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Tradition

Die Kolpingsfamilie Roding wird 150

Die Geburtsstunde des Vereins war im Jahr 1868. Das große Jubiläum wird heuer mit vier Veranstaltungen gefeiert.
Von Thomas Mühlbauer

Eine Büste Adolph Kolpings: Er war katholischer Priester und Begründer des Kolpingwerkes. Foto: Kolpingsfamilie
Eine Büste Adolph Kolpings: Er war katholischer Priester und Begründer des Kolpingwerkes. Foto: Kolpingsfamilie

Roding.2018 ist für die Rodinger Kolpingsfamilie ein ganz besonderes Jahr, feiert die zweitälteste Gruppierung im Landkreis Cham doch ihren 150. Geburtstag – und zwar mit Pauken und Trompeten bei vier Veranstaltungen.

Gegründet wurde die Kolpingsfamilie einst als Katholischer Gesellenverein Roding. Diese Gründung erfolgte schon wenige Jahre nach dem Tod des Gesellenvaters Adolph Kolping (Todestag 4. Dezember 1865) und kurz vor dem ersten Vatikanischen Konzil (1869/1870). Überlieferungen zufolge holte damals Konrad Bäumler, der neue Kooperator von Roding, im März 1868 die verbliebenen Mitglieder des ehemaligen Jugendvereins, der 1845 aus der Taufe gehoben worden war, zusammen. Der spärliche Rest, sechs junge Burschen und ein ehemaliges, inzwischen verheiratetes, Mitglied versammelten sich, um sich zum „Jünglingsbund“ zu vereinen.

Dieses Archivfoto zeigt die Gruppe „Aktiv Kolping“ im Jahr 1951. Der Rodinger Verein hat bewegte Zeiten hinter sich. Foto: Kolpingsfamilie
Dieses Archivfoto zeigt die Gruppe „Aktiv Kolping“ im Jahr 1951. Der Rodinger Verein hat bewegte Zeiten hinter sich. Foto: Kolpingsfamilie

Gerade zu dieser Zeit war die christliche Gesellenbewegung in Deutschland aber schon so groß, dass man sich im August 1868 bereits als „Katholischer Gesellenverein Roding“ in der Öffentlichkeit zeigte, was als Geburtsstunde des Vereins gesehen wird. Ende 1868 trat der Verein, wie es eine Festschrift formuliert, dann in die große „Armee Kolpings“ ein.

Der Vorsitzende Michael Fleck lässt im Gespräch wissen: „Wir haben mit den Planungen im November 2015 begonnen.“ Damals beschloss man, das Jubiläum grundlegend anders zu gestalten als noch bei der 125-Jahr-Feier 1993. So entschied man sich nicht für ein Festwochenende, sondern bewusst dazu, über das Jahr verteilt zu feiern. Mit vier größeren Veranstaltungen solle das Jubiläum begangen und damit die Vielfalt Kolpings in Roding der Öffentlichkeit gezeigt werden, fasst Fleck die Überlegungen zusammen.

„Wer Mut zeigt, macht Mut!“

Das 125-jährige Bestehen wurde an zwei Tagen im Juli 1993 gefeiert. Ein großer Festzug führte durch die Straßen der Stadt. Foto: Kolpingsfamilie
Das 125-jährige Bestehen wurde an zwei Tagen im Juli 1993 gefeiert. Ein großer Festzug führte durch die Straßen der Stadt. Foto: Kolpingsfamilie

Auf diesen „Geburtstag“ freut sich auch Präses Kaplan Sebastian Scherr. „Man soll die Feste feiern, wie sie fallen“, schreibt er im Jahresprogramm. Denn die Kolpingsfamilie Roding habe heuer allen Grund zu feiern, blickt sie doch auf 150 stolze Jahre Geschichte innerhalb der Pfarrei St. Pankratius zurück. Jahrzehnte, in denen sich vieles getan hat und die von Höhen und Tiefen geprägt waren.

An die Gründungszeit erinnert sich naturgemäß keiner, doch die Kriegs- und Nachkriegszeit wird den älteren Mitgliedern sicherlich noch präsent sein. Eine Zeit, die gewiss nicht leicht war, die aber durch gemeinsames Zusammenstehen zum Erfolg wurde. „Wer Mut zeigt, macht Mut! – die Kolpingsbrüder und -kameraden haben es uns vorgemacht und gezeigt, wie es geht“, so Scherr.

Die Kolpingsfamilie hat bewegte Zeiten hinter sich, wie Michael Fleck sagt: „Es wird auch für uns schwieriger, Menschen für den Verein zu begeistern und neue Mitglieder zu gewinnen.“ Dies habe verschiedene Gründe und sei auch nicht nur bei Kolping zu sehen, sondern vielmehr ein gesellschaftliches Problem, meint Fleck, der seit fast 20 Jahren an der Spitze des Vereins steht. Mit derzeit rund 150 Mitgliedern ist die Kolpingsfamilie Roding nach der Chamer Kolpingsfamilie (circa 250 Mitglieder) die zweitgrößte von neun Kolpingsfamilien im Landkreis, so Fleck. Mit Jordan Baier habe der Verein derzeit ein Ehrenmitglied, das mit 95 Jahren auch das älteste Mitglied ist.

Verein für jede Generation

Ein weiteres Bild aus vergangenen Tagen. Es zeigt eine Ehrung. Kolping ernannte Herrn Hundshammer zum Ehrenmitglied. Foto: Kolpingsfamilie
Ein weiteres Bild aus vergangenen Tagen. Es zeigt eine Ehrung. Kolping ernannte Herrn Hundshammer zum Ehrenmitglied. Foto: Kolpingsfamilie

Dabei macht der Vorsitzende deutlich, dass Kolping ein Verein sei, der für die ganze Familie geeignet ist: „Wir decken das ganze Altersspektrum ab.“ Frauen dürfen seit 1966 offiziell Mitglied bei Kolping werden und stellen mittlerweile rund ein Drittel der Rodinger Mitglieder. Gerade die Frauen sind nach Flecks Ansicht sehr engagiert im Verein. Weiter stellt er heraus, dass jede Veranstaltung der Kolpingsfamilie immer offen sei und auch Nichtmitglieder willkommen seien.

Seit 1983 ist Fleck bei der Kolpingsfamilie. Im Rückblick erklärt er, dass man vor einigen Jahren zeitweise sogar drei Jugendgruppen hatte. Aktuell gebe es leider keine mehr, was mehrere Ursachen habe. Rein zahlenmäßig betrachtet sehe es bei der Kolpingjugend aber nicht so schlecht aus, „denn etwa 30 Mitglieder sind im Alter von einem bis 30 Jahren“. Dies sei eine stolze Anzahl, wenn man bedenkt, dass der Verein insgesamt circa 150 Mitglieder hat. Etwas eingeschlafen sei derzeit das Theaterspielen. Früher habe der Gesellenverein in Roding oft mehrere Stücke pro Jahr aufgeführt.

Die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr: Am Freitag, 13 April, findet im Gasthaus Hecht in Mitterdorf ein nachdenklich-heiterer Gesellschaftsabend mit Liedermacher Hubert Treml statt. Am Sonntag, 15. Juli, ist Gottesdienst in der Pfarrkirche mit Generalpräses Ottmar Dillenburg und dem Chor Vivace. Anschließend Familientag mit Musik. Am Sonntag, 14. Oktober, ist Gottesdienst mit Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt und dem Kolpingchor Falkenberg. Zudem werden Erinnerungsbänder verliehen, danach ist Präsestreffen am Heilbrünnl mit Andacht. Am Samstag, 24. November, findet der Kolpinggedenktag mit Ehrungen statt. Geplant ist außerdem ein bunter Abend für alle.

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