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Kommune

Die Stadt Furth lädt zum Jahresempfang

„Wir alle sind Furth“, betonte Sandro Bauer, und bat jeden einzelnen Bürger um Unterstützung für das Projekt Gartenschau.
Von Evi Paleczek

Die Businenbläser des Spielmannszugs Grenzfähnlein entboten den Gästen ein musikalisches Willkommen. Foto: Paleczek
Die Businenbläser des Spielmannszugs Grenzfähnlein entboten den Gästen ein musikalisches Willkommen. Foto: Paleczek

Furth im Wald.Zum Jahresempfang der Stadt hat am Donnerstagabend Bürgermeister Sandro Bauer ins ATT eingeladen – und etwa 350 Gäste kamen. In Zeiten des Wahlkampfs sei es an diesem Abend einmal Zeit, nicht für sich, sondern für die Stadt Werbung zu machen, für ihre Bürger, ihre Unternehmer, ihre Vereine und für anstehende Projekte wie die Bayerische Landesgartenschau 2025, sagte Bauer.

Großer Handlungsbedarf bestehe in Furth im Wald in Bezug auf Straßensanierungen und Gewerbeflächen, gab der 50-Jährige zu. Es sei auf der anderen Seite aber in vielerlei Hinsicht einiges passiert, was der Grenzstadt noch vor etwa zehn Jahren niemand zugetraut hätte. Die Krise in Furth sei aber abgehakt, was allen Bürgern gemeinsam zu verdanken sei. Bürgermeister, Stadtrat, kommunalpolitischen Ideengebern, Hausbesitzern, Vereinen, Unternehmern und ihren Beschäftigten. Alle gemeinsam seien „Furth“. Unterstützung erfahren habe man stets von Landrat Franz Löffler und dem Freistaat.

500 Arbeitsplätze mehr

Durch finanzielle Zuwendungen habe die Stadt ihre Schulden von 25 auf vier Millionen Euro reduzieren können. Das zweite Jahr in Folge werde es einen Haushalt ohne Neuverschuldung geben. Trotzdem habe man in den vergangenen Jahren 45 Millionen Euro (inklusive Förderungen) investiert. In Furth im Wald gehe es aufwärts, auch im Hinblick auf den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitsplätze sei von 3050 im Jahr 2013 auf 3600 angewachsen. Es gebe immer mehr Einwohner in sozialversicherungspflichtiger Anstellung und wieder mehr Ein- als Auspendler. Das sei Zeichen dafür, das die Bedeutung der Stadt in der Region steige.

Erfolgreiche Projekte:

  • Sanierungen:

    In den vergangenen Jahren wurde viel geschafft, betonte Bürgermeister Sandro Bauer. Saniert wurden etwa Grundschule, Kläranlage, Stadtturm, Bayernwarte und Friedhofsgebäude.

  • Neubauten:

    Kindergarten und Rettungszentrum wurden neu gebaut.

  • Leerstände:

    Die Stadt erhielt eine Fachakademie für Sozialpädagogik und eine Berufsfachschule für Kinderpflege im ehemaligen Knabenschulhaus. Der Proßl-Hof wurde abgerissen, dort entsteht ein Netto für die Innenstadt.

  • Straßen:

    Saniert wurden die Straße an der Wutzmühle, Kälberbühlweg, Grabitzer Dorfgasse, Schindbühlweg, Glaserstraße, Bischofteinitzer Straße, Äpflet, Amselweg, Jägerweg und Kühbergerweg.

  • Tourismus:

    Die Drachenhöhle verzeichnete 2019 mehr als 27 000 Besucher. Der Drachenstich wurde bundesweites Weltkulturerbe. Die Mountainbikeroute Trans Bayerwald mit nördlichem Start- und Zielpunkt Furth ging in Betrieb. Der Gibacht hat ein DSV Nordic Aktiv Zentrum bekommen.

  • Natur:

    Der Naturerlebnispfad wurde neu gestaltet.

  • Gesundheit:

    Das Pflegeheim Sankt Georg hat einen neuen Betreiber, wodurch sich die Stadt jährlich viel Geld spart. Zudem hat die Stadt ein Medizinisches Versorgungszentrum bekommen.

  • Kultur:

    Es wurden Veranstaltungen wie „Kino am See“, „Weiße Nacht“ und das Kneipenfestival „gemma furth“ ins Leben gerufen.

Man habe sich durch den Spar- und Konsolidierungskurs der vergangenen Jahre eine gute Ausgangssituation geschaffen, um die Herausforderungen der Zukunft angehen zu können – um sich etwas leisten zu können, meinte Bauer. Das größte Projekt – neben der Sanierung des Straßennetzes – werde die Gartenschau sein. Sie sei ein Fest über Monate, bedeute mehr Lebensqualität und bestehe für Generationen.

Hier sehen Sie ein Video vom Abend im Tagungszentrum:

Eine Gartenschau als Gemeinschaftsziel setze in einer Stadt neue Kräfte frei. Sie helfe manchmal sogar dabei, Konflikte widerstreitender Interessensgruppen zu lösen. Durch die Verbesserung des örtlichen und regionalen Erholungsangebots schaffe sie dauerhafte touristische Attraktivität. Sie hebe das Freizeit-Image einer Kommune, ein Standortfaktor, der die Work-Life-Balance verbessern helfe und besonders für die Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter für die lokale Wirtschaft eine immer bedeutendere Rolle spiele.

Für mehr Lebensqualität

Als herausragendes Festereignis mit Einnahmen für Gastronomie und Gewerbe beflügle eine Gartenschau auch private Investitionen und sei gut für das Steueraufkommen. Darüber hinaus setze sie einen festen Zeitrahmen für die Verwirklichung von Maßnahmen zur Verbesserung wohnungsnaher Erholung und steigere damit nachhaltig die Lebensqualität ihrer Stadt. Ein besonderes Anliegen von Gartenschauen sei zudem, zum Nachdenken über natürliche Grundlagen und eine gesunde Umwelt anzuregen. Diesbezüglich stellten sie beispielhafte harmonische Bezüge zwischen Bebauung und Natur heraus.

Bürgermeister Sandro Bauer freute sich über etwa 350 Gäste, die der Stadt Furth im Wald die Ehre gaben. Foto: Paleczek
Bürgermeister Sandro Bauer freute sich über etwa 350 Gäste, die der Stadt Furth im Wald die Ehre gaben. Foto: Paleczek

Eine Gartenschau ermögliche Verbesserungen, die ohne sie gar nicht, nicht in diesem Umfang oder nicht zu diesem Zeitpunkt möglich wären und sei damit Bestandteil kommunaler Entwicklungspolitik. Sie trage zur Weiterentwicklung und Belebung des Ortsbilds bei und zeige Lösungsbeispiele für regionale Probleme. Sie helfe, Aktivitäten zu bündeln und kommunales Handeln zu forcieren.

Stadt Furth lädt zum Jahresempfang

Vom Moment der Bewerbung bis zur Abschluss-Veranstaltung stünden Gartenschau-Städte im Fokus der Öffentlichkeit – bayernweit und in Furth im Wald durch die Lage an der Grenze auch hinein ins Nachbarland. Eine solche Veranstaltung locke neue Besucher in die Stadt, so manche Kommune erscheine erst durch eine Gartenschau auf der Landkarte von Reiseveranstaltern. Noch Jahre danach könne Furth von der Strahlkraft eines Sommers profitieren. Er und alle Entscheidungsträger freuten sich auf die Aufgabe, betonte der Bürgermeister. Furth werde die ganze Region positiv nach Außen darstellen. So etwas sei aber nicht alleine zu schaffen. Die Gartenschau werde das herausforderndste und größte Gemeinschaftsprojekt, das Furth je beschäftigt habe. Bauer rief jeden einzelnen Bürger und jeden Verein auf, die Stadt dabei zu unterstützen.

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