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Natur

Die Jäger als Schädlingsbekämpfer?

Jagdpächter Sepp Bösl findet bei der Jagdgenossenschaft in Sinzendorf kritische Worte zur Situation in Wald und Flur.

Keine Veränderungen gab es im Vorstand der Jagdgenossenschaft. Foto: Jagdgenossenschaft
Keine Veränderungen gab es im Vorstand der Jagdgenossenschaft. Foto: Jagdgenossenschaft

Waldmünchen.Deutliche Worte hat Jagdpächter Sepp Bösl bei der jüngsten Versammlung der Jagdgenossenschaft Sinzendorf gefunden. Die Jagd, sagte er, wandele sich allgemein immer mehr zur Schädlingsbekämpfung. Das Reh schädige den Wald, das Wildschwein die Wiesen und Felder, der Biber lasse die Wiesen absaufen und jetzt komme auch noch der Fischotter, der die Fischbestände räubere und die Teichwirte vor unlösbare Probleme stelle.

Vorsitzender Manfred Pongratz hatte die Jagdgenossen begrüßt und von einem ruhigen Jahr berichtet. Wie Sepp Bösl in seinem Bericht über das abgelaufene Jagdjahr erklärte, wurde der Rehwildabschuss leicht übererfüllt, „auch aufgrund von Wildunfällen“. Auch 26 Rabenvögel, 18 Füchse, vier Hasen und ein Fasan wurden erlegt. Der Abschuss von neun Wildschweinen war die bisher höchste Strecke in diesem Revier.

Bösl informierte die Jagdgenossen auch über die in den östlichen Ländern grassierende Afrikanische Schweinepest (ASP). Das Hauptproblem stelle hier der Mensch dar, der Essensreste aus den betroffenen Gebieten „bei uns in der freien Prärie entsorgt“, die dann von den Wildschweinen aufgenommen würden. Ein Unfug ohnegleichen sei in diesem Zusammenhang ein Angebot der Supermarktkette Lidl, die polnische Rohwurst anbiete – „wohlwissend, dass auch in Polen die ASP fast flächendeckend vorkommt“.

Weiter berichtete der Jagdpächter, dass Politiker und der BBV forderten, 70 Prozent mehr Schwarzwild zu erlegen als bisher. „Wie das funktionieren soll, weiß niemand.“ Alle Jäger im Umkreis setzten seit Jahren alles daran, den Wildschweinbestand so gering wie möglich zu halten, um Schäden zu minimieren.

Bei den folgenden Neuwahlen wurden alle Mitglieder der Vorstandschaft mit jeweils einer Enthaltung in ihren Ämtern bestätigt. Es sind dies: Vorsitzender Manfred Pongratz, 2. Vorsitzender Josef Wagner, 1. Beisitzer und Schriftführer Franz Brey, 2. Beisitzer und Kassier Hans Wagner, Kassenprüfer Konrad Gschwendtner und Georg Ruhland. Der Jagdschilling wird wie bisher für die Instandsetzung des Wegenetzes verwendet.

Sepp Bösl bedankte sich zum Schluss bei den Jagdgenossen sowie bei seinem Mitjäger Martin Reil „für die hervorragende Zusammenarbeit“ und lud zum Rehessen ein.

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