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Region Cham
Sonntag, 19. August 2018 29° 1

Konzert

Die Domspatzen verzaubern Cham

Der Chor aus Regensburg präsentierte seine Stimmgewalt in der Pfarrei St. Jakob. Am Ende wurde für das Hospiz gesammelt.
Von Monika Kammermeier

Sänger: Einige der Sänger kamen teilweise völlig ohne Notenblatt bei der gesamten Aufführung aus. Hier die Jüngsten im Sopran – der dritte von links – beeindruckte mit einem klaren und hellen Solobeitrag im obersten Tonbereich. Foto: kmo
Sänger: Einige der Sänger kamen teilweise völlig ohne Notenblatt bei der gesamten Aufführung aus. Hier die Jüngsten im Sopran – der dritte von links – beeindruckte mit einem klaren und hellen Solobeitrag im obersten Tonbereich. Foto: kmo

Cham.Die Regensburger Domspatzen gibt es seit 1 000 Jahren. Seit Domkapellmeister Dr. Theobald Schrems in den 30-er Jahren sind sie weltberühmt. Mit Domkapellmeister Roland Büchner sind sie heute in Japan, ganz Europa, China, den USA und auch im Nahen Osten, Oman, unterwegs. Und am Freitagabend waren sie in Cham in der Stadtpfarrkirche St. Jakob.

Die Kirche war nahezu voll. Die Domspatzen gaben ein geistliches Konzert mit teilweise bekannten Stücken und welchen, die den meisten nicht so vertraut waren. Liedern, die komponiert waren, um Gott zu ehren, sagte Hausherr Pfarrer Dieter Zinecker in seiner Begrüßungsrede. „Wir könnten zwar mit dem Nötigsten auskommen, aber ohne den musikalischen Luxus wären wir tatsächlich arm. Die Gesänge der Domspatzen sollen nicht nur im Gebäude erklingen, sondern tief in uns.“

In beeindruckender Qualität

Der weltberühmte Chor der Regensburger Domspatzen mit Domkapellmeister Roland Büchner (hinten Mitte) gastierte in der Stadtpfarrkirche St. Jakob in Cham. Foto: kmo
Der weltberühmte Chor der Regensburger Domspatzen mit Domkapellmeister Roland Büchner (hinten Mitte) gastierte in der Stadtpfarrkirche St. Jakob in Cham. Foto: kmo

Und keine Frage, das taten sie. Auftakt war das Pueri Hebraeorum von Tomás Luis de Victoria (1548-1611). Mit Liedern aus der Karfreitagsliturgie ging es weiter: „In monte Oliveti“ von Orlando di Lasso (1532-1594) und „Eli, Eli!“ von György Deák-Bárdos (1905-1991). Zeitgenössische Komponisten wie Eric Withacre (*1970) mit „Lux aurumque“ oder Wolfram Menschik mit „Die Seligpeisungen“ waren in dem Programm ebenso wie klassische Komponisten wie Palestrina, Mozart, Bruckner oder Rheinberger. Schon nach den ersten Klängen war man tief berührt.

Die Stimmgewalt der gut geschulten jungen Sänger, ihre exakten Einsätze, das Erbringen hoher und langanhaltender Töne, verschiedene Soli, die saubere Ausformulierung, ihre Atemtechnik – das alles beeindruckte sehr. Einige der Sänger brauchten die eineinhalb Stunden der Darbietung nicht einmal ein Notenblatt. Sie sangen komplett auswendig!

Büchner: Domkapellmeister Roland Büchner (64) steht seit September 1994 an der Spitze der Institution der Regensburger Domspatzen. Seine Begeisterung und die der jungen Chorsänger war für alle spürbar.  Foto: kmo
Büchner: Domkapellmeister Roland Büchner (64) steht seit September 1994 an der Spitze der Institution der Regensburger Domspatzen. Seine Begeisterung und die der jungen Chorsänger war für alle spürbar. Foto: kmo

Von der ersten Reihe aus konnte man gut sehen, wie konzentriert und harmonisch Domkapellmeister Roland Büchner (64) mit seinem Chor arbeitete. Von vier- bis achtstimmig waren die Lieder konzipiert und Domkapellmeister Büchner dirigierte exzellent und mit enormer Ausstrahlung. Büchner ist an der Spitze der Institution in den Bereichen Chor, Gymnasium, Grundschule und Internat mit Ganztagesbetreuung. Er leitet diese als Domkapellmeister und Stiftungsvorstandsvorsitzender. Er studierte an der Kirchenmusikschule Regensburg und der Musikhochschule München die Hauptfächer Kirchenmusik und Orgel. Zusätzlich erwarb er in den Fächern Gregorianik und Orgel das Baccalaureat des Pontificium Institutum Musicae Sacrae Rom.

Die Begeisterung, mit welcher die jungen Sänger bei der Sache sind und er selbst, war mit den Händen greifbar und ging auf jeden einzelnen Besucher über. Man konnte ihnen die tiefe Ergriffenheit ansehen.

Dass dieses Highlight in Cham stattfinden konnte, dafür gab Fabian Förster den Anstoß. Der Sohn von Andreas Förster (Geschäftsführer des Hotels am Hohenbogen/Kolpingshaus) singt bei den Regensburger Domspatzen im Tenor und derzeit in der 11. Klasse. Schon jetzt komme ihm das Heulen, wenn er daran denke, seine zweite Familie, die Domspatzen, nächstes Jahr verlassen zu müssen, verriet sein Vater.

„Singen ist keine Belastung“

Förster:  Fabian Förster (Tenor), Sohn von Andreas Förster und Schüler der Regensburger Domspatzen, gab den Anstoß dazu, eine Aufführung des Chores in Cham zu geben. Diese Idee wurde gerne aufgegriffen und umgesetzt. Foto: kmo
Förster: Fabian Förster (Tenor), Sohn von Andreas Förster und Schüler der Regensburger Domspatzen, gab den Anstoß dazu, eine Aufführung des Chores in Cham zu geben. Diese Idee wurde gerne aufgegriffen und umgesetzt. Foto: kmo

Zusammen mit der Vorsitzenden der Kolpingsfamilie Cham, Gabi Dahlmann, und Hauptsponsor Dr. Alois Plößl, initiierten sie den Auftritt der Domspatzen in Cham. Er wurde eingebunden in eine Tournee, worin neben anderen auch Auftritte in Dresden und in der Elbphilharmonie in Hamburg vorgesehen sind. „Das Singen neben der anstrengenden Schule wird von mir nicht als Belastung empfunden“, sagte Fabian gegenüber unserem Medienhaus. „Im Internat bleibt neben der Schule doch noch viel Zeit für das Singen und das Lernen kann man sich ja einteilen“. Jede Konzertreise sei ein Erlebnis der besonderen Art.

Jordan: Andreas Jordan, Geschäftsführer der Caritas, dankte dafür, dass der Erlös des Benefizkonzerts dem Hospizdienst zugutekommt, einer Einrichtung für Schwerstkranke und Sterbende. Foto: kmo (kmo)
Jordan: Andreas Jordan, Geschäftsführer der Caritas, dankte dafür, dass der Erlös des Benefizkonzerts dem Hospizdienst zugutekommt, einer Einrichtung für Schwerstkranke und Sterbende. Foto: kmo (kmo)

Mit stehenden Ovationen quittierten die Zuhörer den meisterlichen Gesang des weltberühmten Chors und erhielten dafür noch eine Zugabe mit dem mehrstimmig gesungenen „Guten Abend, gute Nacht“. Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so aufmerksam und gespannt sei das Publikum gewesen, stellte Förster fest.

Mit einem Präsent für den Domkapellmeister und die Sänger bedankte sich Förster im Namen aller. Der Erlös des Benefizkonzertes geht an den Hospizdienst der Caritas, worüber sich Geschäftsführer Andreas Jordan sehr freute. Die Hospizhelfer begleiten ehrenamtlich Schwerstkranke und Sterbende in individueller und liebevoller Zuwendung.

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