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Region Cham
Freitag, 25. Mai 2018 23° 8

Hochzeit

Die Partitur für eine gute Ehe

Auf dem Lamberg gaben sich Magdalena und Simon Mayer das Jawort – mit musiklaischen Tipps vom Pfarrer für die Zukunft.

Zwei Vereine, mit denen die jungen Eheleute seit ihrer Kindheit eng verbunden sind: die Kolpingmusik Cham und die FF Haderstadl Foto: chi

Cham.Begleitet von Flöte und Trompete machte Chameraus Pfarrer Kilian Limbrunner am Samstagmittag in der Wallfahrtskirche zur Heiligen Walburga auf dem Lamberg Magdalena Mayer, geborene Gruber aus Cham-Kühberg, und Simon Mayer aus Hörwalting deutlich, worauf es in einem harmonischen Eheleben ankommt. Denn eine Leidenschaft des Bräutigams ist die Blasmusik, die er vor allem mit der Kolpingmusik Cham auslebt. Doch auch sonst war der gesamte Hochzeitstag von Musik umgeben.

So waren schon in aller Herrgottsfrühe die Musikerfreunde des Paares vor dem Gruberhaus, wo die beiden derzeit noch wohnen, bis das Eigenheim in Hörwalting fertig ist, aufgefahren und hatten mit kräftiger Blasmusik die Dorfgemeinschaft aus den Federn gerissen. Damit waren wenigstens alle fertig, als gegen Mittag die Hochzeitsmesse in der Lambergkirche begann. Pfarrer Kilian Limbrunner segnete vor dem Kirchenportal die Brautleute, und schon ging es in die Kühle des vollen Gotteshauses. Die Original Godlmusikanten stimmten mit einer ruhigen Weise die Hochzeitsgesellschaft auf die Messfeier ein, bevor der „Drei-Gsang“ aus Chamerau das Lied „Beginne Du all meine Tage“ vortrug. Beide Gruppen begleiteten den Gottesdienst mit ausgesuchten Melodien und Liedern würdig. Der Hinweis des Pfarrers an die Braut, dass man eigentlich nie einen Musikanten heiraten solle, kam ein paar Jahre zu spät, denn die beiden Brautleute sind schon gute acht Jahre zusammen und Magdalena dürfte inzwischen ihren Simon, der als Zerspanungsmechaniker in Cham arbeitet, und seine musikalischen Auszeiten schon kennen.

Die Hochzeiten im Bayerwald 2018, Teil 1

Ehe braucht Luft zum Atmen

Doch Pfarrer Limbrunner zeigte dann, dass auch er mit Instrumenten umgehen kann, und holte eine Trompete hervor, auf der er ein Jagdsignal erschallen ließ. Ein Hochzeitsgast meinte, das sei das Signal „Aufbruch zur Jagd“ gewesen. Doch der Priester wollte damit verdeutlichen, dass man eine Ehe mit dem Spielen eines Blasinstruments vergleichen könne. Denn da brauche man Luft, um atmen zu können und einen gehörigen Ton zu erzeugen. Auch in der Ehe brauche man genug Luft zum Atmen und zum Durchschnaufen, um positiv in die Zukunft schauen zu können.

„Für eine gute Ehe muss man offen sein: offen für Neues, auch offen nach oben hin, zu Gott.“

Pfarrer Kilian Limbrunner

Diese nötige Luft müsse aber nicht von der Lunge, sondern vom Herzen der Ehepartner kommen, die sich gegenseitig lieben und achten sollten, wie es im Eheversprechen heißt. Dazu müsse man offen sein: offen für Neues, auch „offen nach oben hin, zu Gott“. Das Leben solle nicht nur so dahinplätschern und öde werden, vielmehr sollten die Eheleute kreativ sein und ihr gemeinsames Dasein abwechslungsreich gestalten. Pfarrer Limbrunner zog noch eine Flöte hervor und blies eine bayerische Weise – und wie man für ein gutes Flötenspiel viel Übung, Ausdauer und Einfühlungsvermögen brauche, so auch für eine gelingende Ehe. Und wenn die Lebensmelodie absacke und Missklänge entstünden, dann solle man es wie bei der Tonsetzung mit einem Kreuz versuchen, das die Töne um einen halben Ton erhöhe.

So könne ihre Ehemelodie nach dem Lied „Marmor, Stein und Eisen bricht ...“ gelingen. Vor der Kirche hatte inzwischen die Haderstadler Feuerwehr eine Schlauchspirale aufgebaut und die Kolpingmusik nahm mit starker Mannschaft Aufstellung, um das junge Ehepaar gebührend zu empfangen. Denn die Braut, Bürokauffrau in einem Autohaus, ist seit 2013 Jugendwartin bei der Wehr, vor allem aber war sie beim Jubiläumsfest 125 Jahre FF Haderstadl 2013 strahlende Festbraut und ist seitdem Ehrenmitglied des Vereins. So gratulierten den jungen Eheleuten Vorsitzender Martin Wals und Kommandant Ludwig Bauer im Namen der gesamten Wehr.

Kolpingmusik spielte auf

Als die Gratulationen begonnen hatten, stimmte die Kolpingmusik, bei der Simon Mayer seit langem Trompete und Flügelhorn spielt, „Mein Heimatland“, passend für die heimatverbundenen Brautleute.

Die Feier

  • Feier:

    Als alle ihre guten Wünsche angebracht hatten, brachen über 200 Gäste Richtung Neurandsberg auf.

  • Musik:

    Dort wurde noch lange und mit viel Musik, hier vor allem vom Original Bayerwald-Quintett von Thomas Klein, der den Tag als Hochzeitslader begleitete, gefeiert.

Auch spielten die Musiker noch „In die weite Welt“ und den „Bozener Bergsteigermarsch“, was wiederum die Weltoffenheit der beiden widerspiegelte. Im Namen der Kolpingmusik gratulierte die Gattin des Vorsitzenden, Elke Lesinski, weil ihr Mann ja die Tuba blasen musste. (chi)

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