitern mit M-net. Man habe von denen „a bissle“ mehr als 30 Millionen Euro bekomme, baue jetzt die Leitung mit Fördergeldern für 120 bis 130 Millionen Euro aus, die dann dem Landkreis gehöre. Der Partner sei Vodafone.

  • Klimawandel:

    Er setze hier auf praktikable Dinge, wie etwa Schulgärten oder Einkaufen auf regionaler Ebene, sagt Löffler: „Wir können nicht auf die Landwirtschaft schimpfen und denen nichts abkaufen!“ Böschungen sollen nur noch einmal im Jahr gemäht werden, um Insekten zu schützen.

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