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Wirtschaft

Die Digitalisierung ist alternativlos

Wirtschaftsminister Aiwanger referierte beim Mechatronik-Forum in Cham und erläuterte Zielvorgaben und politische Absichten.
Von Fred Wutz

Staatsminister Hubert Aiwanger referierte am Donnerstagvormittag beim 13. Internationalen Forum Mechatronik zum Thema „Strategie des Freistaates Bayern zur Digitalisierung der Wirtschaft“. Foto: Fred Wutz
Staatsminister Hubert Aiwanger referierte am Donnerstagvormittag beim 13. Internationalen Forum Mechatronik zum Thema „Strategie des Freistaates Bayern zur Digitalisierung der Wirtschaft“. Foto: Fred Wutz

Cham.Die Aufforderung bei der Begrüßung zum 13. Internationalen Forum Mechatronik nahm Staatsminister Hubert Aiwanger bereitwillig an: Er könne wohl einen Nagel in ein Brett einschlagen, meinte er, wenngleich Digitalisierung an diesem Tag das große Thema sei. Aiwanger informierte sich anlässlich seines Besuches im Landkreis Cham auch bei Alpha Verteilertechnik über die dort hergestellten Batteriespeicher.

„Strategie des Freistaates Bayern zur Digitalisierung der Wirtschaft“ war das Vortragsthema, mit dem sich Hubert Aiwanger befasste. Der stellvertretende Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie bezeichnete die Mechatronik als ein Musterbeispiel des Zusammenwirkens: Zahnradartig greife hier vieles ineinander, von der Mechanik bis zur Informatik.

Disziplinen fließen ineinander

An die Werkbank wurde Staatsminister Aiwanger (2. v. l.) bei Alpha Verteilertechnik gebeten, um ein Bauteil zu montieren. Foto: fwu
An die Werkbank wurde Staatsminister Aiwanger (2. v. l.) bei Alpha Verteilertechnik gebeten, um ein Bauteil zu montieren. Foto: fwu

Der Staatsminister sah eine rasante Entwicklung und innerhalb dieses Vorgangs einen wesentlichen Aspekt: „Die Disziplinen verfließen immer mehr ineinander!“ Dies müsse berücksichtigt werden, und: „Keine Wirtschaftsbranche kann sich hier ausschließen, darf auch nicht außen vor bleiben!“ Prinzipiell gilt laut Aiwanger auch – als Folgerung daraus – dass jeder Heranwachsende bestens auf sein berufliches Leben vorbereitet werden müsse, damit er seine Chancen wahrnehmen könne.

Hinsichtlich der Kritik an der Digitalisierung meinte der Staatsminister: „Wir müssen zugleich einen Angstabbau bewirken, denn die Digitalisierung ist alternativlos!“ Nach seinen Worten führt die Entwicklung nicht ausschließlich dazu, dass Arbeitsplätze wegfallen: „Digitalisierung ist vielmehr die einzige Chance, Arbeitsplätze zu erhalten!“ Man blicke auf eine gewissermaßen zweigeteilte Situation: einerseits Wegbrechen traditioneller Bereiche, andererseits das Aufkommen positiver Innovationen. „Es geht jetzt darum, möglichst schnell und viel moderne Technik in unserem Land zu in-stallieren,“ meinte Hubert Aiwanger und skizzierte dies anhand seiner persönlichen Erfahrungen bei der Anreise nach Cham. „Immer mal wieder Telefon-Abbruch auf der 16er“ gebe schon zu denken. Ein Ziel müsse also sein, die Kommunikationsverbindungen herzustellen oder gravierend zu verbessern.

„Flächendeckend Mobilfunkstandard G4 brauchen wir,“ betonte der Minister, schon bald solle G5 kommen. „Die Debatte ist müßig, ob wir das brauchen oder ob es gesundheitsschädlich ist,“ meinte der Minister, „Wenn wir automatisiertes Fahren oder beschleunigte Produktionsprozesse oder auch Telemedizin betrachten – da ist es unerlässlich!“ Er denke, dass „4G draußen in der Fläche“ nötig sei. Es gelte dafür die Infrastruktur vorzubereiten und zu schaffen, denn es nütze alles nichts, wenn die Aufstellung von erforderlichen Sendemasten am Widerstand in den Gemeinden scheitere.

Politik

Hubert Aiwanger will Bad Kötzting helfen

Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger informierte sich vor Ort über die Stadt als Gesundheitsstandort.

Nach Ansicht von Hubert Aiwanger „brauchen wir auch schnell Campus-Lösungen mit G5“, also Bereiche für Firmen und Nutzer, in denen dieser schnelle Kommunikationsstandard zur Verfügung stehe. Ebenso schnell müsse entlang der Autobahnen der Standard G4 erreicht werden, so der Minister, und nannte die Verbindung von München nach Prag als Beispiel. Gleichzeitig müsse die Bildungsinfrastruktur in Form von Digitalen Gründerzentren perfektioniert werden.

Roboter Pepper, Landrat Franz Löffler (r.) und IHK-Vize Dr. Alois Plößl begrüßten den Minister. Foto: fwu
Roboter Pepper, Landrat Franz Löffler (r.) und IHK-Vize Dr. Alois Plößl begrüßten den Minister. Foto: fwu

Wesentliches Ziel der bayerischen Politik, so Staatsminister Aiwanger, müsse in Zukunft sein, Geschäftsideen zu unterstützen. Man brauche vor allem auch eine sehr schnelle Verknüpfung des Entwicklungs- und Ideenbereiches mit der Industrie. „Und als bayerischer Patriot sage ich, dass wir die Dinge in der Region lassen sollen! Wir müssen die Geschäftsmodelle nicht nur entwickeln, sondern auch bei uns etablieren!“ In dieselbe Richtung weise ein anderer Gedanke: „Gute Dinge dürfen nicht verschwinden, nur weil das Geld fehlt!“

Auch zwei wesentliche generelle Zielsetzungen formulierte Aiwanger: „Wir müssen den Rückgang unseres Wohlstandsniveaus verhindern und wir werden politische Anschlusslösungen bringen müssen.“ Es gelte bei alledem nämlich, „die Leute in der Region zu halten“ und eine intelligente Vernetzung der Themen herbeizuführen. Die Modernisierung müsse seitens der Politik mit aller Fantasie unterstützt werden. Nur wenn der Staat auch in der Zukunft steuerliche Einnahmen richtig verteilt, wenn Wirtschaft und Beschäftigung stimmen, könne er seinen Aufgaben nachkommen, „nur dann können wir Kindergärten erhalten oder Bienen retten.“

Aiwanger streifte auch große politische Themen. Er äußerte die Hoffnung dass der Brexit nicht zustandekomme. Zur „Verunsicherung im Automobil-Bereich“ sah er „das Batterie-Auto nicht als Lösung für alle“. In der Wasserstoff-Technik sehe er große Chancen in Kombination mit Photovoltaik sowie neuen Transporttechniken. „Wir brauchen Anschlussvisionen, Erfindungen sind nötig,“ so der Minister, der das Mechatronik-Forum und die dabei praktizierte internationale Zusammenarbeit lobt. Er sei der Auffassung: „Mechatronik ist mit Blick auf die Zukunft eine wichtige Schlüsselthematik!“

Alpha-Speichertechnik erkundet

Als weitere Station seines Besuches im Landkreis Cham hatte Staatsminister Hubert Aiwanger die Alpha Verteilertechnik GmbH in Cham-Altenmarkt auf dem Programm. In dem Werk informierte er sich über den neue Batteriespeicher Junelight Smart Battery zur Speicherung und Nutzung von selbsterzeugtem Strom (z. B. Photovoltaik), der auf Anforderungen im privaten Eigenheim ausgelegt ist. Mit Andreas Matthé, Elmar Reuter und Jens Alexander Stapel standen kompetente Gesprächspartner bereit. Und dass der Minister durchaus anzupacken versteht, zeigte er – auch unter dem Aspekt „einen Nagel einschlagen“ – als er die Gelegenheit nutzte, an einer Werkbank bei der Montage eines Bauteils selbst Hand anzulegen.

Forum Mechatronik

  • Veranstaltung:

    Das 13. Internationale Forum Mechatronik führte am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Experten aus Italien und Österreich, aus der Schweiz und Deutschland zusammen. Besucher kamen auch aus weiteren Ländern.

  • Themen:

    Digitalisierung stand als großer Titel im Mittelpunkt. Eine B2B-Börse, die Vorstellung des Schreitroboters „Tradinno“ (Further Drache) und ein rundes Dutzend Fachvorträge bildeten das Programm des Forums.

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