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Samstag, 22. September 2018 17° 3

Mensch

Die Powerfrau mit Helfer-Gen

Die Wahl-Chamerin Diana Godoy Chicas stammt aus El Salvador und möchte mit Rotaract die Welt verbessern.

Die Wahl-Chamerin Diana Godoy Chicas möchte mit Rotaract die Welt verbessern. Foto: cga
Die Wahl-Chamerin Diana Godoy Chicas möchte mit Rotaract die Welt verbessern. Foto: cga

Cham.Sie besitzt ein lateinamerikanisches Temperament, ist inspirierend und strotzt nur so vor Energie: Diana Godoy Chicas ist das, was man eine echte Powerfrau nennt. Die 30-jährige Global-Projekt-Managerin ist Weltenbummlerin, ein Bücherwurm – und überzeugte Wohltäterin. Sie selbst sieht sich dagegen ganz bescheiden als einfache Frau aus El Salvador. Die Wahl-Chamerin schafft es auf kaum begreifliche Weise, an vielen Orten und in vielerlei Funktion ihre Wirkung zu entfalten. Beruflich jettet sie für ein mittelständiges Unternehmen aus dem Landkreis um den Erdball, um in den Zweigstellen globale Prozesse zu optimieren. Nebenbei engagiert sich die Spezialistin für internationale Beziehungen unermüdlich als Rotaract-Distriktsprecherin für eine bessere Gesellschaft.

Menschen zu helfen ist das Ziel

„Für mich ist es wichtig, Menschen zu helfen“, sagt Godoy in fast perfektem Deutsch. Wer mit ihr redet, erkennt schnell, dass sie bereits viel von der Welt gesehen hat. Seit ihrem elften Lebensjahr ist sie schon neunmal umgezogen. „Mein Leben besteht aus ständigen Veränderungen“, meint die Globetrotterin. Als Tochter eines internationalen Bauingenieurs erlebte sie schon als Kleinkind verschiedene Länder Nord-, Mittel und Südamerikas. Von Costa Rica aus zog es sie dann als junge Studentin an die Universität Regensburg. „Ich habe mich sofort in diese Stadt und die Leute verliebt“, erinnert sie sich. Seit 2015 ist aber Cham ihr Dreh- und Angelpunkt.

„Hier fühle ich mich sehr wohl und es gibt mehr zu entdecken, als man meint“, gibt sie eine Liebeserklärung an den Ort ab. Von dort aus begibt sich in regelmäßigen Abständen entweder beruflich bedingt oder privat in die weite Welt hinaus.

Hinter 34 Länder kann sie mittlerweile ein Häkchen setzen. An den restlichen arbeite sie noch, wie sie mit einem Schmunzeln erzählt. Mal taucht sie in die bizarre Felsenlandschaft Islands ein, dann erkundet sie wieder auf eigene Faust die Sehenswürdigkeiten Istanbuls oder Moskaus. „Mir geht es nicht nur Sightseeing, sondern ich möchte euch die Menschen verstehen“, sagt Godoy Chicas, die sich auch als absolutes Sprachgenie zu erkennen gibt.

Neben Englisch, Spanisch, Deutsch und Französisch spricht sie auch noch ein wenig Japanisch. „Im Moment lerne ich Bayrisch, weil das ist wieder eine ganz eigene Sprache“, scherzt sie kurz, um sich dann wieder ernsteren Themen zu widmen. Sie bewege vor allem die Armut, unter der viele Menschen weltweit leiden. „Ich stamme aus einem sozial eingestellten Elternhaus und bin dankbar, dass ich privilegiert aufgewachsen bin. Man darf deswegen die Not von anderen nicht vergessen“, findet sie. Fast täglich treibt sie eine Frage um: „Was können wir besser machen?“ Den Schwachen der Gesellschaft zu helfen, war für sie auch die Antriebskraft, nach ihrem Umzug in Cham einen Rotaract-Club zu gründen. „Man muss sich engagieren, wenn man was erreichen möchte“, ist sie überzeugt. Bei den Rotariern sieht sie sich gut aufgehoben, weil dort Werte vertreten werden, die auch ihr besonders wichtig sind: Achtung der Menschenwürde, Toleranz und Weltoffenheit. An den freien Wochenenden ist sie daher ehrenamtlich in einem Gebiet unterwegs, das sich von Leipzig und Dresden bis in die Oberpfalz erstreckt, um mit Workshops, Vorträgen und Mentoring-Programmen ihre Mitstreiter zu noch mehr Verantwortung zu bewegen. „Ich möchte die Leute inspirieren und sie miteinander vernetzen“, nennt sie als Hauptmotiv für die Strapazen. Umso mehr freue sie sich dann auch über positiven Resultate – etwa wenn eine Gruppe durch eine Aktion wieder wertvolle Spendengelder für die Bekämpfung der Kinderlähmung in Entwicklungsländern zusammenträgt oder die lokale Tafel mit Lebensmitteln unterstützt.

Entspannen mit Lesen und Musik

Und wie bringt die viel beschäftigte Frau eigentlich alle ihre Aufgaben und Termine unter einen Hut? Sie scheint das selbst nicht zu wissen, aber ein gutes Zeitmanagement und die Motivation, die selbst gesteckten Lebensziele zu erreichen, seien ihrer Meinung nach bedeutsam.

Entspannung findet Godoy Chicas aber beim Malen, Schreiben und mit Musik. Außerdem liest sie gern, vor allem englischsprachige Literatur. Ganz oben auf ihrer Favoritenliste stehen Science-Fiction-Romane, Geschichten mit surrealen Elementen wie vom japanischen Autor Haruki Murakami und – wie sei es auch anders zu erwarten – Bücher von George Orwell, dem Großmeister gesellschaftskritischer Werke. (cga)

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