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Bildung

Die Ganztagsschule ist in Cham gefragt

Birgit Gerlach-Kneißl, Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration, informierte Rektoren und Bürgermeister.-
Hermann Schropp

Martina Weiß, Mareike Kaiser, Alexandra Dirscherl sowie Birgit Gerlach-Kneißl (v. r.) stellten ihr Konzept zur Ganztagsschule vor. Foto: Schropp
Martina Weiß, Mareike Kaiser, Alexandra Dirscherl sowie Birgit Gerlach-Kneißl (v. r.) stellten ihr Konzept zur Ganztagsschule vor. Foto: Schropp

Cham.Bürgermeister und Schulleiter aus dem Landkreis Cham und den angrenzenden Landkreisen trafen sich zu einem Informationsnachmittag zum Thema „Offene Ganztagsschule und Mittagsbetreuung an Grundschulen“. Die Leitung der Veranstaltung lag in den Händen von Birgit Gerlach-Kneißl von der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) gGmbH Weiden. Als Rednerin zu den Themen stand Martina Weiß von der Hauptstelle Weiden Rede und Antwort. Ebenfalls anwesend waren Mareike Kaiser als Koordinatorin der Außenstelle Amberg und Schwandorf sowie Alexandra Dirscherl als Koordinatorin der Außenstelle Cham.

Gerlach-Kneißl stellte die gfi und deren Konzept vor. Die gfi Weiden zeichne sich durch Vielfalt aus. Vielfalt bedeute, verschiedene Denkweisen, Ideen und Erfahrungen, unterschiedliche Hintergründe, persönliche Lebenskonzepte sowie individuelle Beeinträchtigungen zu achten und in die Projektarbeit einzubinden. Wenn die Kinder in die Schule kommen, beginnt für die ganze Familie ein neuer Lebensabschnitt. Vieles muss neu organisiert, die Arbeitszeiten der Eltern müssen auf den Schulbesuch der Kinder abgestimmt werden. Wer die Großeltern nicht in der Nähe hat, ist oft darauf angewiesen, dass es an den Schulen Angebote gibt, die eine zuverlässige Betreuung der Kinder gewährleisten.

Betreuung auch in den Ferien

Seit vielen Jahren sei die gfi wichtiger Partner der Staatsregierung, die durch den Ausbau von Ganztagsschulen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern will. „Dies gewährleisten wir auch durch Randzeiten- und Ferienbetreuung“, so Gerlach-Kneißl. „Doch wir wollen die Kinder und Jugendlichen nicht nur betreuen, sondern auch in ihrer Entwicklung fördern, das soziale Miteinander in gegenseitiger Wertschätzung leben, Talente und neue Ideen entwickeln.“ Eine kompetente Unterstützung bei den Hausaufgaben und Projekte, beispielsweise im naturwissenschaftlichen Bereich, leiste einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit.

„Seit dem Schuljahr 2019/20 steht die gfi in Weiden 54 Schulen aller Schularten als Kooperationspartner zur Verfügung“, eröffnete Weiß ihren Vortrag zu den Themen Ganztagsschule und Mittagsbetreuung, den sie mit einer PowerPoint-Präsentation unterstützte. Mit 64 Gruppen Offene Ganztagsschule, 16 Klassen im gebundenen Ganztagsbereich, zwölf Gruppen Mittagsbetreuung und 21 Schulbegleitungen ist sie Ansprechpartner für die verschiedensten Schularten.

Offene Ganztagsschule (OGTS)

  • Betreuung:

    Diese findet während der Schulwochen von Montag bis Donnerstag von Unterrichtsende bis 16 Uhr statt. Bei Bedarf der Eltern und in Absprache mit der Schulleitung können Betreuungsangebote in den Randzeiten (zum Beispiel bis 17 Uhr oder Freitag) oder in den Ferien organisiert werden. Es entstehen gegebenenfalls zusätzliche Kosten.

  • Anmeldung:

    Diese erfolgt direkt an der Schule oder beim Ansprechpartner der gfi, Koordinatorin Alexandra Dirscherl, Dr. Karl-Stern-Straße 4, 93413 Cham, Telefonnummer (0 99 71) 20 03 70 oder per E-Mail an alexandra.dirscherl@die-gfi.de. Die Mindestbuchungszeit beträgt zwei Nachmittage pro Schulwoche.

  • Buchungszeiten:

    Da es sich bei der OGTS um eine schulische Veranstaltung handelt, sind die Buchungszeiten für das Schuljahr verbindlich. Befreiungen müssen von der Schulleitung genehmigt werden.

  • Kosten:

    Die Betreuung durch die OGTS wird vom Freistaat und dem Schulaufwandsträger finanziert und ist für die Eltern kostenfrei. Kosten entstehen den Eltern durch die Mittagsverpflegung sowie eventuell durch zusätzlich buchbare, freiwillige Angebote oder zusätzliche Zeiten.

„Acht Stunden von morgens bis nachmittags in der Schule sitzen, und das an fünf Tagen pro Woche: Das klingt erst mal ziemlich anstrengend“, sagte Weiß. An vielen Ganztagsschulen in Deutschland laufe das aber so ähnlich ab. „Aber was hat man als Kind eigentlich davon, so viel Zeit in der Schule zu verbringen? „Ganztagsschule heißt nicht, dass man den ganzen Tag Unterricht hat“, sagte die Expertin.

Schüler/innen können sich auch bestimmte Zeiten frei einteilen. Sie können Hausaufgaben machen, lernen oder sich über andere spannende Themen schlaumachen. Dazu kommt: „Viele Schulen arbeiten z. B.l mit Sportvereinen und Musikschulen zusammen“. So könne man auch mal eine Sportart ausprobieren, ohne gleich in einen Verein gehen zu müssen. Fachleute hätten herausgefunden: Wer über längere Zeit regelmäßig Angebote an Ganztagsschulen nutzt, wird auch in der Schule besser, auch die Eltern haben etwas davon. Sie könnten länger arbeiten und mehr Geld für die Familie verdienen.

An rund 170 bayerischen Grundschulen ist die gfi Träger der Mittagsbetreuung und somit bayernweit einer der größten privaten Anbieter in diesem Bereich. Mittagsbetreuung findet täglich im Anschluss an den Unterricht statt. Ein gemeinsames Mittagessen, freizeitpädagogische Angebote, Bewegung und Kreativität sind hierbei laut Weiß wichtige Elemente.

Bei der offenen Ganztagsbetreuung werden die Kinder nach Unterrichtsende in klassenübergreifenden Gruppen betreut und gefördert. Die Betreuung setze auf Individualität und freie Entfaltung durch ein kindgerechtes Spiel- und Bastelangebot sowie die pädagogische Arbeit. Wichtig seien dabei Erziehung im Umgang miteinander, Entwicklung von Zusammengehörigkeit, Erkennen von Konfliktlösungen, Förderung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Die Kinder in der verlängerten Gruppe erledigten in der Mittagsbetreuung die Hausaufgaben. Die Betreuungstage sind im Zuge der Mittagsbetreuung individuell vereinbar, informierte Weiß.

Konnte bislang an den Grundschule lediglich eine Mittagsbetreuung bis 14 Uhr angeboten werden, so können jetzt die Eltern ihre Sprösslinge im Anschluss an den stundenplanmäßigen Klassenunterricht bis maximal 16 Uhr an einer Offenen Ganztagsschule beaufsichtigen lassen. „Offen“ deshalb, weil die Teilnahme an diesen Nachmittagsprogrammen freiwillig ist.

„Lebensraum Schule“

Für die Schüler der Ganztagsschule erweitere sich der „Lernort Schule“ zu einem „Lebensraum Schule“. Diese offene Ganztagsschule erfreue sich seit Jahren großer Beliebtheit. „Offen“ deswegen, weil bei dieser Form die Eltern entscheiden, wie viele Tage man für die Kinder bucht und welche Tage das sein sollen.

Eine Bedarfsabfrage bei den Eltern in der Oberpfalz hat laut Weiß ergeben, dass viele Eltern die Nachmittagsbetreuung brauchen. Die Regierung fordere für alle Schulen – unabhängig von der Schülerzahl – mindestens 14 teilnehmende Kinder. Erfahrungsgemäß erhöhe sich nach der Anlaufphase die Zahl der Nachmittagsschüler. Wie Weiß schilderte, schließt sich die OGTS direkt an den Unterricht an bis 16 Uhr, die Zeit ist gekoppelt an die Busbeförderung und bietet neben einer Hausaufgabenbetreuung eine breite Auswahl an Freizeitangeboten sowie eine tägliche Mittagsverpflegung. Die Leitung obliegt einer Lehrkraft oder einer pädagogischen Fachkraft und Fachpersonal. che)

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