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Die Dorferneuerung startet

Gemeinde Rettenbach will zwölf Projekte in zehn Jahren verwirklichen. Die Kosten betragen rund vier bis fünf Millionen Euro.

Rechts neben dem Rednerpult informierten Architekt Thomas Wilnhammer und Dipl.-Ing. Anne Wendl (daneben).
Rechts neben dem Rednerpult informierten Architekt Thomas Wilnhammer und Dipl.-Ing. Anne Wendl (daneben). Foto: Hermann Markl

Rettenbach.Den Hygienevorschriften entsprechend fand die letzte Gemeinderatssitzung wieder in der Rettenbacher Turnhalle statt. Um die Akustik für die Zuhörer zu verbessern, nutzte der Bürgermeister eine Verstärkeranlage.

Im Jahre 2015 reichte die Gemeinde Rettenbach einen Antrag für eine umfassende Dorferneuerung ein. Nachdem 2018 die Zusage erteilt und anschließend in mehreren Workshops die Vorstellungen der Bürger von Rettenbach gesammelt waren, beauftragte die Gemeinde das Büro „landimpuls - Gesellschaft für regionale Entwicklung- mit den Planungen. Die Ergebnisse stellten Diplomingenieurin Anna Wendl und Architekt Thomas Wilnhammer den Gemeinderäten vor.

„Vorgabe war, die besonderen Merkmale des Dorfes herauszuheben“, erläuterte Wendl. Dazu richtete man das Augenmerk auf die bestehende Baustruktur mit vorhandenen Baulücken oder Leerständen, auf die Ortsmitte mit der Kirche und dem Schulhaus, auf die Brücke „Brille“ und entlang des Bachverlaufs, auf Fußwege bis zum Kreuzungsbereich sowie auf den Flurbereinigungsparkplatz und den Bereich rund um den Kindergarten. Auch die Lage des Stausees wurde in die Planungen mit einbezogen, erklärte Wendl. Ebenso kann ein barrierefreier Zugang zur Kirche integriert werden. Auch die geplante Auslagerung des Bauhofes und das kommunale Schlachthaus spielten eine Rolle. Ergebnis aus der Analyse war ein zwölf Maßnahmen umfassendes Konzept. Die Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen wird sich voraussichtlich über zehn Jahre erstrecken und rund vier bis fünf Millionen Euro kosten.

Prioritätenliste erstellt

Bürgermeister Alois Hamperl und die Gemeinderäte mussten also eine Prioritätenliste erstellen. Diese Punkte würden nach und nach beim Amt für ländliche Entwicklung (ALE) eingereicht. Als erste Maßnahme wurde alles gesetzt, was die Schule (Erdgeschoss) betrifft, mit Neugestaltung der Vorbereiche mit Sitzplätzen. Mit einer anderen Fördermaßnahme ist eine Generalsanierung des Schulgebäudes bereits genehmigt. Danach soll ein Fußweg entlang der Langauer Straße bis zum Sportplatz angelegt werden. Als nächste Schritte waren die Revitalisierung der privaten und öffentlichen Gebäude, die Neugestaltung der Plätze, Flurbereinigungsparkplatz, Aufwertung der Bachstraße und der Dorfstraße sowie eine Spielplatzneugestaltung, Geschwindigkeit regulierende Maßnahmen, kurze Fußwege und Wanderrundweg beim Stausee geplant. Ein barrierefreier Zugang zur Kirche wurde mit aufgenommen, wobei die Kommune nicht Auftraggeber sei. Bürgermeister Hamperl betonte, dass sich die festgesetzte Reihenfolge innerhalb der zehnjährigen Umsetzungszeit durchaus abändern könne.

Über einen Zuschussantrag der Katholischen Kirchenstiftung für die Innensanierung der Pfarrkirche Rettenbach herrschte eher Ratlosigkeit über einen angemessenen Zuschussbeitrag. Die Kirche habe genügend Geld auf ihrem Konto, war eine Sichtweise, andere sprachen das Entgegenkommen der Kirchenstiftung bei der Schaffung von Bauland und die zuverlässige Unterstützung für den Nachbarschaftshilfeverein an. Das Gremium verständigte sich auf fünf Prozent Zuschuss, was 36 000 Euro entspricht.

Bürgermeister Hamperl gab dann Informationen zum Stand bei den einfachen Dorferneuerungen Haag und Postfelden. Die Maßnahmen in Haag Dorfmitte sind weitgehend abgeschlossen, die Zuschüsse sind eingegangen. Ausstehend sind noch Gestaltung und Aufwertung am Dorfweiher. Für die Dorferneuerung in Postfelden werden die Unterlagen derzeit im Amt für ländliche Entwicklung geprüft. Hamperl rechnet mit Herbst 2020, dass offiziell das Verfahren eingeleitet werden könne. Auch hierzu wurde von ALE ein Maßnahmenkatalog erarbeitet. Im Bereich Postfelden könnte der sanfte Tourismus ausgebaut werden. Es wurden bereits weitere Wanderrouten gekennzeichnet, um die zentrale Situation beim Naturpark „Hölle“ zu entschärfen. So ist ein Wanderparkplatz in Aumbach und in Rettenbach für Besucher gekennzeichnet.

Rundstrecken kamen dazu

Zum Straßenbau informierte Hamperl das Gremium über die kürzliche Bauausschusssitzung mit Endabnahme der Straße in Ruderszell. Auch die Maßnahme in Aschau sei fertiggestellt. Röhrnhof sei kurz vor der Fertigstellung, und Haslhof wird derzeit begonnen.

Hamperl stellte auch die Wanderwege rund um das Gemeindegebiet vor. Weitere Rundstrecken kamen dazu oder wurden im Verlauf abgeändert. Aufgeführt sind die Wanderwege in der Wanderkarte Hölle. (rar)

Bauanträge

  • Zustimmung:

    Neubau einer privaten Lagerhalle mit Garage in Langau, Neubau einer Kleingarage mit angebautem Geräte- und Lagerschuppen

  • Änderungsantrag:

    Dem Antrag auf Nutzungserweiterung des Gasthauses in Aumbach wurde mit einer Gegenstimme zugestimmt. (rar)

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