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Die Fackel der Erinnerung brennt noch

Am Antikriegstag am Platz der Gerechtigkeit an die Bedeutung des Friedens erinnert. Neben dem stellvertretenden Landrat sprach der SPD-Kreisvorsitzende.
von claudia peinelt

Edi Hochmuth von der Friedensinitiative Cham begrüßte die Schwestern der Dominikanerinnen aus Strahlfeld beim Antikriegstag in Cham. Foto: Peinelt
Edi Hochmuth von der Friedensinitiative Cham begrüßte die Schwestern der Dominikanerinnen aus Strahlfeld beim Antikriegstag in Cham. Foto: Peinelt

Cham.Seit 60 Jahren erinnern die Gewerkschaften am 1. September daran, dass es dieser Tag war, an dem Nazi-Deutschland 1939 Polen überfiel und damit den Zweiten Weltkrieg entfachte. Seitdem ist der Antikriegstag ein Tag des Erinnerns und des Mahnens.

„Eigentlich ist es unglaublich. Als intelligente Wesen sollten wir Menschen wissen, dass Krieg immer auch großes Leid mit sich bringt und vielen Menschen Tod, Verwundung und Verzweiflung bringt“, so der stellvertretende Landrat Markus Müller.

Am späten Freitagnachmittag erinnerte er zusammen mit Edi Hochmuth und dem SPD-Kreisvorsitzenden Franz Kopp am Platz der Gerechtigkeit an die Zeit vor 60 Jahren. Müller weiter: „Aber auch aktuell werden über 200 Konflikte gewaltsam ausgetragen und knapp 20 Auseinandersetzungen werden als Kriege höchster Eskalationsstufe eingeschätzt. Auch in der Ost-Ukraine – das zählt zu Europa und ist viel näher, als viele von uns glauben mögen – sind wir von Frieden weit entfernt“. Die größten Sorgen mache den Deutschen jedoch, der junge Machthaber in Nordkorea, Kim Jon Un, der nicht müde werde, seine Nachbarn und vor allem die USA zu provozieren. „Allein die Tatsache, dass die Gäste hier heute alle zu dieser Veranstaltung gekommen sind, zeigt, dass ihre Bedeutung auch 70 Jahre nach Ende des letzten Krieges in Deutschland nicht der Vergangenheit angehört: ganz im Gegenteil. Die weltweiten Konflikte in unserer globalisierten und immer vernetzteren Welt holen uns auch immer schneller ein. Spätestens seit zwei Jahren hat das Thema Flüchtlinge auch unsere Gesellschaft erreicht. Flüchtlinge sind zu einem Großteil Folgen eines militärischen Konflikts“, erklärte Franz Kopp, der SPD Kreisvorsitzende.

In die Geschichte zu blicken sei mehr und muss mehr sein, als zu erinnern. Aus Vergangenen müsse man lernen. „Sicherlich wiederholt sich Geschichte nicht, dieser Satz hat seit jeher Gültigkeit. Aber zu erkennen, aus welchen Entschlüssen, Verhaltensweisen und Worten Gutes oder Böses entsprang, dies muss unsere Generation und alle folgenden lehren und ermahnen“, sagte Kopp. Er zitierte Willy Brandt, dem dieser Satz zugeschrieben werde: „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen.“ Dieser Satz habe seit der Wiedervereinigung seine Präzision verloren. Als Deutschland es schaffte, im Herzen Europas zwischen zwei Weltmächten friedlich die größte Revolution der Geschichte zu vollziehen und zur Einheit gelangte, an diesem Punkt fiel Deutschland Kopps Meinung nach eine noch viel größere Aufgabe zu.

„Ich bin in einem wohlhabenden Land zur Schule gegangen, habe an Universitäten in schönen und intakten Städten studiert und arbeite in einem abgesicherten und regulierten Umfeld. All das erscheint meiner Meinung nach viel zu vielen Menschen in unserem Land allzu selbstverständlich. Ich schätze das und möchte das auch für meine Kinder bewahren“, so der Kreisvorsitzende. In diesem Sinne fühle er die Verpflichtung und sei auch dazu bereit, diese Fackel des Erinnerns zu übernehmen und auch dafür Sorge zu tragen, dass sie weiterbrennt. Er schloss seine Rede mit dem vereinfachten Satz von Willy Brandt, der die Erfahrung von unermesslichem Leid, Tod und sinnloser Vernichtung in sich trägt und die Konsequenzen daraus aufs Einfachste auf den Punkt bringt: Nie wieder Krieg.

„Was ist uns der Frieden wert?“, stellte Pfarrer Dieter Zinecker die Frage. Die Schwestern Alexia und Priscilla aus Zimbabwe, Schwester Felistrers aus Zambia und Schwester Nancy aus Kenia sind gerade Gast bei den Dominkanerinnen in Strahlfeld. Mit einigen Liedern trugen sie zum Antikriegstag am Platz der Gerechtigkeit bei.

Edi Hochmuth bedankte sich bei ihnen und freute sich, dass sie sofort bereit waren, hier nach Cham zu kommen. „Die Schrecken der Weltkriege und die aktuellen Kriege müssen Mahnung sein, uns gegen Krieg und für den Frieden einzusetzen“, so Markus Müller.

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