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Montag, 23. Juli 2018 26° 8

Bauausschuss

Die Gegend um den Drachensee schützen

Further Gremium erteilt Bauanträgen im Umfeld des Sees eine Absage. In der Dr.-Georg-Schäfer-Straße entsteht ein Hofladen.
Von Evi Paleczek

Petra und Andreas Kaufmann wollen in Blätterberg, neben dem Elternhaus, ein Zweifamilienhaus errichten. Diesem Wunsch verweigerte der Bauausschuss mit sieben zu drei Stimmen sein Einvernehmen. Foto: Paleczek
Petra und Andreas Kaufmann wollen in Blätterberg, neben dem Elternhaus, ein Zweifamilienhaus errichten. Diesem Wunsch verweigerte der Bauausschuss mit sieben zu drei Stimmen sein Einvernehmen. Foto: Paleczek

Furth im Wald.Zwei Bauanträgen im Umfeld des Drachensees hat der Bauausschuss in seiner Sitzung am Mittwochabend im Rathaus sein Einvernehmen verweigert, mit jeweils sieben zu drei Stimmen. Trotz Argumenten wie der Nähe von Elternhäusern und dem Wunsch junger Further, im Heimatort zu bleiben, solle die Landschaft um den See geschützt werden. Es solle keine Zersplitterung geben, es sollten keine Präzendenzfälle geschaffen werden, und es solle auf lange Sicht Platz für Freizeitmöglichkeiten erhalten bleiben.

Sebastian Pick plant, die ehemalige Ziegelei in der Dr.-Georg-Schäfer-Straße in einen Festsaal umzuwandeln. Außerdem sollen dort noch ein Hofladen mit Café, Küche, Lager, Kühlung, Zerlegung und Verwurstung sowie auch eine Werkstatt mit Lager entstehen. 58 Stellplätze muss der Bauwerber dafür zur Verfügung stellen, dem Projekt erteilte der Ausschuss sein Einvernehmen.

Sturm: Dank an Rettungskräfte

Gleich zu Beginn der Sitzung nutzte Bürgermeister Sandro Bauer die Gelegenheit, allen Rettungskräften zu danken, die nach dem schlimmen Sturm in der vergangenen Woche in kürzester Zeit mehr als 140 Einsatzstellen zu bearbeiten hatten. Sieben Drehleitern, auch aus den Nachbargemeinden und -landkreisen sowie aus Tschechien, seien im Einsatz gewesen. Allein, nur mit den eigenen Kräften, seien die Folgen des Sturms nicht so schnell zu bewältigen gewesen. Fast bis in den frühen Morgen hätten die Helfer versucht, die erste Not zu lindern. Auch für die Hilfsbereitschaft vieler Handwerker sei man dankbar, betonte Bauer, und für die Unterstützung aller, die sich eingebracht hätten, um der Stadt und ihren Bürgern schnell und unbürokratisch zu helfen.

Die Gutachter der Versicherungen seien schnell vor Ort gewesen, um die Schäden rasch beseitigen zu können. Und auch in der Verwaltung binde das Unglück viele Ressourcen, vor allem im Bereich Bauamt und Bauhof. Es gehe derzeit noch um Schadensminimierung, noch nicht mal um Schadensbeseitigung.

Oskar Mühlbauer wollte wissen, wie hoch der Hagelschaden an städtischen Objekten sei, und ob die Stadt versichert sei. Abgesehen vom Stadtturm seien alle Liegenschaften versichert, sagte der Bürgermeister. Und dort handle es sich um überschaubare Glasschäden. Eine genaue Schadenshöhe könne er noch nicht nennen, die Gutachter seien noch unterwegs. Er sei aber sicher, dass die Beseitigung der Schäden schnell über die Bühne gehen werde.

Mühlbauer erkundigte sich speziell noch nach dem Rettungszentrum. Neue Scheiben für die Tore seien bereits im Einbau, informierte Bauer. Und auch die Schäden der verbeulten Fassade werde die Versicherung übernehmen und suche nach schnellen, pragmatischen Lösungen.

Andreas Roder erkundigte sich nach den Zuständigkeiten für die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogene Äpflet-Kapelle. Deren Unterhalt obliege der Stadt, der Schaden sei der Versicherung bereits gemeldet, sagte Bauamtsleiter Josef Beer. Roder regte an, bis zur Reparatur eine Plane anzubringen, weil auch das Dach beschädigt sei. Beschäftigt hat sich das Gremium zudem mit dem Antrag von Jürgen Schmal auf Nutzungsänderung von drei bestehenden Garagen für eine gewerbliche Nutzung in der Bergstraße in Lixenried. Es ging darum, dass Schmal gern von der Stellplatzsatzung der Stadt abweichen und nur vier statt sechs Flächen nachweisen will. Dem erteilte das Gremium mit acht zu zwei Stimmen sein Einvernehmen.

Weniger Stellplätze nötig

Es handle sich lediglich um ein Kleingewerbe und eine Fahrzeugaufbereitung, Schmal habe sowieso immer nur ein Auto in Arbeit, lautete die Argumentation. Oskar Mühlbauer gab zu bedenken, dass die Schaffung von Stellplätzen teuer sei, und man eine Bezugsfallwirkung schaffen könne. Der Antrag wurde schließlich so umformuliert, dass die Abweichung von der Stellplatzverordnung nur in Bezug auf die Fahrzeugaufbereitung und für kein anderes Gewerbe gilt.

In Lixenried will ein junges Paar außerhalb der Ortsabrundung bauen. Foto: Paleczek
In Lixenried will ein junges Paar außerhalb der Ortsabrundung bauen. Foto: Paleczek

Für das Bauvorhaben „Neubau Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage“ von Martina Reitmeier und Stefan Nesner im Bogener Weg in Lixenried will der Bauausschuss die Ortsabrundungssatzung erweitern, da dort ein Lückenschluss zwischen zwei Gebäuden entsteht.

Auf diesem Grundstück nahe des Drachensees will Stefan Schumann ein Einfamilienwohnhaus errichten. Auch hier verweigerten die Mitglieder des Bauausschusses ihr Einvernehmen. Foto: Paleczek
Auf diesem Grundstück nahe des Drachensees will Stefan Schumann ein Einfamilienwohnhaus errichten. Auch hier verweigerten die Mitglieder des Bauausschusses ihr Einvernehmen. Foto: Paleczek

Den Vorbescheidsanträgen von Stefan Schumann auf Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit angebauter Einfachgarage in Ösbühl und von Petra und Andreas Kaufmann auf Neubau eines Zweifamilienwohnhauses in Blätterberg erteilte das Gremium mit jeweils sieben zu drei Stimmen eine Absage. Die Vorhaben befänden sich im Außenbereich, es liege keine Privilegierung vor, Splittersiedlungen würden erweitert, und die Bauten würden im Landschaftsschutzgebiet liegen. Natürlich wolle man jungen Leuten ermöglichen, zu bauen, gerade im Umfeld des Sees aber sei der Landschaftsschutz wichtig. Man könne nicht alle Wünsche erfüllen. Außerdem würden vielleicht weitere Begehrlichkeiten geweckt.

Weitere Meldungen aus Furth im Wald finden Sie hier.

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Einvernehmen für Bauanträge

  • Carmen und Christian Weber:

    Antrag auf Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Garage und Stellplatz in der Böhmerstraße in Furth im Wald

  • Maria und Josef Aschenbrenner:

    Wohnhausanbauten, Teilausbau Dachgeschoss und Grundstückseinfriedung in Klöpflesberg/Verlängerung der Baugenehmigung

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