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Kommunalpolitik

Die Stadt Cham baut eine Regenbucht

Der Stadtrat beschloss die Neugestaltung des Regenzugangs im Freibad und die Sanierung der Turnhalle Windischbergerdorf.
Von Johannes Schiedermeier

Ein paar Granittreppen mit Balkengeländer und eine hölzerne Umkleide – das ist derzeit die Erschließung des Regenflusses vom Freibad aus. Das will der Stadtrat nun ändern und rund 150 000 Euro in einen flachen Sandstrand mit Zugang hinter dem Beachvolleyballfeld investieren. Foto: Schiedermeier
Ein paar Granittreppen mit Balkengeländer und eine hölzerne Umkleide – das ist derzeit die Erschließung des Regenflusses vom Freibad aus. Das will der Stadtrat nun ändern und rund 150 000 Euro in einen flachen Sandstrand mit Zugang hinter dem Beachvolleyballfeld investieren. Foto: Schiedermeier

Cham.Der große Vorteil des Freizeitbades ist der direkte Zugang zum Regen, der auch gut genutzt wird, erklärte Bürgermeisterin Karin Bucher dem Stadtrat. Dieser Zugang soll nun verbessert werden. Der Baubeginn soll Mitte September nach der Schließung des Bades sein. Diplom-Ingenieur David Neidl aus Sulzbach-Rosenberg stellt zwei Varianten vor. Der Zugangsbereich wird dort liegen, wo auch jetzt schon eine Möglichkeit besteht, über eine Treppe mit Geländer in den Fluss zu gelangen.

In der Variante „Bucht“ ist eine leichte Einbuchtung mit Flachwasser vorgesehen. Das Projekt verläuft in der bestehenden Böschung. Auch ein Sandstrand samt Treppe und Geländer ist geplant. Nach Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt gebe es keine Vorbehalte, so Neidl. Die Kosten liegen bei 140 000 Euro.

Es wird eine Bucht mit Sand

Stadtbaumeister Franz Pamler stellte fest, dass im Haushalt 150 000 Euro eingestellt seien. Die Nebenkosten für die Variante mit 145 000 Euro liegen bei 25 000 Euro. „Ausgeschrieben ist das noch nicht“, so Pamler. Deswegen seien Kosten letztlich noch offen.

Schwimmmeister Andreas Vogt fragte nach der Begehbarkeit. Neidl erklärte, das Ufer sei relativ steil. Dadurch sei es auch die Treppe. Vogt fragte nach einer Möglichkeit für ältere Badegäste. Die Treppe sei mit Handlauf versehen, so Neidl auf Nachfrage der Bürgermeisterin. Der Stadtrat folgte dem Vorschlag „Bucht“ einstimmig.

Architekt Rudi Gemoll ging anschließend die Sanierung der Schulturnhalle Windischbergerdorf ein. Der Zuschussantrag müsse bis 31. Januar bei der Regierung liegen. Der Architekt schilderte den desolaten Bau: Die Bitumenabdichtung auf dem Dach hat undichte Stellen und ist trotz mehrerer Ausbesserungen nicht dicht. Die vorhandene Styroporisolierung ist für effektive Wärmedämmung nicht geeignet. Fenster, Türen und Tore sind abgenutzt. Der Schwingboden der Halle mit Sportbelag hat 44 Jahre auf dem Buckel und besitzt die erforderlichen Dämpfungseigenschaften nicht mehr. Im Boden findet sich keinerlei Wärmedämmung. Unmöglich, so Gemoll, sind auch die sanitären Anlagen. Mobiliar und die Sportgeräte sind zwischenzeitlich ungeeignet.

Die Kostenschätzung für die Sanierung bezifferte Gemoll auf 2,15 Millionen Euro. Stadtbaumeister Franz Pamler rechnete vor, dass ein Neubau auf 1,48 Millionen Euro veranschlagt wird. Allerdings müssten dann die Abstandsflächen eingehalten werden, der Pausenhof würde kleiner und die Halle an sich auch. Bürgermeisterin Karin Bucher erklärte: „Da braucht es schon gewichtige Gründe für eine Sanierung angesichts solcher Zahlen.“

Stadtkämmerer Christian Plötz erläuterte die Zuschuss-Situation. Die Förderung der Sanierung sei weitgehend abgeklärt und liege bei 90 Prozent. Der Neubau würde die Aktion um rund ein Jahr verzögern, was von der Schule als problematisch angesehen wird. Dasselbe gelte für die dann anstehenden Grundstücksverhandlungen mit Nachbarn wegen der neuen Abstandsflächen.

Stadtrat in Kürze

  • Die Schonung:

    Zur Abschaffung der Straßenausbau-Beiträge erläuterte der Leiter der Bauverwaltung, Arthur Scheurer, die Sachlage: Derzeit fallen wahrscheinlich 84 Straßen im Stadtgebiet unter die Altanlagenregelung. Das heißt, dass seit der erstmaligen Herstellung mindestens 25 Jahre vergangen sind. Das würde bedeuten, dass diese Straßen noch immer abgerechnet werden könnten bis zum 1. April 2021. Der Stadtrat beschloss, in diesen 84 Straßen vor Inkrafttreten der Beitragsabschaffung keine Erstherstellung mehr vorzunehmen.

  • Der Zuschuss:

    Außerdem beschloss der Stadtrat Vereine, die Zisternen bauen, um Wasser zu sparen, mit 35 Prozent zu bezuschussen. Normalerweise seien 25 Prozent üblich. Der höhere Zuschuss sei eine Anerkennung für die ökologische Bedeutung einer solchen Maßnahme.

  • Die Bestätigung:

    Im Amt bestätigt wurden die Kommandanten der Feuerwehr Katzberg. Dort hatten die Wehrmänner Josef Göttlinger als 1. und Fabio Jakob zum 2. Kommandanten gewählt.

Stadtrat Klaus Hofbauer erklärte, dass die Kosten von 2,1 5 Millionen schon sehr hoch seien. Wenn neu gebaut werde, stehe der Schule aber wegen weniger Klassen als bei der Gründung, nur noch eine kleinere Halle zu. Der Sportverein habe zwölf Mannschaften, die dort trainieren. Die Turnhalle sei laut Spvgg-Vorsitzendem voll ausgelastet. Hofbauer fragte nach dem weiteren zeitlichen Ablauf und forderte einen Baubeginn im Juni.

Architekt Gemoll stellte fest, dass er mit einem realistischen Baubeginn vor Oktober nicht rechne. „Wenn man will, würde es schon hinhauen“, hakte Hofbauer nach. „Mit Sicherheit nicht. Man sieht doch, was auf dem Markt los ist. Sie müssen erst mal die Firmen kriegen. Das haut doch alles auf die Kosten“, beharrte Gemoll.

Bürgermeisterin Karin Bucher fragte, ob eine Generalsanierung genauso lange halte, wie ein Neubau. Dazu Gemoll: „Davon gehe ich fest aus!“ Karlheinz Hampel fragte nach der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Stadtkämmerer Christian Plötz verwies auf die Zahlen und die Argumentation: Abstandsflächen-Unsicherheit, kleinere Sportanlage, kleinerer Pausenhof und eine zeitliche Verzögerung.

„Nach mündlicher Auskunft wird das auch so gefördert“, so Bürgermeisterin Karin Bucher. „Wenn das nicht so wäre, dann würden wir uns hier sowieso noch einmal treffen“, sicherte sie zu. Stadtrat Dieter Krause forderte, den Sportvereinen die größere Halle zu erhalten. Das sei ein gewichtiges Argument. „Selbst, wenn das eine halbe Million mehr kostet, wird das durch einen höheren Nutzungsgrad ausgeglichen!“ – Der Stadtrat stimmte für die Generalsanierung. 2019 steht dafür eine Million Euro im Haushalt.

Gietl-Antrag zurückgestellt

Von der Tagesordnung genommen wurde der Antrag der Familie Gietl auf Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Brunnendorf. Der Planer des Antragstellers wolle zuvor das Gespräch mit der Verwaltung suchen, so Bürgermeisterin Karin Bucher: „Das wäre im Vorfeld einer solchen Maßnahme eigentlich immer ratsam!“ Die Bürgermeisterin sah sich in diesem Zusammenhang zu einer Grundsatzbemerkung veranlasst: „Dieser Antrag wird nicht anders behandelt wie jeder andere auch. Wir sind nicht diejenigen, die etwas verhindern wollen. Herr Gietl hätte seit zwei Jahren auf uns zukommen können. Er hat das Gespräch nicht gesucht!“

Bauprojekt

Mehr Wohnraum für Brunnendorf?

Die Familie Gietl stellt im Chamer Stadtrat erneut einen Bauantrag für Brunnendorf und setzt mehr auf Wohnen.

Hans Gietl ließ auf Anfrage unseres Medienhauses wissen, dass man ein Signal aus dem Rathaus bekommen habe, dass die Planung in der vorliegenden Form nicht zustimmungsfähig sei. „Da geht es auch um 40 Zentimer Höhenunterschied zum benachbarten Brunnenhof. Den Dachgarten hätten wir aber gerne und wollen deswegen noch einmal das Gespräch suchen. Den Kontakt ins Rathaus habe man bisher über den Architekten Harald Brunner gehalten.

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