MyMz
Anzeige

Programm

Die Rauchröhren waren Zufluchtsort

Die Sagenwanderung in Kooperation mit dem Naturpark oberer Bayerischer Wald führte dieses Woche auf den Kaitersberg. Hier wurde erklärt, wie die Rauchröhren zu ihren Namen kamen.

Die Wandergruppe vor den sagenumwobenen Rauchröhren am Kaitersberg. Foto: privat/Altmann

Eschlkam.Einmal mehr organisierte das Tourismusbüro Eschlkam im Rahmen des Sagen-Wanderprogramms eine Wanderung auf den Kaitersberg, wo sich insgesamt 35 Wanderer beteiligten, darunter Feriengäste aus Thüringen, aus der ganzen Region und aus Deggendorf.

Am Wanderparkplatz bei der Simmereinöde begrüßte Tourismusbeauftragter Josef Altmann alle Teilnehmer, insbesondere Anette Lafaire vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald, die während der Tour über Interessantes von der Pflanzen- und Tierwelt des Kaitersberges berichtete. So zum Beispiel über den Luchs, der sich auch immer wieder auf dem Kaitersberg aufhält.

Wissenswertes über Einzelgänger

Luchse seien Einzelgänger und lebten in großen zusammenhängenden Waldgebieten. Die Lieblingsspeise seien Rehe, an einem würden sie etwa eine Woche lang fressen. Auch der Wanderfalke halte sich am Kaitersberg auf, der in den 70er-Jahren fast ausgestorben war. Der Wanderfalke baue kein richtiges Nest, sondern benutze geschützte Felsvorsprünge.

Nach rund eineinhalb Stunden wurden über das Gut Eschlsaign und den Rauchröhrenteig die Rauchröhren erreicht. Diese zwei riesigen Felsbrocken sind auch bei Kletterern sehr beliebt.

Fantastischer Blick ins Zellertal

Der Weg zur Kötztinger Hütte führte auch am Steinbühler Gesenke vorbei. Hier konnten die Teilnehmer einen fantastischen Blick in das Zellertal genießen. Rechtzeitig zur Mittagspause wurde die Kötztinger Hütte erreicht, und nach der Stärkung machte sich die Wandergruppe wieder auf den Weg ins Tal zur Simmereinöde, wo die Autos geparkt waren. Wie aber nun die Rauchröhren zu ihrem Namen kamen – Wanderführer Sepp Altmann erzählte dazu bei der Wanderung folgende Legende: „Auf dem Weg vom Riedelstein zum Kaitersberg muss man durch eine enge, steile Felsgruppe gehen. Diese Felsen heißen seit Jahrhunderten die Rauchröhren. Ihren Namen haben sie im Dreißigjährigen Krieg bekommen. Im Jahre 1633 hatten schwedische Horden Kötzting niedergebrannt. Von dort zogen sie umher, plünderten, brandschatzten und mordeten. Zu dieser Zeit sollen auch einige Einöden im Lamer Winkel entstanden sein, weil sich manche fürchteten, in ihre Orte im Tal zurückzukehren. Damals haben sich die Arracher, Hohenwarther und Bewohner anderer Weiler auf den Riedelstein geflüchtet. Am sichersten fühlten sie sich zwischen den Felsen und in einer Höhle unterhalb. Vor allem konnten sie während der Nachtstunden Feuer anbrennen, ohne dass ein Lichtschein vom Tal des Weißen Regens aus zu sehen war, und der Rauch konnte zwischen den Felsen in die Höhe steigen.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht