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Region Cham
Sonntag, 27. Mai 2018 27° 2

Vortrag

Die Kapitalmärkte waren Thema

Ökonom Dr. Holger Bahr war zu Gast bei der Sparkasse.

Franz Wittmann (rechts) mit Dr. Holger BahrFoto: cia

Cham.Aus Frankfurt am Main angereist gab sich Ökonom Dr. Holger Bahr die Ehre in den Räumlichkeiten der Sparkasse im Landkreis. Mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Franz Wittmann, gab er Einblicke in die Konjunkturlage sowie Ausblicke in die Zukunft. Der Experte erläuterte wirtschaftliche Zusammenhänge, Wittmann bezog sich auf Auswirkungen der Entwicklungen für das Bankenwesen.

Indikatoren für die Ermittlung von ökonomischen Zukunftswerten sind die Felder Konjunktur und Kapitalmarkt. „Die Konjunktur bewegt sich in Europa seit Jahren in eine positive Richtung“, sagte Bahr. Für einen Zeitraum bis Ende 2019 sollte sich an dieser Entwicklung nichts ändern, insofern keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten. Selbst hier habe die jüngere Vergangenheit gezeigt, dass die Wirtschaft zur Zeit kaum auf Ereignisse, etwa politischer Natur reagiert. Wichtiger Stabilisationsfaktor sei der Euro. Solange der Euro nicht in Schieflage gerät, sei der Aufschwung der Konjunktur bis auf weiteres gesichert. Die Arbeitslosenquote ist nicht nur vor Ort auf einen Tiefstwert gerutscht. Die Löhne steigen, wenngleich hier im Ausmaß noch Luft nach oben sei. Aus ökonomischer Sicht sei es ein Ziel, beziehungsweise eine Art Vorsatz für das neue Jahr, die Tendenzen aus dem Vorjahr fortzuführen oder gar weiter voranzutreiben.

Besonders interessant seien die Entwicklungen auf den Kapitalmärkten. In diesem Bereich bedeutet die Geldpolitik der Notenbanken bereits seit längerem Zeitraum Niedrigzinsen. Die Sparkasse spürt die Auswirkungen: „Wenn die Zinsen weg sind, dann für alle Beteiligten“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Die Kunden haben keinen Anreiz mehr, auf dem altbewährten Sparbuch Geld anzulegen. Vielmehr erfordere das Zinsniveau ein Umdenken bei Kunden und den Instituten gleichermaßen. Während Investitionen in Immobilien immer mehr gefragt sind, halte sich das Investmentvolumen in Aktien oder Wertpapieren in der Region noch in Grenzen. Bahr pflichtet bei: „Die Deutschen sind von Natur aus sicherheitsbedacht.“ Gegenwärtig könne man aber in Devisen investieren, es sei sogar dazu zu raten.

Die Vermögensverteilung sei eine immer häufiger genannte Expertise. Da nicht alle Kunden bei den hohen Immobilienpreisen ihr Geld dort investieren können, seien die Devisenmärkte eine interessante Alternative.

Zuletzt wurden das Phänomen der Inflation und seine Auswirkung auf die Konjunktur erläutert. Auch die Inflation sei seit Jahren konstant auf niedrigem Niveau. Solange dies Bestand hat, wird es keine spürbaren Auswirkungen geben. Eine deutliche Änderung der Inflationsrate werde erst für Mitte 2020 erwartet. Zusammengefasst sind die ökonomischen Aussichten für das neue Jahr positiv zu bewerten. (cia)

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