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Region Cham
Montag, 18. Juni 2018 24° 3

Vortrag

Die Heilungskräfte aktivieren

Daniel Dierlmeier gab im Zuge der Katholischen Erwachsenenbildung Einblicke in die Osteopathie, die Blockaden beseitigt.

  • Osteopathie in der Praxis: Während der Behandlung werden die zu behandelnden Körperareale gedehnt und bewegt. Foto: Pfarrei/KEB
  • Ruth Fischer dankte Daniel Dierlmeier für den Vortrag. Foto: Pfarrei/KEB

Furth im Wald.Zahlreiche Interessierte begrüßte Ruth Fischer, zuständig für die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, zum Vortrag über Osteopathie von Daniel Dierlmeier. Zum Einstieg ging der Referent auf die Entdeckung und Entwicklung dieser Sonderform der manuellen Therapie durch den amerikanischen Arzt Dr. Andrew Taylor Still ein. Anhand von Schaubildern, Karikaturen und Fallbeispielen wurde die Behandlungsweise veranschaulicht und verständlich gemacht.

„Osteopathie hat nichts mit Osteoporose zu tun“, stellte der studierte Osteopath klar, der sein Studium unter anderem in Belgien absolviert hat. Die Osteopathie basiert auf vier Grundprinzipien: Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Geist und Seele. Aus diesem Grund werden bei der Diagnose und Behandlung die Lebensumstände, die Psyche etc. mit einbezogen.

Der Körper verfügt über selbstheilende Kräfte, so Dierlmeier. Mit Hilfe der osteopathischen Behandlung sollen Blockaden, die die Regulationsfähigkeit behindern, beseitigt werden und so den körpereigenen Heilungsprozess wieder in Gang bringen. Es besteht eine Wechselbeziehung zwischen Struktur und Funktion. Es kann sowohl eine gestörte Funktion über einen längeren Zeitraum zu einer gestörten Gewebestruktur führen, als auch z. B. ein Strukturschaden zu einer Funktionseinschränkung.

Der freie Fluss der Körperflüssigkeiten. Der ungestörte Fluss in Arterien, Venen, Kapillaren, Lymphgefäßen und im Hirn-Rückenmark-System ist in der Vorstellung der Osteopathie die Basis für jede gesundheitliche Regulationsfähigkeit.

Die wichtigste Basis für die Behandlung, so Dierlmeier, ist eine klare Diagnosestellung. Vor Beginn der Behandlung erfolgt deshalb immer eine ausführliche Abklärung. Die Osteopathie ist bei einigen schweren – zum Beispiel Tumorerkrankungen oder chronischen Erkrankungen wie Osteoporose – kontraindiziert, so Dierlmeier.

Behandelt werden alle Bereiche des Bewegungsapparates – Knochen, Gelenke, umgebende Strukturen wie Muskeln, Bindegewebe und Bänder, aber auch Gefäße, Nerven und die inneren Organe. Als ganzheitliche Methode stellt das Team vom Zentrum für osteopathische Medizin Dierlmeier die Selbstheilungskräfte der Natur und den Körper des Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung. Die Behandlungsdauer beträgt 40 Minuten, und je nach Beschwerden erfolgen die Behandlungen in kürzerem oder längerem Abstand. Mittlerweile ist diese Behandlungsmethode auch von den Krankenkassen anerkannt und wird von Kasse zu Kasse in unterschiedlicher Höhe bezuschusst.

Am Beispiel von Max und Moritz, den eineiigen Zwillingen, die beide unter Rückenschmerzen litten, wurde anschaulich erklärt, dass die gleichen Beschwerden bei unterschiedlichen Personen nicht zwingend die gleichen Ursachen haben müssen und somit jede Fehlfunktion einer anderen Behandlung bedarf.

Ruth Fischer bedankte sich für die ungewöhnliche Stille der Zuhörer während des gesamten fast zweistündigen Vortrags und für die sehr interessanten und kurzweiligen Ausführungen bei Dierlmeier mit einem Gutschein und gab dann die Möglichkeit, Dierlmeier im Zweiergespräch persönliche Fragen zu Beschwerden und Erkrankungen zu stellen.

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