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Dienstag, 17. Juli 2018 27° 3

Natur

Die Gartenkunst der Franziskaner erleben

Nachhaltigkeit durch Orientierung an Schöpfung und Sonnengesang: Sonntags öffnet der 1,6 Hektar große Klostergarten.

Eine Augenweide nicht nur für Gartenfreunde: der Klostergarten der Franziskaner in Neukirchen Foto: kbt
Eine Augenweide nicht nur für Gartenfreunde: der Klostergarten der Franziskaner in Neukirchen Foto: kbt

Neukirchen b Hl Blut.Der Klostergarten der Franziskaner besteht seit fast zehn Jahren. Im Herbst 2008 konnte er erstmals bei Führungen besichtigt werden, und im Jahr 2009 wurde er feierlich eingeweiht. Angelegt wurde das 1,6 Hektar große Areal franziskanischen Gesichtspunkten entsprechend.

Das Denken in Bezug auf die ehrfürchtige Bewahrung der Schöpfung soll angeregt werden. Das heißt, dass dieser Garten nicht nur allein dem Auge etwas bieten, also rein ästhetischen Gesichtspunkten genügen, sondern auch zum Nachdenken darüber anregen soll, was der Einzelne tun kann, um die Fülle der Lebensformen von Tieren und Pflanzen zu erhalten.

Ein besonderes Augenmerk wird bei den Führungen im Klostergarten auf die Bienen gelegt. Im Garten gibt es zwei Bienenhäuser, in denen mehrere Bienenvölker leben. Altbürgermeister Egid Hofmann kümmert sich um die Bienen und die Honigproduktion.

Besonders schön anzusehen sind im Juni immer die Blühwiesen, die zwischen den einzelnen Gärten des Sonnengesangs angelegt sind. Im Klostergarten gibt es keinen Zierrasen, denn dieser bietet Bienen rein gar nichts. Eine Wiese mit Kräutern und Blumen hingegen bringt Leben, sie bietet Nahrung für viele Insekten. Die Blühwiesen werden nur etwa zweimal im Jahr gemäht.

Manchmal stoßen die Gartenführer auf Unverständnis bei den Besuchern, die einen englischen Rasen und barockgartenähnliche Blumenanlagen erwartet haben. Wenn sie dann darüber aufgeklärt werden, dass der Klostergarten in erster Linie ein Ort der Besinnung und der Wissensvermittlung in Bezug auf einen umweltschonenden und respektvollen Umgang ist, lauschen sie interessiert den Informationen. Kindern ist manchmal nicht klar, dass es ohne Nahrung für Wild- und Honigbienen kein Obst und kein Gemüse gäbe. In diesem Sinne ist ein Besuch im Klostergarten oftmals Anstoß dazu, sich Gedanken zu machen, wie man den eigenen Garten mit einem vielfältigen Trachtpflanzenangebot für Insekten gestaltet.

In dem Teil des Gartens, der dem Sonnengesang des Franziskus nachempfunden ist, sind die Blumen allerdings nach Farben getrennt. So erstrahlt der Garten der Elemente Feuer und Erde in Rot und Orange, während der Garten von Wind und Wasser in Weiß und Blau und der Garten der Gestirne in Gelb gehalten ist. In diesem Jahr blühen die Rosen am Geschichtsweg besonders üppig. – Sie müssen nicht gespritzt werden. (kbt)

Führungstermine

Der Klostergarten der Franziskaner kann jeweils donnerstags und sonntags bei einer Führung um 16Uhr besucht werden.

Treffpunkt ist bei der Kasse am Eingang zur Wachskunstgalerie, Klosterplatz 1.

Buchungen von Gruppenführungen (auch spezielle Führungen für Kinder) sind bei der Tourist-Info unter Tel. (09947) 940821 möglich.

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