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Region Cham
Sonntag, 19. August 2018 29° 2

Eschlkam

Die Eschlkamer Seite des Drachensees

Der Drachenseevortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur im Waldschmidthaus“ mit dem

Bürgermeister Sepp Kammermeier bedankte sich bei Heribert Mühlbauer mit einem Präsent. Foto: kbi
Bürgermeister Sepp Kammermeier bedankte sich bei Heribert Mühlbauer mit einem Präsent. Foto: kbi

Eschlkam.Drachensee-Experten Heribert Mühlbauer war hochinteressant. Die Ausführungen zum Thema „Naturjuwel Drachensee – Geschichte vom Vergehen und Entstehen einer Landschaft“ fesselte die überwiegend auswärtige Gäste als Zuhörer.

Heribert Mühlbauer war 40 Jahre lang mit Herzblut Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz. Er bekannte, dass er eingangs überhaupt nicht begeistert war, als in den siebziger Jahren die Rede davon war, dass hier ein Stausee als Hochwasserschutz für Furth im Wald gebaut werde. Er konnte sich lange nicht daran gewöhnen, dass dann diese fantastische Landschaft nicht mehr verhanden sei. Für ihn waren diese Chamb-Auen eines der schönsten Wiesentäler, in dem so viele Insekten, Amphibien und Vogelarten lebten, die gottlob noch kartiert wurden. Als 1988 die Bagger anrollten, mussten die Gelege der Wiesenweihe und Rohrweihe in Sicherheit gebracht werden. An Hand von Luftaufnahmen erklärte Mühlbauer die Freitzeitzone, in der der Mensch auf seine Kosten kommt und die Verlandungszone die „Ösbühler Bucht“, mit Vogelwelt, den wertvolleren Bereich des Drachensees, der ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen sei. Und der auf der „Eschlkamer Seite“ liegt – darauf können die „Eschlkamer“ stolz sein, so Mühlbauer. Die Ösbühler Bucht mit der vielfältigsten Vogelwelt sei besonders wertvoll für Brutvögel auch als Nahrungsbiotop und Mausergebiet, deshalb sollen die Spaziergänger auf dem Weg bleiben und die Hunde an die Leine nehmen, bat der Referent. Seit Mai 2009 wurde die Ösbühler Bucht, mit Wiesenbrütergebiet und Landezone fertig, so kann im nächsten Jahr das zehnjährige Bestehen gefeiert, werden. Hier brütet auch das Blesshuhn, das in Bayern auf der roten Liste steht. In der Ökozone brüten zehn verschiedene Gänsearten, 16 Entenarten und acht verschiedene Möwenarten, das wäre allein schon einen Vortrag wert, bekannte der Referent. Im Wiesenbrütergebiet findet sich der Schreitvogel, Weiß- und Schwarzstorch, Grau-, Silber- und Purpurreiher, Löffler, Kormoran, Chileflamingo, nur um einige zu nennen.

Dazu sei der Drachensee, über den die „Vogelfluglinie“ führt, eine wichtige „Tankstelle.“ Der Fischadler und Seeadler sind besonders für die Fotografen ein absoluter Anziehungspunkt, so sei seit 2009 die Seeadlerbeobachtung nirgends besser in Bayern, zu beobachten wie am Drachensee. Nächtliche Arten und Säugetiere sind der Biber, Fischotter, Nord- und Bechsteinfledermäuse und die „Drachensee- Rehe“, die sich da besonders wohl fühlen. Heute sei der Drachensee ein „Naturjuwel“, das er nicht mehr missen möchte, „und die Eschlkamer Seite ist der Schatz am Drachensee“ sagte der Experte in Richtung seiner Eschlkamer Zuhörer an diesem Abend. (kbi)

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