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Unterhaltung

Die Familie Bügler lebt Zirkus-Romantik

Der Zirkus „Salto Mortale“ gibt vier Vorstellungen am Jahnplatz in Waldmünchen. Alle Akrobaten und Akteure sind die Enkel von Oma Monika.
Von Johanna Fenzl

  • Das Kamelbaby gibt sich verschmust, die Kamelmama sieht es eher skeptisch.
  • Alltag im Zirkuswagen: Oma Bügler schält Kartoffeln für die Enkel.

Waldmünchen.Eine besondere Art der Unterhaltung erwartet die Trenckstädter in diesen Tagen – der Zirkus „Salto Mortale“ gastiert auf dem Jahnplatz. Das Familienunternehmen existiert bereits in der achten Generation. Gegründet wurde es im Jahre 1811 in Rheinland-Pfalz. Infos über die Anfangszeit des Unternehmens – damals wurde zunächst mit dressierten Kühen gearbeitet – finden sich im Zirkusmuseum Enkenbach-Alsenborn bei Kaiserslautern.

Monika Bügler, die Seele des Zirkus, ist mit ihren Enkeln im Alter zwischen sieben und 20 Jahren unterwegs. Sie legt Wert auf die Feststellung, dass sie sich nicht als „Chefin“ sieht: „Wir sind eine feste Gemeinschaft, jeder hat bei uns den gleichen Stellenwert,“ versichert sie und ist stolz auf jeden Einzelnen.

Leicht ist so ein Zirkusleben nicht und von der Romantik von früher ist nicht viel geblieben. Wie jedes Unternehmen, kostet auch ein Zirkus Geld, das erst einmal verdient sein will. Es fallen zum Beispiel, genau wie überall, Nebenkosten an, die bei jedem Ortswechsel bezahlt werden müssen, und auch der Transport ist teuer.

Ein großer Kostenfaktor ist das Futter für die Tiere, die pro Woche ca. 1500 kg Heu und etwa 150 kg Kraftfutter brauchen. „Futterspenden gibt es selten“, sagt Monika Bügler. Auch Platzmieten sind fällig, wobei es immer schwieriger wird, geeignete Plätze zu finden.

Früher war der Zirkus „Salto Mortale“ in vielen Ländern Europas unterwegs, inzwischen nur noch in Deutschland und vor acht Jahren gastierte er auch schon einmal in der Trenckstadt.

Die Zirkusfamilie zeigt Vorstellungen bis über Weihnachten hinaus. Erst im Januar gibt es einige Wochen Pause, in der beispielsweise neue Requisiten angefertigt oder alte instand gehalten und repariert werden müssen. Arbeit gibt es also immer, doch alle sind mit dem Herzen dabei. Die Kinder wollen unbedingt den Zirkus weiterbetreiben, ein bürgerliches Leben ist für sie unvorstellbar.

Geboten wird den Besuchern so einiges, unter anderem Akrobatik auf Trampolin und Trapez, Jongleure, ein Feuerschlucker und natürlich die besonders bei Kindern beliebten Clowns. Auch die Cowboyshow wird für ein besonderes Erlebnis sorgen.

Tierisch in Beschlag nehmen die Manege unter anderem Pferde, darunter ein „Miniatur Appaloosa“ mit nur 48 Zentimeter Stockmaß, Ponys, Zebu-Rinder, Lamas und Kamele. Alle Tiere sind in den Pausen der Aufführungen zu besichtigen, auch die beiden Kamelbabys, die erst wenige Wochen alt sind. Raubtiere gibt es nicht bei „Salto Mortale“, der „Zirkus für Familien“ macht.

Weder auf Kinder, noch auf Tiere wird Zwang ausgeübt, betont Oma Bügler: „Wir achten unsere Tiere und bei uns wird auch kein Tier misshandelt.“ Die Kinder fangen schon im Kindergartenalter durch Nachahmung der älteren Geschwister an, in verschiedenen Disziplinen zu üben. Monika Bügler: „Sie dürfen, wie, was und wann sie wollen, aber sie müssen nichts.“ Vielleicht resultiert ja auch daraus die Begeisterung der jungen Artisten für den Zirkus.

Monika Bügler und ihre Schützlinge freuen sich auf zahlreiches Publikum. Ganz klar übt der Zirkus auch heute noch auf die Besucher große Faszination aus, insbesondere natürlich bei den kleinen Besuchern. Der Zirkus lebt – auch im Jahre 2014.

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