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Region Cham
Sonntag, 22. Juli 2018 22° 6

Feuerwehr

Die Sache mit dem brummenden Gummibär

Spannender Experimentalvortrag im Chemielabor in Cham zeigte Helfern den richtigen Umgang mit bestimmten Stoffen.

Dr. Thomas Scheubeck zeigte den Feuerwehrlern die Gefährlichkeit vieler Gefahrstoffe in Theorie und Praxis auf.
              Foto: cft
Dr. Thomas Scheubeck zeigte den Feuerwehrlern die Gefährlichkeit vieler Gefahrstoffe in Theorie und Praxis auf. Foto: cft

Cham. Zum zweiten Mal fand jetzt ein „Experimentalvortrag Gefährliche Stoffe“ im Chemielehrsaal des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums für die Freiwilligen Feuerwehren statt. Eingebettet ist dieser Vortrag erstmals in einen Lehrgang „Gefährliche Stoffe – Technik“, der derzeit im Inspektionsbereich Bad Kötzting stattfindet. Als Referent fungierte wieder Dr. Thomas Scheubeck, diplomierter Chemiker und Chemielehrer am Fraunhofer-Gymnasium.

Matthias Heimann von der Feuerwehr Waldmünchen und zugleich Schüler von Dr. Scheubeck assistierte. Aufgrund der Erfahrungen aus dem ersten Vortrag hatte Dr. Thomas Scheubeck die Inhalte etwas modifiziert. Nach der notwendigen Sicherheitsbelehrung begann Dr. Scheubeck mit einer Einführung in die Radioaktivität und erläuterte die unterschiedlichen Strahlungsformen und wie sich Einsatzkräfte davor schützen können. In einem Versuch konnte er die radioaktive Strahlung sichtbar machen. Auch auf die Bedeutung der Halbwertszeit für den Abbau der Radioaktivität wurde besprochen. Anschließend wurden die Eigenschaften von Säuren und Basen vorgestellt. Dabei erläuterte der Referent auch im Speziellen den sogenannten pH-Wert. Dieser ist einsatztaktisch wichtig für die Beurteilung der Gefährlichkeit von Säuren und Laugen.

Problem Salzsäure

Im praktischen Versuch konnten alle Teilnehmer versuchen, Salzsäure mit einem pH-Wert von 1 unschädlich zu machen. Dies ist grundsätzlich machbar, aber schnell wurde klar, dass dies Wasser in nahezu „ozeanischen Mengen“ erfordert und daher diese Vorgehensweise im Einsatz schnell Grenzen erreicht. Eine Alternative ist das Neutralisieren von Säuren und Laugen. Dies wurde anhand eines Beispiels vorgeführt. Ebenso wurde die Reaktion von Schwefelsäure auf verschiedene Materialien aufgezeigt. Als nächstes ging der Referent auf Kohlenstoffdioxid als Löschmittel ein und zeigte auch deutlich die Grenzen dieses Sonderlöschmittels auf. Die Halogene Fluor, Chlor, Brom und Iod waren das nächste Thema. Dr. Scheubeck erläuterte Vorkommen und Gefährlichkeit dieser Stoffe. Gerade im Umgang mit Brom hatten sich in der Vergangenheit schon häufiger auch Unfälle in Schulen ereignet, wie am Beispiel eines Einsatzes aus Berlin aufgezeigt wurde. Mit der notwendigen Fachkunde sind derartige Einsätze jedoch schnell und mit vergleichsweise wenig Aufwand beherrschbar wie ein weiterer Versuch zeigte. Optisch und akustisch besonders eindrucksvoll waren die Versuche zur Darstellung einer Wasserstoff-Explosion sowie die Reaktionen von Salzsäure und Salpetersäure mit Metallen. Beunruhigt zeigte sich die erste Reihe im Saal, als das Chemiepult vermeintlich kurzzeitig in Vollbrand stand, was sich aber als weitaus undramatischer als angenommen herausstellte.

Der Gummibär am Ende

Vor dem „Rausschmeißer“, einem Versuch mit dem klangvollen Namen „der brummende Gummibär“, fand bereits die Verabschiedung statt, denn nach diesem Versuch, so Dr. Scheubeck, sei mit einer starken unangenehmen Geruchsentwicklung zu rechnen.

Bernhard Hatzinger bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei Dr. Thomas Scheubeck und seinem Assistenten für den hervorragenden Vortrag. Was es mit dem „brummenden Gummibär“ auf sich hat, soll den Schülern von Dr. Scheubeck und den Teilnehmern künftiger Vorträge vorbehalten bleiben. Für Dr. Scheubeck und seinen Assistenten war der Abend jedoch noch nicht zu Ende, denn es war für jeden Teilnehmer ersichtlich, dass die Aufräumarbeiten nach diesem Vortragsabend auch sehr umfangreich sein würden. (cft)

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