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Baumart

Die leuchtende Roteiche aus den USA

Roteichen sehen nicht nur wunderbar aus, sie wachsen auch in jungen Jahren schnell. Darum stehen sie vor dem Siegeszug.
Von Petra Schoplocher

Im Park hätten wir sie auch bei uns im Landkreis „in groß“ gefunden. Im Wald sind Roteichen (noch) selten. Leuchten können aber auch die „Kleinen“, wie dieser junge Baum beweist. Fotos: Schoplocher
Im Park hätten wir sie auch bei uns im Landkreis „in groß“ gefunden. Im Wald sind Roteichen (noch) selten. Leuchten können aber auch die „Kleinen“, wie dieser junge Baum beweist. Fotos: Schoplocher

Cham.Eins muss man Dr. Arthur Bauer lassen: Das Timing für diesen Beitrag könnte besser nicht sein. Denn beim Blick in die Natur sticht eine Baumart ganz aktuell heraus, die Roteiche. Und das ihrem Charakteristikum entsprechend natürlich leuchtend rot. Dieses war und ist es, das ihren Siegeszug in Europa begründet hat. Ursprünglich stammt die Roteiche aus den USA, wie sie den gesamten Nordosten dominiert. Bei uns ist sie die wichtigste anbaufähige (fremde) Eichenart und nicht nur als Hingucker in Parks, sondern auch als Waldbaum interessant.

Ihr größtes Pfund: Beim Jugendwachstum lässt die Roteiche inklusive der heimischen Eichenarten alle alt aussehen. Auf guten Böden schafft der Nachwuchs schon gut und gerne mal 70 bis 80 Zentimeter pro Jahr. Dies hat für Dr. Bauer einen entscheidenden Vorteil: In vier, fünf Jahren sind Roteichen nicht mehr verbissgefährdet. Vorher bleibt nur Einzelschutz oder ein Zaun.

Die Roteiche ist widerstandsfähig

Dr. Arthur Bauer Foto: ps
Dr. Arthur Bauer Foto: ps

Als großer Baum ist die Roteiche widerstandsfähig und sturmfest als Tief-Herz-Wurzler – weswegen sie im übrigen als Straßenbaum nicht mehr so beliebt ist: Stichwort Bodenwellen. An ihren Standort hat sie geringe Ansprüche. Nährstoffe ja, aber wenige. Frisch sollte es, sandig und kalkarm darf es sein, von staunassen, sehr sauren oder sehr trockenen Böden ist abzuraten. Mit den Temperaturen kommt sie gut zurecht, im Winter verträgt sie auch zweistellige Minusgrade. Sonne bis Halbschatten sind für die Lichtbaumart ideal, natürlich gilt auch für die Roteiche das Förster-Credo wieder: Bitte als Beimischung. Dr. Bauer kann sie zu Douglasie, Lärche oder auch Hainbuche empfehlen. Und im Zweifel oder bei Interesse: Fragen Sie nach!

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„Sie hat interessante Eigenschaften, kommt gut zurecht bei uns und hat beachtliche Wuchsleistungen vorzuweisen“, fasst er die Vorzüge zusammen. Umso überraschender, dass der Anteil der Roteiche in den Landkreiswäldern bei „Null Komma irgendwas“ liegt.

Die Roteiche will gepflegt werden

Ohne Pflegemaßnahmen kommt auch die Roteiche nicht aus, der Waldbesitzer ist frühzeitig, regelmäßig und auch oft gefordert; vor allem die Krone will und muss gepflegt werden. Die natürliche Astreinigung ist bei entsprechendem Dichtstand gut. Arbeit kommt auch auf den Waldbauern zu, wenn die Baumart ihre Stockausschlagfähigkeit lebt. Roteichen können bis zu 400 Jahre alt werden, weiß der Fachmann, Höhen bis zu 50 Meter sind möglich, meist bleibt es aber bei 30 plus x.

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Eine Enttäuschung muss der Forstdirektor dann aber doch noch loswerden. Ausgerechnet die Roteiche eignet sich nicht für das Lagern von Rotwein. Das Holz ist zu grobporig, erklärt der Fachmann, „die Poren verthyllen, sprich verstopfen nicht. Das würde Fässer undicht machen.“ Wer aber nicht auf den Büttner fixiert ist, bringt sein hartes und schweres Roteichenholz zu guten Preisen „weg“. Verwendet wird es für die Herstellung von Möbeln oder Parkett. Hoch geschätzt ist es für Fachwerke und im Bootsbau. Wo jeder schon einmal gestolpert sein könnte: Eisenbahnschwellen sind bisweilen aus Roteiche.

Doch ihr Markenzeichen sind und bleiben die großen, tief eingeschnittenen und spitzen Blätter, die sich im Herbst orange und rot, oder auch „nur“ in einen wunderbaren Braunton verfärben. Eine Baumart, die nicht zu übersehen ist und nicht übersehen werden sollte.

Unser Experte

  • Zur Person

    Dr. Arthur Bauer (58) stammt aus Regenpeilstein. Er studierte Forstwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist seit Februar 2017 Leiter des Bereichs Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Cham.

  • Verbundenheit

    „Schon immer“ war Arthur Bauer gerne in der Natur, vor allem aber im Wald.

  • Beratung/Kontakt

    AELF Cham, Bereich Forsten. Ölbergstraße 3, Waldmünchen. Telefon (09972) 94 30 20

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