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Mittwoch, 15. August 2018 24° 3

Freizeit

Die schöne Fremde vor der eigenen Haustür

Eine Reisegruppe aus Eschlkam besichtigte die Perlen des Böhmerwalds – eine Region, die vor Kultur-Reichtümern nur so strotzt.

Die Reisegruppe inmitten des Hochmoorgebietes Jezerni Slat (Seefilz). Foto: Altmann
Die Reisegruppe inmitten des Hochmoorgebietes Jezerni Slat (Seefilz). Foto: Altmann

Eschlkam.Adalbert Stifter schrieb schon in seinen Büchern „Sag niemals, dass etwas schöner ist, bevor du nicht den Böhmerwald gesehen hast“. Und wie schön dieser Böhmerwald ist, erlebten die Reiseteilnehmer bei der Fahrt durch unendliche Wälder, versteckte Ortschaften und kulturreiche historische Städte, die diese Region schon seit Jahrhunderten prägen.

Der Tourismusbeauftragte Josef Altmann konnte neben dem Waldschmidtpreisträger Dr. Hans Aschenbrenner auch den Vizelandrat a.D. Egid Hofmann sowie etliche Mitreisende begrüßen, die extra aus München, Ingolstadt und Weiden zu dieser Fahrt angereist waren. Er freute sich, dass sein Programm der „Grenzenlosen Entdeckungsreisen – unsere Nachbarn kennen lernen“ so viele Anhänger gefunden hat.

Als Erstes wurde die Ortschaft Dobra Voda (Gutwasser) im Nationalpark Sumava erreicht. Das unscheinbare Dorf am Guntersteig beherbergt in der Wallfahrtskirche einen wahren Kulturschatz. Dr. Aschenbrenner informierte, dass die Kirche 2001 einen einmaligen Altaraufsatz aus echtem Glas erhielt, der von der Glaskünstlerin Vladena Tesarova aus Prag entworfen wurde. Die Ortschaft Dobra Voda, vor 1990 Teil des ausgedehnten militärischen Sperrbezirks entlang der Grenze, erhielt dadurch wieder einen enormen Bekanntheitsgrad.

Weiter ging es nach Kasperske Hory (Bergreichenstein), das im 13. Jahrhundert entstand, als der Goldbergbau in voller Blüte war. Ein Wahrzeichen oberhalb dieser Stadt ist die Burg Kasperk, die 1356 durch Kaiser Karl IV zum Schutz des Böhmerwald-Grenzlandes erbaut wurde. Ein Schmuckstück dieser höchstgelegenen gotischen Stadt Böhmens ist auch das Böhmerwaldmuseum.

Auf der weiteren Fahrstrecke, die über Antygl führte, bekamen die Reisenden auch den im Original erhaltenen Hof der Künischen Freibauern zu sehen. Dr. Aschenbrenner wies darauf hin, dass den Dachgiebel des Vordergebäudes deren Wappen mit dem Spruch „Niemals Herr und niemals Knecht, das ist künisch Bauernrecht“ schmückt.

Im Gebirgskurort Modrava auf rund 1000 Meter Meereshöhe, wo der kürzeste und schönste Fluss des Böhmerwaldes, die Widra, entspringt, wurde Mittagspause eingelegt. Überrascht waren die Reiseteilnehmer auch von den Ortschaften Kvilda und Horska Kvilda. In der Mitte dieser beiden Ortschaften liegt das Jezerni Slat (Seefilz), wo die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, dieses Hochmoorgebiet (Größe über 200 Hektar) über einen hölzernen Fußweg zu besichtigen. Der Reiseleiter informierte, dass dieses Hochmoorgebiet einer der kältesten Plätze ist, daher besteht die Vegetationsdecke in diesem Gebiet aus kälteliebenden Pflanzenarten. Von den Wirbeltieren leben hier beispielsweise die Kreuzotter und das Birkhuhn. Auch die Rankl-Sepp-Statue in Horska Kvilda bekamen die Böhmerwaldreisenden zu sehen. Der Rankl Sepp, mit bürgerlichem Namen Josef Klostermann, war mit über zwei Metern der größte Mann im Böhmerwald. Die Rückfahrt erfolgte durch das Land der künischen Freibauern über Seewiesen und Hammern. (kbi)

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