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Dienstag, 21. August 2018 28° 3

Politik

Die Koalition und die Rente

Wie sicher ist die Altersvorsorge? Die CSU diskutierte mit dem Experten Josef Kress-del Bondio über die Zukunft.

Um die Rente im Koalitionsvertrag ging es bei der CSU. Foto: cga
Um die Rente im Koalitionsvertrag ging es bei der CSU. Foto: cga

Cham.Deutschland ist ein wohlhabendes Land. Dennoch ist nach offiziellen Angaben unter den Beziehern einer vollen unbefristeten Rente fast jeder Vierte armutsgefährdet. Wie aber kann die Politik am besten dagegen vorgehen? Mit dieser und vielen weiteren Frage beschäftigte sich der CSU-Kreisverband. Der Experte Josef Kress-del Bondio von der Deutschen Rentenversicherung Süd zeigte im Randbergerhof unter Berücksichtigung der Vereinbarungen im Koalitionsvertrag die aktuellen Entwicklungen in der Rentenversicherung auf.

Thema treibt die Menschen um

„Man spürt, wie sehr dieses Thema die Menschen umtreibt“, stellte der CSA-Vorsitzende Claus Frank bei der Begrüßung mit Blick auf den gut gefüllten Saal fest. Der Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier erläuterte im Verlauf des Abends, dass die seit 2014 durchgeführten Anpassungen des Rentensystems zum Teil sowohl für heutige Rentner als auch für die Rentner von morgen Verbesserungen und Absicherung leisten. Besonders hob er dabei die Mütterrente hervor. Die Forderung der CSU, dass ein dritter Entgeltpunkt für vor 1992 geborene Kinder gerecht und notwendig sei, wurde jetzt auch aufgegriffen. Im ersten Schritt werden die Eltern profitieren, welche drei oder mehr Kinder erzogen haben. Holmeier betonte, in der Folge müsse dies auch für alle Eltern die ein Kind oder zwei erzogen haben, geltendes Recht werden.

Der CSU-Kreisvorsitzende fuhr fort, dass es nun möglich sei nach 45 Arbeitsjahren abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen. Ein Meilenstein sei auch die Flexi-Rente, mit der es möglich werde, den Renteneintritt zu verschieben oder neben der Rente ohne Zuverdienstgrenze weiterzuarbeiten – und dabei gleichzeitig die eigenen Rentenansprüche aufzubessern.

Der Referent Kress-del Bondio erklärte, dass die Leistungsverbesserungsgesetze von 2014 und 2017 für die Rentner klare Verbesserungen brachten. Das Ziel, den Beitragssatz aus wirtschaftspolitischen Gründen stabil zu halten, was durch die weniger werdenden Beitragszahler, mehr Leistungsempfänger und längeren Rentenlaufzeiten allerdings nur durch geringere Rentenanpassungen und einem prozentual sinkenden Rentenniveau erreicht werden konnte, machte es notwendig, besonders die betriebliche und privaten Altersvorsorge auszuweiten. Aktuelle Hochrechnungen zeigen, dass der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung von heute 18,6 Prozent sich bis zum Jahre 2030 auf rund 22 Prozent erhöhen wird, während das Rentenniveau sinkt.

Zuschuss aus Steuermitteln?

Die Politik hat sich daher im Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, das Rentenniveau von 48 Prozent bis 2025 abzusichern und gleichzeitig soll der Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen. Bei Bedarf ist eine Finanzierung durch Steuermittel zu prüfen. Weiter erläuterte der Referent die Rentenanwartschaft, die sich für Beschäftigte mit einem Minijob oder innerhalb der Gleitzone ergeben.

In der anschließenden Diskussion wurde immer wieder die Forderung laut, dass Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, auch vernünftig von ihrer Rente leben sollen. Ebenso kritisierte ein Gast, dass versicherungsfremde Leistungen wie die Mütterrente II die Rentenkasse zusätzlich belasten. Diese Zahlung müsse aus Steuermitteln finanziert werden. (cgo)

Drei-Säulen-Modell

Referent Kress-del Bondio erläuterte er das „Drei-Säulen-Modell“.

Die Alterssicherung stützt sich auf die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Altersvorsorge und die private Altersvorsorge.

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