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Zusage

Die Pfingstbraut heißt Mirjam Zelzer

Die 26-jährige angehende Lehrerin kennt Pfingstbräutigam Heinz Schötz seit der gemeinsamen Schulzeit im BSG Bad Kötzting.
Von Roman Hiendlmaier

Pfingstbraut Mirjam Zelzer mit Pfingstbräutigam Heinz Schötz junior sowie den Brautführern Michael Fischer (li.) und Mathias Miethaner (re.); mit auf dem Bild Bürgermeister Markus Hofmann, Pfarrer Herbert Mader und Kaplan Florian Rein (hinten v. li.) Foto: rh

Bad Kötzting.Es gab ja schon einige Pfingstbraut-Präsentationen in Bad Kötzting und in der über 800-jährigen Geschichte des Pfingstritts auch sicher reihenweise bewegende Momente. Die Präsentation der Pfingstbraut 2018 war aber dennoch ein einmaliges Ereignis, mit einer Geschichte, wie sie nur eine Tradition wie die des Pfingstritts schreiben kann.

Mirjam Zelzer heißt die neue Pfingstbraut, eine so charmante wie attraktive Lehramtsstudentin, die voraussichtlich im Frühjahr 2019 ihre Lehrertätigkeit als Referendarin beginnt. Die 26-Jährige ist seit ihrer Schulzeit im BSG mit Heinz Schötz junior befreundet, der 2017 Kandidat für das Amt des Pfingstbräutigams war. Der Brauingenieur wollte zunächst sein Studium absolvieren und bat Bürgermeister Markus Hofmann um ein Jahr Aufschub, was dieser zusagte.

Beim „Veteranen-Abend“

Beim „Veteranen-Abend“ des BSG am Pfingstvolksfest zog Schötz Mirjam Zelzer ins Vertrauen und fragte, ob sie mit ihm im Fall einer erneuten Anfrage 2018 die Stadt bei den Pfingstfeierlichkeiten nach außen vertreten würde. „Der Antrag war gerade für mich eine Ehre, die ich natürlich nicht ausschlagen konnte und wollte“, berichtet Mirjam Zelzer. Die Betonung lag für sie auch auf der langen Pfingsttradition ihrer beider Familien: Josef Schötz, Urgroßvater von Heinz Schötz jun., war 1910 Brautführer von Mirjam Zelzers Urgroßvater Vitus Oexler. Zur ebenfalls über 100-jährigen Pfingsttradition im Hause Zelzer kam das seltene Glück, dass aus dem Pfingstbrautpaar 1971, Elisabeth Karg und Franz Zelzer, fünf Jahre später das Ehepaar Zelzer wurde, Mirjams Eltern. Zuletzt schrieb die Pfingstfamiliengeschichte ihr älterer Bruder Franz-Christian fort: 2011 als Pfingstbräutigam von Christina Barth.

„Der Antrag war gerade für mich eine Ehre, die ich natürlich nicht ausschlagen konnte und wollte.“

Mirjam Zelzer

Den großen Tag von Mirjam Zelzer mitzuerleben, war ihrem Vater jedoch nicht vergönnt. Der Diplom-Verwaltungswirt und Jurist Franz Xaver Zelzer, ein glühender Anhänger des Pfingstbrauchtums, starb im August vergangenen Jahres im Alter von nur 71 Jahren. Es hätte ihn sicher stolz und glücklich gemacht, mitzuerleben, wie seine Tochter am Palmsonntag in Begleitung von drei smarten Begleitern zum ersten Mal die Marktstraße hinab schritt, sagt Mirjam Zelzer. Pfingstbräutigam Heinz Schötz jun. und seine Begleiter formulierten auch schon am Morgen bei der Vorstellung durch Dekan Herbert Mader und Bürgermeister Markus Hofmann vor den Pressevertretern, wie stolz sie das Angebot mache und mit welcher Freude sie an die Aufgabe herangingen, die Stadt bei der Traditionsveranstaltung zu repräsentieren.

Über 100 Jahre Familientradition

Auch bei Mathias Miethaner gehören die Pfingstfeierlichkeiten fest zur Familientradition. Sein Vater Erich war 1989 Bräutigam und fungiert seit Jahren als Zugordner. Der 23-jährige angehende Bauingenieur saß selbst schon als Kind im Sattel, entsprechend war die Zusage als Brautführer an seinen langjährigen Freund Heinz Schötz jun. reine Formsache.

„Das Amt ist eine Ehre, und daher schlägt man eine solche Anfrage nicht aus.“

Michael Fischer

Das Gleiche galt für Michael Fischer: Der zweite Begleiter des Pfingstbrautpaars verfolgte das Pfingstgeschehen mit Ausnahme der Zugehörigkeit zum Burschenverein nach eigenen Worten bisher nur vom Rande. Wie Miethaner studiert er Bauingenieurwesen, sein Hobby ist die Musik. Wie seine Schwester Katharina, Frontfrau bei „Gentle“, rockt der 24-Jährige auf der Bühne mit seinen Bandkollegen von „Alibi“. Als sein langjähriger Freund aus Zeiten bei der Jugend-Feuerwehr Sperlhammer ihm das Anliegen von Heinz Schötz vortrug, gab es für ihn aber auch kein Zögern: „Das Amt ist eine Ehre, und daher schlägt man eine solche Anfrage nicht aus.“

Die Chemie stimmt

Pfingsten als Familientradition

  • Heinz Schötz junior:

    26 Jahre alt, Brauingenieur. Urgroßvater Josef Schötz war Pfingstbräutigam 1908 und Brautführer 1910. Traudl Schötz war Pfingstbraut 1945, Großvater Heinz Schötz Pfingstbräutigam 1942. Außerdem stand er als Brautführer 1950 im Mittelpunkt. Vater Heinz Schötz war Brautführer 1976.

  • Mirjam Zelzer, 26 Jahre alt:

    Studentin Latein und Französisch für Lehramt Gymnasium an der Universität Regensburg. Ihr Bruder Franz-Christian Zelzer, Studienrat für Germanistik und Geschichte an der Realschule Furth im Wald, war 2011 Pfingstbräutigam von Christina Barth, als Mutter Elisabeth, geborene Karg, und Vater Franz ihr 40-jähriges Jubiläum als Pfingstbrautpaar feierten. Die Familie baut auf eine große Pfingsttradition aus der Familie von Mjrjam und Franz-Christians Großmutter Maria Zelzer, geborene Oexler. Eine Schwester der Großmutter war Pfingstbraut 1946, Großonkel Vitus Pfingstbräutigam 1940, Urgroßvater Vitus Bräutigam 1910 und zweimal Brautführer.

  • Mathias Miethaner, 23 Jahre alt:

    duales Studium Bauzeichner/Bauingenieur, 13 Ritteilnahmen, Vater Erich Miethaner war 1989 Pfingstbräutigam und ist Zugordner (45 Ritteilnahmen)

Mit dem neuen Quartett hatten die Verantwortlichen, Dekan Herbert Mader, Bürgermeister Markus Hofmann und Leitender Zugordner Sepp Barth, von Anfang an ihre Freude. Nicht nur äußerlich harmonierte das Quartett: Im Mittelpunkt stand Pfingstbraut Mirjam Zelzer, nicht nur wegen ihres knallroten Mantels war sie der Hingucker des Tages. Aber auch die Herren machten in ihren grauen Anzügen und den auf Mirjams Mantel abgestimmten Krawatten „bella figura“.

Sympathisch-gelassen nahmen sie die Glückwünsche der ob der zart frühlingshaften Temperaturen doch einigermaßen zahlreichen Verwandten, Freunde und Ehrengäste entgegen. Gelassen erfüllten sie alle Fotowünsche, und beim Gang die Marktstraße herab nach der Statio vor St. Veit konnte das Quartett mit vereinzeltem Applaus schon einmal ein wenig anfühlen, was sie dann am Pfingstwochenende um den 20. Mai erwarten wird.

Für alles Andere können sie natürlich ihre Vorgänger Anna Heigl und Karl-Josef Weber fragen. Denn nicht nur zwischen den Elternhäusern Schötz in der Marktstraße und Zelzer am Plattenweg, sondern auch zwischen den Pfingstbräutigamen Schötz und Weber sind die Wege kurz: Beide kennen sich seit Kindheitstagen.

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